Traton und Global Fashion neu an der Börse

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Die VW-Nutzfahrzeug-Tochter Traton und der Online-Modehändler Global Fashion hatten beide beim Börsengang Sand im Getriebe. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Anfang Juni habe ich Ihnen an dieser Stelle vom geplanten Börsengang der VW-Nutzfahrzeug-Tochter Traton berichtet. Zum Schluss dieses Beitrags schrieb ich Ihnen, dass die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Börsendebüt nicht ideal seien.

Und tatsächlich: Beim Traton-Börsengang war Sand im Getriebe. Anleger hatten im Zuge des IPO (= Börsengang) wenig Grund zur Freude.

Traton-Börsengang im Detail

Seit Freitag vergangener Woche ist die VW-Tochter Traton an der Börse. Beim Börsengang wurden die Aktien zu 27,00 Euro platziert, das war der untere Bereich der Zeichnungsspanne von 27,00 Euro bis 33,00 Euro.

Brutto wird Volkswagen mit dem IPO bis zu 1,55 Mrd. Euro erlösen. Dabei bleibt der Konzern Mehrheitseigner und hält künftig 89,5% an Traton. Im Vorfeld wurde mit einem Verkauf von 10 bis 15% der Anteile und mit einem Erlös von voraussichtlich 2 Mrd. Euro gerechnet. Daran sehen Sie, dass der Börsengang sogar noch etwas schlechter verlaufen ist als einige Zeit vorher (bereits konservativ) angenommen.

In der Traton SE, der Nutzfahrzeugsparte von VW, ist das Lkw- und Busgeschäft von Scania und MAN gebündelt. Der ursprünglich schon für März 2019 geplante Börsengang war zunächst verschoben worden, fand dann aber schließlich am vergangenen Freitag statt.

Koordiniert wurde die Transaktion von den Konsortialbanken Deutsche Bank, JP Morgan, Goldman Sachs und Citi. Die Traton-Aktien sind neben der Frankfurter Börse auch in Stockholm gelistet. Der Hintergrund: Das zu Traton gehörende Unternehmen Scania war früher an der schwedischen Börse notiert.

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Börsengang der Global Fashion ebenfalls holprig

Ebenfalls holprig verlief der Börsengang des Online-Modehändlers Global Fashion Group.

Insgesamt wurden 44 Mio. Aktien zum Emissionspreis von 4,50 Euro ausgegeben. Dies hatte das Unternehmen, das gestern den Gang auf das Börsenparkett wagte, bereits am Wochenende mitgeteilt. Der Börsengang brachte insgesamt 198 Mio. Euro ein.

Allerdings hatte das Unternehmen im Vorfeld mit einem Erlös von 400 Mio. Euro gerechnet. Es deutete sich im Vorfeld schon an, dass der Börsengang schwierig werden würde. Um das IPO zu retten, wurde die Zeichnungsfrist um 3 Tage verlängert und der Emissionspreis gesenkt. Zuvor sollte die Aktie für 6 bis 8 Euro angeboten werden.

Einer der beiden Großaktionäre der Global Fashon Group ist übrigens der deutsche Start-up-Finanzierer Rocket Internet. Der zweite Großaktionär ist das schwedische Unternehmen Kinnevik. Beide Großaktionäre musste die Emission stützen, damit der Börsengang nicht zu einem noch größeren Flop wird.

Das Umfeld für Börsengänge in Deutschland ist derzeit alles andere als gut.

Ganz generell rate ich Ihnen weiterhin davon ab, sich an Börsengängen zu beteiligen und empfehle Ihnen stattdessen zunächst abzuwarten, wie sich die Unternehmen operativ nach dem Börsengang entwickeln und wie die Kursentwicklung ist. Wenn beides passt, können Sie zuschlagen.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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