Trendanalyse Strom: die Ökowelle ist vorbei. Vorteil für RWE und E.ON

Immer weniger Ökostrom in deutschen Haushalten - Atomlobby reibt sich die Hände. RWE und E.ON werden profitieren (Foto: Tobias Steinert / shutterstock.com)

Ein Trend gegen die Atomlobby hat RWE und E.ON lange Zeit unter Druck gesetzt. Die Kurse erholen sich aktuell zwar nicht, mittel- und langfristig jedoch dreht der Trend wieder. Dies zeigen Zahlen, die uns jetzt zum Thema vorliegen. Sie können davon ausgehen, dass die Trendanalyse RWE und E.ON auf längere Sicht wieder nach vorne bringt.

Nachfrage sinkt: Ökostrom nicht mehr deutlich im Trend

Zu den Zahlen: So viele Haushalte wie aktuell haben noch nie Ökostrom oder Strom bezogen. Mittlerweile liegt deren Anteil bei weit über 9%. Noch im Jahr 2001 lag der Anteil bei weniger als 3%. Der langfristige Trend also stimmt. Dies haben wir in den vergangenen Jahren bereits mitgeteilt und in Empfehlungen umgesetzt.

Die kurzfristige Explosion bei der Nachfrage jedoch wirkt momentan schon nicht mehr nach. Das Vergleichsportal „Verifox“ meldet dazu Zahlen. Im März schnelle die Nachfrage nach Ökostrom auf 77,1% aller Anfragen zu Stromtarifen. Zur Erinnerung: der Reaktorunfall in Japan ereignete sich am 11. März.

Im April dann stieg die Nachfrage sogar auf 79,7%. Im Mai sank sie dann auf 61,7%, im Juni auf ein neues 5-Monats-Minus von 5,4%. Ähnlich verlief die Nachfrage nach Ökostrom mit so genanntem „Gütesiegel“.

Siegel bleibt aber gefragt

Die Zahlen zu den Anfragen nach Strom mit Gütesiegel: im März stieg der Anteil rasant von 34,8% auf 62,7%. Im April dann gab es einen neuen Rekord: 73,2%. Bereits im Mai sank die Zahl der Anfragen nach diesen Stromtarifen auf 58,4%, im Juni auf 52,2%.

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Achtung: der Begriff vom „Ökostrom“ ist weiterhin nicht geschützt. Daher sind Siegel aus Sicht der Verbraucher wichtig. Der Anteil an Umfragen sank, der Anteil an den Anfragen zum Ökostrom jedoch stieg. Als „gut“ gelten Siegel wie „Gold“ oder „OK-Power“.

Die Trendanalyse aber wird den Konzernen RWE und E.ON helfen:

  • Die Regierung schaltet Atomkraftwerke ab, die Verhandlungen jedoch laufen noch
  • Je weniger aufgeregt Verbraucher sind, desto größer wiederum der Vorteil für die Atomlobby um RWE und E.ON. Denn: „sachliche“ Argumente lassen sich besser durchsetzen.
  • Auch die Börsen belohnen weniger Panik. Ist der Trend „Ökostrom“ wieder auf Normalmaß, wird die rasante „Neu“bewertung vor allem von RWE als Schwindel enttarnt. KGV und Dividendenrendite zeigen, wie günstig RWE bewertet sind. Beide Kennzahlen weisen derzeit ein Kurspotenzial von 30% bis 45% nach.

GeVestor meint: Trends gibt es nicht nur in den Charts von Aktienkursen, sondern auch im politischen Umfeld. RWE und E.ON werden sich freuen, wenn die Ökostrom-Nachfrage sich reduziert. Dies erleichtert auch das Leben an den Börsen. RWE ist derzeit „aus dem Trend“. Das wird sich normalisieren. Wir empfehlen: bleiben Sie in diesem Fall antizyklisch.


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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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