Trades des Jahres beim Öl?

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Rohöl wird erneut Spielball im politischen Konflikt der USA mit dem Iran. Die Straße von Hormus steht im Mittelpunkt. Der Rohölpreis ist bereits um 3 % gestiegen. (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Der Iran-Konflikt mit den USA rückt wieder in Fokus. Ab Mai wollen die USA alle Länder mit Sanktionen bestrafen, die dann Rohöl von den Iranern einkaufen. Natürlich reagiert auf solche Aussagen der Ölpreis und springt nach oben. Über 3 Prozent waren es im Vergleich zum letzten Handelstag vor Ostern!

WTI-Chartanalyse

Das US-amerikanische Rohöl WTI hat damit das 62er Fibonacci-Retracement bei 64,50 US-Dollar per Kurslücke hinter sich gelassen. Aktuell notieren wir schon 2 US-Dollar höher.

Vielleicht klettern wir jetzt noch auf das nächste Retracement bei gut 69 US-Dollar. Und selbst dort muss noch nicht Schluss sein. Auf fallende Kurse müssen Sie vermutlich hier erst einmal nicht setzen. Denn die Unsicherheit um den Konflikt lässt die Preise ansteigen. Sollte der Iran ernst machen und die Straße von Hormus blockieren, kann das schnell eskalieren.

Als Indikator im Tageschart sehen Sie übrigens den „Supertrend“. Diesen Signalgeber schauen wir uns in einer der nächsten Ausgaben des Trading Insiders genauer an!

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Öl: Die Gewinner und die VerliererErfahren Sie jetzt, warum der Ölpreis immer weiter fällt und warum das billige Öl für Sie als Anleger und Autofahrer von Vorteil ist. › mehr lesen

Unglaublichen Mengen Rohöl

Durch das Nadelöhr, das den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean und dem Arabischen Meer verbindet, fahren täglich Tanker mit Öl im Wert von knapp 1 Milliarde US-Dollar. Jeden Tag! Da können Sie sich bestimmt gut vorstellen, was eine Blockade dieses Transportweges für Auswirkungen haben kann. Das Blockieren ist übrigens gar nicht schwer. An der schmalsten Stelle misst die Straße von Hormus gerade einmal 55 km oder 30 Seemeilen.

Offiziell zählt das Gebiet zum Iran und Oman. Eigentlich hat aber die UNO hier das Sagen. Doch der Iran wird die Sanktionen sicherlich nicht ohne Widerstand hinnehmen. Nachdem die USA von ihrer Seite dem Atom-Deal mit dem Iran aufgekündigt haben, kommt jetzt der zweite Schlag in Form des Kaufverbots von iranischem Öl für den Rest der Welt.

Doch keine Sorge. Das Öl wird so schnell nicht knapp werden. Der finanzielle Verbündete der USA – Saudi-Arabien – hat sich großzügig bereit erklärt, mehr Öl zu fördern und zu verkaufen. Da hat der Iran nun wirklich keinen Grund beleidigt zu sein.

Neuer geopolitischer Brandherd

Endlich haben wir also ein neues Thema, das die Märkte bewegt und auf das Analysten jede Kursbewegung schieben können. Fakt ist: Nachdem der Brexit erst einmal verschoben wurde und der Handelskonflikt USA gegen China fast gelöst sein soll, brauchten wir einen neuen Spielball für die Märkte.

Jetzt können wir uns komplett auf das Öl konzentrieren. Die These, dass der Markt zukünftig so verläuft wie der Rohölpreis, wird dadurch noch spannender! Dann müssten wir im S&P 500 und Dow Jones auch bald neue Allzeithochs sehen. Das ist noch nicht passiert.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.