Trendwende im Gold oder nur der Freitags-Effekt?

Gold steigt – zumindest für 24 Stunden. Doch kommt jetzt auch der Boden? Wir zeigen, welche Einstiegsmöglichkeiten der aktuelle Tageschart bietet. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Kaum haben wir den Effekt diese Woche im Newsletter erklärt, sonst schlägt er perfekt ein. Die Idee ist, dass Donnerstagabend bis Freitagabend der Goldpreis steigt. Das hat zwei Gründe. Einerseits wird viel Gold gegen Ende der Woche gekauft und über das Wochenende verschickt. Andererseits dient Gold als Krisenschutz. Am Wochenende kann immer viel passieren und deshalb steigen die Investitionen als Absicherung meist ab Donnerstag.

Gold mit grüner Kerze

Wer gestern Abend eingestiegen ist, kann sich bereits über einen kleinen Gewinn freuen. Der Schlusskurs gestern und der aktuelle Goldpreis liegen zwar keine Lichtjahre auseinander, aber es gibt immerhin ein kleines Plus.

Was Sie ebenfalls im Auge behalten können, ist die blaue 10-Tageslinie. Ja, ausnahmsweise gibt es einmal keine 20-SMA oder höher. Das liegt daran, dass Gold im Tageschart sich recht gut an dieser Linie herunterhangelt.  Es gibt jetzt hier zwei Ansätze, wie Sie den Goldpreis weiter spielen können.

Gold nutzt den Doji und steigt wieder

Der Doji gestern im Chart könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Kurse nach oben drehen. Das alleine reicht natürlich nicht aus, aber ist endlich ein erstes Argument, dass wir eventuell am Boden sein könnten. Ja, das ist natürlich alles mit Vorsicht zu genießen. Die Lunte der Kerze nach unten ist etwas länger als nach oben. Ob das jetzt wirklich ein Erschöpfungstief ist, wird die Zeit zeigen – insbesondere die nächste Woche. Deshalb ist es jetzt sinnvoller Gold weiter zu beobachten, als gleich blind auf steigende Kurse zu wetten.

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Die Tradingstrategie von Donnerstagabend endet ja immer Freitagabend. Wer diesen Freitags-Effekt spielt, ist nur kurzfristig investiert. Ab Montag können die Kurse deshalb schon wieder fallen.

Gold fällt weiter – 10-Tageslinie im Fokus

Wenn wir dagegen davon ausgehen, dass Gold noch weiter fällt, wäre die 10-Tageslinie ein guter Punkt für einen Einstieg. Deshalb gilt es jetzt Gold jeden Tag zu beobachten. In der Vergangenheit hat der Kurs hier auch immer wieder nach unten gedreht. Das wäre also ein möglicher Punkt im Chart, an dem es wieder neuen Druck der Verkäufer gibt.

Das Stop Loss muss dabei nur knapp über der SMA-10 liegen. Sie sehen im Chart, dass es selten sonderlich hoch hinaus über diese Linie ging. Dafür gibt es dann viel Potential auf der Unterseite – falls die Kurse weiter in den Keller rauschen.

Noch ist es aber nicht soweit. Das bedeutet für den geduldigen Anleger: Seitenlinie und abwarten. Lassen Sie andere ihre Finger verbrennen. Das gestrige Tagestief ist auf jeden Fall ein kleiner Widerstand, falls es weiter bergab geht.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.