Trendwende bei Minenwerten: Ab 2016 wieder steigende Gewinne

Zuletzt standen die Minenfirmen auch wegen der sinkenden Gewinne klar unter Druck. Aber hier deutet sich jetzt eine Trendwende für 2016 an. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Das Thema Bewertung der Rohstoffaktien lässt mich nicht los. Gestern ging es an dieser Stelle um einen allgemeinen Blick auf das Thema.

Oliver Gross stellte ihnen die historische Unterbewertung der Goldminenaktien vor. Heute möchte ich die Geschichte aufgreifen und um einen Aspekt erweitern. Denn Indizes geben halt immer nur eine durchschnittliche Entwicklung wieder.

Sehr viel spannender ist es hier schon auf die Bewertungen von Einzeltiteln zu schauen. Die Experten von Metals and Mining schlüsseln dabei die Gruppe der Goldminen in drei Gruppen auf.

Es gibt die großen Minen, die mittleren Minen und die kleinen Minen. Bezogen auf den Gesamtmarkt muss man bei den großen und mittleren Minen auf jeden Fall eine wichtige Tatsache festhalten: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis dieser beiden Kategorien liegt derzeit bei 31.

Dies ist alles andere als günstig und liegt deutlich über dem allgemeinen Marktniveau. Allerdings greift auch eine Kennzahl wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis zu kurz. Und sehr viel spannender als die Momentbetrachtung ist auch die Entwicklung.

Und hier bieten die Minenwerte auf jeden Fall deutliches Potenzial. Auf Basis der aktuellen Schätzungen für 2016 wird das Kurs-Gewinn-Verhältnis der großen Minenwerte im kommenden Jahr auf nur noch 25 absenken. Bei den mittleren Produzenten ist ein deutlich größerer Rückgang auf nur noch 20 zu erwarten.

Wieder leichtes Gewinnwachstum – aber sinkende Dividenden

Für die Praxis heißt das: Nach mageren Jahren sieht es bei den Produzenten wieder nach steigenden Gewinnen für das kommende Jahr aus. Allerdings wird im kommenden Jahr der Aspekt der Dividende deutlich an Bedeutung verlieren.

Das zeigen schon jetzt die Schätzungen der Analysten. Dies ist auch leicht erklärbar, denn durch die niedrigen Edelmetallpreise müssen die Produzenten erst einmal schauen, wie sie überhaupt Gewinne erzielen, bevor sie sich Gedanken über eine Ausschüttung an die Aktionäre machen können.

Besonders stark zeigten sich zuletzt Royal- oder Streamingfirmen. Diese Firmen betreiben selbst keine Minen sondern kaufen anderen Produzenten Teile ihrer Produktionsmengen ab. In den vergangenen Krisenjahren hat sich dieses Geschäftsmodell als stabil erwiesen.

Allerdings hat diese Sicherheit auch einen gewaltigen Preis. Marktführer Franko Nevada mit einer Marktkapitalisierung von 7,7 Mrd. Dollar weist derzeit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 66 auf. Das ist mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt der großen Goldproduzenten. Auf Basis der Prognosen für das kommende Jahr liegt das KGV immer noch bei 60.

Ausgehend von diesen Daten bieten bekannte Produzenten mit einem deutlich sinkenden Kurs-Gewinn-Verhältnis weit mehr Potenzial. Das ist auf jeden Fall eine Tatsache, die die Zahlen von Metals and Mining derzeit liefern. Spannend bleibt es auf jeden Fall, denn viele Minenwerte stellen in den nächsten Wochen noch ihrer aktuellen Bilanzdaten vor.


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