Trendfolgestrategien auf den Punkt gebracht

Trendfolgestrategien gehören zu den beliebtesten Anlagestrategien.

Durch ETFs können unterschiedliche Trendfolgestrategien erfolgreich umgesetzt werden.

Trendfolge-Handelsansätze versuchen, in erkennbare Kurstrends einzusteigen, indem sie bei steigenden Kursen kaufen und bei fallenden Kursen aussteigen bzw. eine Short-Position aufbauen.

Sie wechseln die Position, sobald ein Trendbruch erkennbar ist.

Dabei nehmen sie es bewusst in Kauf, nicht die gesamte Bewegung – also etwa vom tiefsten Tief eines Kurses bis zu seinem höchsten Hoch – mitzumachen, sondern immer nur einen Teil davon.

Trendfolge hat also nichts mit Anlagestrategien zu tun, die versuchen durch antizyklisches Handeln dem Trendwechsel zuvor zu kommen, um somit das Maximum einer Bewegung mitzunehmen.

Insofern könnte man den klassischen Trendfolger auch als vergleichsweise konservativ einstufen. Er handelt eben nach den Philosophien „The trend is your friend“ und „Greife nie in ein fallendes Messer“.

Methoden der Trend-Erkennung

Um Trendwechsel zu erkennen, bestehen unterschiedliche Möglichkeiten.

Mittels einfacher Chart-Technik können Trendlinien definiert werden. Ein klarer Abwärtstrend weist z.B. immer niedrigere Hochpunkte auf, die durch eine Trendlinie verbunden werden können.

Brechen die Kurse über die fallende Trendlinie nach oben aus, kann dies als Trendwechsel gewertet werden.

Auch auf Basis von bestimmten technischen Indikatoren, den sogenannten Momentum-Indikatoren, oder gleitenden Durschnitten lassen sich Trends bestimmen.

Die 200-Tage-Linie, die den Durchschnittskurse der letzten 200Tage repräsentiert, ist hier ein häufig verwendeter Indikator. Beispielsweise liegt ein Kaufsignal vor, wenn der aktuelle Kurs über der 200-Tages-Linie liegt und diese gleichzeitig ansteigt.

Trendfolgestrategien sind keine Allzweckwaffe

Wie der Name schon sagt, nutzen Trendfolge-Ansätze die klaren Bewegungen einer Trend-Phase aus. Hier liegt allerdings auch schon ein Nachteil: Es muss ein klarer Trend vorhanden sein.

In sehr volatilen „Sägezahn-Märkten“ kann es passieren, dass ein Ausbruch in eine Richtung fälschlicherweise als Trend-Signal gewertet wird.

Hat sich beispielsweise eine breite Kurs-Spanne über einen längeren Zeitraum gebildet, aus der die Kurse irgendwann nach oben ausbrechen, werden vielleicht einige Trend-Indikatoren Kaufsignale liefern.

Doch es kommt vor, dass es sich um einen Fehlausbruch handelt und die Kurse schnell wieder in die Handelsspanne zurück fallen. Solche Fehlausbrüche sind gar nicht so selten und sorgen dafür, dass der Trendfolger auf dem falschen Fuß erwischt werden kann.

Außerdem berücksichtigen Trendfolge-Strategien – wie alle technischen Handelsansätze – keine fundamentalen oder volkswirtschaftlichen Einflussfaktoren.

Selbst lange etablierte Trends können bei fundamentalen Schocks sehr schnell stoppen. Nehmen wir den Markt für deutsche Staatsanleihen als Beispiel.

Es gibt kaum einen stabileren Trend. Seit 30 Jahren fallen die Renditen, was zu steigenden Kursen bei Staatsanleihen führt. 1994 kam es zu einer deutlichen und sehr plötzlichen Korrektur dieses Trends.

Was war passiert? Damals sind Inflationsängste aufgekommen. Die Marktteilnehmer forderten infolgedessen hören Renditen als Inflationsausgleich, was zu einem abrupten Kursrutsch führte.

Wie bei allen Anlagestrategien ist es eben wichtig, im Vorfeld einzuschätzen, was man von einer Strategie erwarten kann und was nicht.

Ich werde das Thema morgen noch einmal aufgreifen und Ihnen einige aktiv verwaltete Trendfolge-Strategien vorstellen, die mittlerweile als ETFs existieren.

Mehr zum Thema: Folgen Sie dem Trend

26. Juni 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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