Trend zeigt nach unten: DAX kommt nicht aus dem Kanal

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Die Märkte sind weiterhin in ein heißes Eisen, an dem sich die Anleger ordentlich verbrennen können. Die Technologiewerte bröckelt weiter. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Das ist sie dahin, die Hoffnung auf neue Allzeithochs im DAX. Heute notierten wir schon wieder an der 14.070 – doch das war das höchste der Gefühle. Aktuell geht es abwärts, wie in den letzten Tagen. Es bildet sich ein deutlicher Kanal heraus, aus dem der DAX nicht entfliehen kann.

DAX im 2-Stunden-Chart

Die untere blaue Trendlinie des Kanal startete übrigens mit dem Hoch vom 8. Januar diesen Jahres.  Wir hatten in der Folge einige Aufsetzer und umkämpfte Phasen bei dieser Linie. Der Markt hat diesen Trend auf jeden Fall erkannt.

Die obere Trendlinie ist recht frisch und einfach nach oben gespiegelt. Passenderweise hatten wir die letzten beiden Hochs genau hier. So eben auch heute. Einmal nach oben geflitzt und schon geht es wieder bergab. Diesen Trend kennen wir vom Dow Jones auch – nur genau andersherum.

Hier geht es morgens erst einmal nach unten und am Abend werden die Kurse dann unglaublich nach oben geschoben. Heute war der Tag zu Beginn eher ruhig, doch jetzt nicht die Abwärtsfahrt langsam Tempo auf. Sogar beim Dow Jones!

Jungbullen werden abgeschüttelt?

Diese Theorie habe ich letztens beim US-Markt kennengelernt. Die Jungbullen sind dabei Anleger, die kurz nach den nächsten Hochs einsteigen und weiter auf steigende Kurse setzen. Wenn diese dann im Markt sind, geht es noch einmal zackig nach unten, damit diese mit Verlust ihre Positionen schließen. Erst danach zieht der Kurs nachhaltig Richtung Norden. Und nur die ausgewachsenen Bullen machen die Party mit. So zumindest die Theorie. Ob das jetzt in der Realität immer so stimmt, ist eigentlich egal.

Wichtig dabei ist nur das Muster, was hier erkannt wurde. Bevor es richtig nach oben flitzt, geht es noch einmal tiefer als die letzten Tiefs waren. Einfach um die Stops abzugreifen. Das geht übrigens auch in die Gegenrichtung. Also wenn es nach unten gehen soll, zucken wir vorher noch schnell auf ein neues Hoch. Die klassische Bullenfalle. Der Dow Jones sieht gerade etwas danach aus.

Denn hier wurden vor kurzem die 32.000 Punkte geknackt und damit natürlich ein neues Allzeithoch gebaut. Und heute schon stehen wir schon wieder 400 Punkte südlicher. Dort hat er aber eine Unterstützung im Chart deutlich zu erkennen. Jetzt müssen wir schauen, was dort passiert. Drehen die Kurse wieder nach oben, zieht es vielleicht den DAX auch wieder mit.

Der DAX steht inzwischen bei 13.830 Punkten. Wie so oft geschieht die spannende Action erst nach Xetra-Schluss. Ein mögliches Ziel wären laut obigen Chart die 13.730 Punkte. Ob der DAX heute noch 100 Punkte fällt, wenn die Bären beim Dow Jones am Widerstand scheitern? Wohl kaum. Es gilt also beides zu beachten.

Andersherum könnten wir auch einfach auf einen Kontakt an der unteren Trendlinie warten – das darf auch erst nächste Woche passieren – und dann gehen wir wieder Long im DAX. Doch aktuell sind die Börsen so unberechenbar: Sobald wir den aktuellen Trend durchschaut haben, gibt es einen neuen. Die Sektoren zum Thema Reise haben heute wieder deutlich nachgelassen. TUI und Boeing kommen zurück. Gestern gingen sie noch durch die Decke.

Fazit:

Die Märkte sind weiterhin in ein heißes Eisen, an dem sich die Anleger ordentlich verbrennen können. Die Technologiewerte bröckelt weiter. Alle, die gut in der Corona-Krise gelaufen sind, zeigen seit Tagen rote Kerzen. Das wird auch wieder anders – aktuell ist aber hier noch keine Erholung auf breiter Front zu sehen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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