TransEnterix-Aktie: US-Konzern will seine Roboter in den Operationssaal bringen

Vielleicht haben Sie schon einmal von dem US-Konzern Intuitive Surgical gehört. Der Konzern ist der unangefochtene Weltmarktführer, wenn es um robotergestützte Operationen geht.

Mit seinem Da-Vinci-Roboter werden in den USA beispielsweise bereits über 80% aller Prostata-OPs durchgeführt. Die Geschäftsentwicklung des Konzerns ist einzigartig. In den vergangenen 15 Jahren explodierten die Umsätze um fast 4.500%. Mit einer Gewinnmarge von über 24% ist der Konzern hochprofitabel.

Dies ruft immer wieder Wettbewerber auf den Plan, die sich ebenfalls in dem Markt positionieren möchten. Das ist auch mehr als einleuchtend. Die Experten rechnen damit, dass der Markt für robotergestützte Operationen auf 20 Milliarden Dollar in 2021 anwächst. Für Sie zum Vergleich: In 2014 lag das Marktvolumen bei gerade mal 3 Milliarden Dollar. Davon hat alleine Intuitive Surgical 70% der Umsätze erwirtschaftet.

Transenterix – keine Umsätze aber 465 Millionen Dollar Börsenwert

Einer dieser potenziellen Rivalen ist die US-Firma TransEnterix. Soviel sei vorab gesagt: TransEnterix erzielt noch keinen einzigen Dollar Umsatz, hat aber bereits einen Börsenwert von fast einer halben Milliarde Dollar.

Wie ist das zu erklären. Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, hierfür eine rationale Erklärung zu finden. Denn Sie müssen wissen, dass TransEnterix bereits seit 5 Jahren die Zulassung für seine beiden Operationsroboter „SurgiBot“ und „ALF-X“ in Europa hat, aber faktisch bislang keine Umsätze erzielt.

Technologiekonzern wartet noch immer auf die FDA-Zulassung

Der hohe Börsenwert liegt wohl in dem potenziellen Wachstum, dass sich TransEnterix erschließen könnte. Denn wie gesagt waren die Versuche, die Systeme in Europa zum Fliegen zu bringen nicht von Erfolg gekrönt.

Der große Wurf soll jetzt in den USA gelingen. Hier wartet der Konzern weiterhin auf die Zulassung seines SurgiBot Roboters durch die Gesundheitsbehörde FDA. Ursprünglich war die Entscheidung für das erste Quartal erwartet worden, ist aber jetzt auf Mitte April verschoben worden.

Roboter mit innovativen Funktionen

Dabei setzt der Konzern mit seinen Robotern auf innovative Funktionen. Neuartige Kamerasysteme, ein haptisches Feedback für den operierenden Arzt und die Möglichkeit, die Operationsroboter einfach von einem OP-Zimmer ins nächste zu bewegen sind einige davon.

Aber der wirklich entscheidende Punkt sind die Anschaffungskosten. Denn diese liegen mit 500.000 Dollar pro System gerade mal bei einem Drittel der Kosten, die für das System des Marktführers fällig werden.

Für den Fall der Zulassung hat TransEnterix übrigens schon ein paar ehemalige Vertriebsleute von Intuitive Surgical angeheuert, die den Roboter in die Kliniken bringen sollen.

TransEnterix könnte das Geld ausgehen

Bei dem Robotik-Konzern handelt es sich um ein extrem risikoreiches Investment. Das verrät Ihnen nicht zuletzt ein Blick in die Bücher des Unternehmens. Ende Februar lag der Cash-Bestand nur noch bei 47,1 Millionen Dollar. Sie müssen wissen: Alleine in 2015 hat TransEnterix Kosten von 46,4 Millionen Dollar gehabt.

Das dürfte sich so schnell auch nicht ändern – denn die Markteinführung kostet ordentlich Kohle. Alleine im vierten Quartal schnellten die Kosten auf 13,9 Millionen Dollar in die Höhe – aufs Jahr hochgerechnet immerhin 55,6 Millionen Dollar.

Zwar hat sich die Firma die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung eingeräumt, aber diese lässt sich auch nur bei guten Kapitalmarktbedingungen durchziehen.

Der Weg ist sehr steinig und die Bewertung äußerst ambitioniert

Sie sollten wissen, dass auch die FDA-Zulassung noch lange kein Selbstläufer ist. Denn TransEnterix kämpft gegen einen übermächtigen Rivalen (Intuitive Surgical). Der Konzern hat einen Vorsprung von über 15 Jahren und die Roboter laufen bereits in vielen Kliniken.

Das bedeutet, dass die Einrichtungen erhebliche Anschaffungskosten hatten, ihre Ärzte auf den Systemen trainiert haben und langfristige Wartungsverträge abgeschlossen haben. Hier den Rivalen zu verdrängen dürfte äußerst schwer werden. Um sich positionieren müsste sich TransEnterix wahrscheinlich auf kleinere Kliniken spezialisieren.

Es gibt also erhebliche regulatorische und finanzielle Hürden bis sich der Erfolg einstellen könnte. Der Börsenwert, der übrigens auch schon einmal bei deutlich über 1 Milliarde Dollar lag, basiert primär auf dem Prinzip Hoffnung. Auch weiterhin müssen Sie hier mit hohen Schwankungen rechnen. Fundamental ist der aktuelle Börsenwert jedenfalls deutlich überzogen.

5. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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