Trendwende nach unten im DAX oder ist das nur der Verfall?

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War es das mit dem Jahreshoch? Der DAX bastelt sich gerade eine ABC-Trendwende-Formation. Damit das nicht passiert, brauchen schnell Kurse über 12.300. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Die DAX-Bullen erholen sich. Sie haben es vermutlich mitbekommen: Heute war wieder einmal ein kleiner Verfallstermin. Wir schreiben schließlich den dritten Freitag des Monats. Nächsten Monat gibt es dann wieder einen großen Verfall – am 21.6.2019

Nach der gestrigen Mega-Rallye hat der DAX heute wieder eine Verschnaufpause eingelegt. Das war auch überfällig, damit wir nicht durch die Decke schießen! Mittwoch stand der DAX nämlich zwischendurch noch unter 11.900 und gestern waren wir in der Spitze bei über 12.315 Punkten.

400 Punkte in zwei Tagen – das muss auch unser DAX erst einmal verarbeiten. Passend ging es heute zum Verfall nach unten. Um 13 Uhr wurde die Optionen und Futures abgerechnet. Da stand der DAX bei rund 12.210 Punkten.

DAX mit Möglichkeit einer Trendwende

Wenn Sie sich den nächsten Chart anschauen, könnte es sein, dass der DAX gerade an einem niedrigeren Hoch arbeitet. Das wäre natürlich ein schlechtes Zeichen für alle Anleger, die auf steigende Kurse setzen. Sollte es das tatsächlich schon gewesen sein, habe ich Ihnen einen möglichen Fahrplan eingezeichnet.

Wenn wir demnächst nicht weiter steigen und neue Jahreshochs machen, erhöhen sich die Chancen, dass es deutliche Rücksetzer gibt. Der erste Schritt ist dafür natürlich der Bereich um 11.845 Punkte. Dort liegt eine stabile Unterstützung mit Kurslücke. Diese wäre unter 11.770 Punkten geschlossen.

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Der weitere Fahrplan für den DAX im AugustBei der nächsten Kreuzung bitte seitwärts halten. Diesem Navi folgt der DAX in den letzten Tagen. Kommt morgen ein Turnaround Tuesday? Was sagt die Saisonalität? › mehr lesen

Nächster Stopp: 11.611 Punkte – auch hier haben eine unterstützende Kurslücke und dazu noch das 38er Fibonacci-Retracement aus der Aufwärtsbewegung sein Weihnachten. Spätestens hier kann es zur einer Gegenbewegung kommen, die eventuell sogar bis über den alten Support steigt. Von dort würde dann die nächste Abfahrt beginnen. Das Märztief tritt bei 11.350 Punkten auf das 50er Retracement und wirkt dadurch attraktiv.

Solange jetzt geopolitisch nichts dermaßen eskaliert, dass die Kurse extrem schnell fallen oder auch steigen, kann der DAX diesen Fahrplan in den nächsten Wochen abarbeiten. Und genau hier ist der Haken an der Theorie: Es brodelt momentan dank der USA in China und dem Iran. Potential für nachrichtengetriebene Börsenkurse ist damit reichlich vorhanden.

Wir müssen also weiterhin vorsichtig sein und unsere Positionsgröße etwas reduzieren. Ruhige Märkte sehen anders aus. Mit kleinerem Risiko können wir auch die aktuelle Situation traden. Besonders spannend sind offene Positionen über das Wochenende. Denn in der Zwischenzeit kann alles passieren und die Kurse am Boden haben dann eventuell über ein Prozent Abstand zu den Schlusskursen vom Freitag.

Diese Lotterie müssen Sie nicht unterstützen. Klar, es kann auch gut gehen und Sie raten richtig. Aber es bleibt wahrscheinlich beim Raten.

Kurz vor Börsenschluss zieht der DAX jetzt gerade noch einmal an. Hochgekaufte Kurse vor dem Wochenende haben uns ins letzter Zeit eher ein Abwärtsgap zum Montag verkündet. Deshalb lassen wir auch hier die Finger davon. Unter der Woche ist inzwischen genug Action angesagt, da müssen wir nicht unnötige Risiken über das Wochenende eingehen.

Risk-off ist aber wohl aktuell das Motto. Vor allem, wenn wir uns Gold anschauen. Zwei rote Tageskerzen vor dem Wochenende – so etwas ist eher selten. Auch deshalb bleiben wir vorerst auf der Seitenlinie und schauen uns das Spektakel in Ruhe an. Ab Montag greifen wir wieder an.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.