Transportnachfrage erholt sich

Zunehmender Optimismus hinsichtlich der weiteren Konjunktur ist der wesentliche Treiber für die Erhöhung der Transportnachfrage und der Preise. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Die Transportbranche rechnet wieder mit steigenden Volumina und Preisen.

Dies ist das Ergebnis des Transport-Markt-Barometers für das 1. Halbjahr 2013, welches die Forschungsinstitute Progtrans und ZEW vorgelegt haben. Demnach zeugen die Einschätzungen zur Entwicklung des Transportaufkommens im nächsten halben Jahr überwiegend von einem zunehmenden Optimismus hinsichtlich der weiteren Konjunktur- und Außenhandelsentwicklung als den wesentlichen Treiber für die Erhöhung der Transportnachfrage.

Im Straßengüterverkehr, bei den KEP-Diensten (Kurier, Express und Paketdienste) sowie im Kombinierten Verkehr werden die Entwicklungen von den Befragten der Transport- und Verladenden Wirtschaft zuversichtlich eingeschätzt.

UPS hatte im 1. Halbjahr zwar 5% mehr Auslandssendungen befördert, trotzdem sank der Umsatz. Genau wie den Wettbewerbern macht UPS ein Trend zu schaffen: Viele Kunden weichen auf internationalen Strecken von teurer Luftfracht auf billigere Transportmöglichkeiten aus.

Bei FedEx lief es im Frühjahr auf operativer Basis wieder erfreulicher. Auch der Paketdienst meldete erste Erfolge beim Sparkurs, wobei die Paketdienste sowieso von einem florierenden Online-Handel profitieren.

Erstarkte Seefracht

Bei der Seeschifffahrt ist im Moment der stärkste Optimismus anzutreffen. Das Halbjahresergebnis von Kühne & Nagel untermauert diese Einschätzung. In der Seefracht erhöhte K&N sein Containervolumen insgesamt um 3%. Zuwächse wurden vor allem in den innereuropäischen und innerasiatischen Regionen realisiert.

Aber auch unser Sorgenkind Logwin konnte das Seefrachtvolumen im Vergleich zum Vorjahr steigern. Das Luftfrachtvolumen bewegte sich sowohl im Geschäftsfeld wie auch im Gesamtmarkt unter dem Vorjahresniveau. Unter langfristigen Aspekten ist Kühne & Nagel der Branchenprimus. Seit dem Jahr 2001 hat der Kurs um über 800% zugelegt. Dazu kommt noch die Dividendenrendite obendrauf. Die relativ hohe Bewertung verhindert aktuell eine bessere Timing-Einstufung.

Das gegenteilige Bild zeigt Logwin. Der Kurs fiel im gleichen Zeitraum von 48 € auf zeitweise unter 1 €. Wir begraben die Hoffnung, dass Logwin in absehbarer Zeit an längst vergangene Erfolge anknüpfen wird und beenden die Beobachtung.

Hamburger Hafen und Logistik mit neuem Standort

HHLA konzentriert seine Projekt- und Anlagenlogistik an einem neuen, zusätzlichen Standort. Auf dem Hamburger O’Swaldkai, einem Mehrzweckterminal mit regelmäßigen Liniendiensten in alle Welt, wurde eine rund 12.000 m² große Halle für die besonderen Anforderungen der Projekt- und Anlagenlogistik ausgerüstet. Durch die besonders großen Rolltore passen Frachtstücke fast jeder Größe und sind in der heizbaren Halle sicher vor Witterungseinflüssen.

Dank des neuen Standortes kann HHLA die besonderen Vorteile des größten deutschen Hafens jetzt noch besser an ihre Kunden weitergeben. Dazu gehört auch, dass Hamburg insbesondere für längere Transporte eine sinnvolle Schnittstelle ist, die die Verkehrsträger Schiff und Bahn ideal kombiniert.

Außerdem können mit verschiedenen Partnern intermodale Verkehre, die bei Bedarf auch das Binnenschiff einbinden, organisiert werden. Bereits im 1. Halbjahr konnte die Transportmenge im neu strukturierten Segment Intermodal mit einem Plus von 21,8% auf 581 Tsd TEU deutlich zulegen.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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