Tripelpunkt muss halten, sonst…!

Der DAX nähert sich einer sehr wichtigen charttechnischen Marke. Welche das ist und auf was Sie achten müssen, verrät Ihnen Michael Sturm. (Foto: Deutsche Börse AG)

Nachdem der DAX-Index in der Spitze bis zu -850 Punkte abgegeben hatte, konnte er sich zuletzt wieder stabilisieren.

Die von mir an dieser Stelle ausgelobten Kursziele für den Abwärtstrend bei 12.100 Punkten erwiesen sich als goldrichtig.

Aber wie geht es jetzt weiter? Hat der Markt die Kraft für einen erneuten Anlauf auf die 13.000 Punkte?

Betrachten wir dazu zunächst den kurzfristigen 1-Monats-Chart vom DAX-Index:

DAX 020817 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

Vorerst einen Boden gefunden

Im 1-Monats-Chartbild vom DAX-Index sehen Sie den in 2 Abverkäufen abgelaufenen Kursrückgang.

Der 2. Abwärtssog kam erst bei 12.150 Punkten zum Stillstand. Doch die anschließende Stabilisierung währte nicht lange.

Denn schon am ersten Widerstand bei etwa 12.325 Punkten (untere grüne Horizontal-Linie) kam die Erholung zum Erliegen.

Ein erneuter Rückgang und Test des alten Zwischentiefs stand an; diesmal rutschte der DAX-Index sogar noch etwas tiefer.

Das sah überhaupt nicht gut aus am 28. Juli, doch die Käufer nutzten Ihre kleine Chance und der Index konnte sich vom Verkaufsdruck lösen,

Von der 12.100er-Marke aus gelang ein Reversal. Der erneute Test dieser Marke am 31. Juli verlief dann parallel dazu erfolgreich.

Das bedeutet, mit dem gestrigen Tag der Kursgewinne könnte der Index, rein charttechnisch betrachtet, einen Boden gefunden haben.

Sie erkennen im Chartbild eine W-Boden-Formation (schwarzes W), die allgemein als sehr positiv gewertet wird.

Das Übersteigen des mittleren Zwischenhochs im W ist i. d. R. dann der Auslöser für weitere Kursgewinne. Allerdings könnten diese nun bereits wieder ausgeschöpft sein.

Ich habe Ihnen den Doppel-Widerstand bei 12.325 Punkten markiert (hellblaue Pfeile).

Er resultiert aus dem Kreuzpunkt von der horizontalen Widerstands-Linie (untere grüne Linie) mit der Begrenzung des Abwärtstrends (blaue Trendlinie).

Kurzfristiges Fazit:

Nach oben taucht an der 12.325 Widerstand auf. Der nächste läge bei 12.475 Punkten (obere grüne Linie).

Nach unten ist es wichtig, dass die rote Unterstützungs-Linie bei 12.100 Punkten hält, sonst drohen weitere Verluste.

Was an weiteren Verlusten drohen könnte, wenn die untere Marke trotz bisher 3 erfolgreicher Tests nicht halten sollte ist auf dem 1-Monats-Chartbild nicht erkennbar.

Dazu schauen wir auf dasmittelfristige 1-Jahres-Chartbild des DAX-Index:

DAX 020817 1J

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Starke Tripelpunkte bestimmen

Im mittelfristigen Chartbild sehen Sie zunächst den mustergültigen Aufwärts-Trendkanal (dunkelblauer Trendkanal).

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Innerhalb dieses Trends hangelte sich der DAX-Index seit etwa 1 Jahr nach oben.

Nach der langen Seitwärts-Phase in 2016 (linke Zone zwischen den roten Linien) gelang ihm im Dezember 2016 dann endlich der Sprung nach oben.

Anschließend spielte der DAX seine Hausse-Karte aus – bis es schließlich im Mai zum Stocken der Aufwärts-Rally kam. Seitdem befindet sich der Index bereits in der Konsolidierung.

Allerdings hat sich aus einer bisher sich abgezeichneten ähnlichen Seitwärts-Phase wie 2016 mittlerweile ein eindeutiger Abwärts-Trendkanal herauskristallisiert (oberer roter Trendkanal).

Sie erkennen hier im mittelfristigen Chartbild sehr gut, dass die gelungene Wende aus dem Kurzfrist-Chart an der 12.100er-Marke eine 3-FACH-Unterstützung erfährt!

Denn zu der unteren Begrenzung des Abwärtstrends und der horizontalen Unterstützung (untere grüne Horizontale) gesellt sich zusätzlich noch die untere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärts-Trendkanals (untere blaue Trendlinie).

Ein Tripelpunkt hat in der Charttechnik i. d. R. eine sehr starke Wirkung.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass der DAX-Index genau hier seinen vorübergehenden Boden gefunden hat und nach oben drehte.

An der Oberseite existiert ein starker Widerstand in der Region des Allzeithochs mit nun ähnlicher 3-fach-Wirkung.

Fazit:

Obacht auf die blaue Begrenzung unten!  Diese muss halten, ansonsten ist eine Neubewertung vorzunehmen und der mittelfristige Aufwärtstrend in Gefahr.

Nach oben muss nun zunächst der Abwärts-Trendkanal geknackt werden. Erst dann ist an einen weiteren Versuch zu denken, die 13.000 anzulaufen.

Abschließend noch die Betrachtung des langfristigen 10-Jahres-Charts des DAX-Index:

DAX 020817 10J

DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Nichts Neues, alles im Lot

Sie können dem 10-Jahres-Chartbild deutlich entnehmen, dass hier zunächst einmal der langfristige Trend (dunkelblauer Trendkanal) völlig in Ordnung ist.

Und dies bleibt auch so, selbst wenn der DAX-Index die vorher besprochene Marke von 12.100 Punkten  nicht halten kann.

Lediglich der mittelfristige Trend gerät dann in Gefahr; dieser ist im Chartbild hellblau eingezeichnet.

Hält der mittelfristige Trendkanal, dann sollten bis Jahresende Kurse über 13.000 Punkte keine Utopie sein. Hält er nicht, dann muss mittelfristig neu überlegt werden.

Nach unten wäre dann eine ausgedehntere Konsolidierung bis zur Marke von etwa 11.250/11.500 Punkten möglich.

Dort liegt auch das letzte markante Zwischenhoch aus dem November 2015.

Fazit:

Die aktuell ablaufende Konsolidierung ist immer noch im Rahmen eines mustergültigen Übertreibungs-Abbaus und kann dem Markt neue Kraft geben.

Mein Rat: neutral bleiben! Warten Sie ab, bis entweder die 12.650 überwunden oder die 12.100 unterschritten wird!


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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!