Triste Berichtssaison: Hebt sich dieses Tech-Unternehmen positiv ab?

Beim US-amerikanischen Leitindex Dow Jones zeigt die Tendenz derzeit nach unten.

Seit dem Jahreshoch bei 18.096 Punkten am 20. April gab der Index um rund 3 Prozent nach. Die eher mager ausfallenden Nachrichten von der Konjunkturfront sorgen ebenso wenig für positive Impulse wie die Unternehmen selbst.

Die derzeitige Berichtssaison verläuft doch eher enttäuschend. Bis auf wenige Ausnahmen konnte kein Unternehmen positiv überraschen – im Gegenteil: Zum Teil wurden die Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt.

Gespannt können Sie nun auf NVIDIA sein, das am kommenden Donnerstag seine Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016/2017 (Ende Januar 2017) präsentiert.

Überraschend hoher Umsatz prognostiziert

NVIDIA ist ein Computerprozessor-Hersteller, der vor allem als Spezialist für Virtual Reality, künstliche Intelligenz und 3D-Grafiken gilt.

Zuletzt berichteten die Kalifornier im vergangenen Februar erstklassige Zahlen für das vierte Quartal (Nov.-Jan.) des Geschäftsjahres 2015/2016 und prognostizierten für das erste Quartal einen überraschend hohen Umsatz.

Für das Gesamtjahr geht NVIDIA von einem Umsatzwachstum von 7 Prozent aus. Zielmarke sind 5 Mrd. Dollar.

Der operative Gewinn soll im Vergleich zu dem bereits sehr starken vorigen Geschäftsjahr sogar um 18 Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar steigen.

Anfang April lieferte NVIDIA auf einer Investorenkonferenz weitere interessante Zahlen, die den erfolgreichen Transformationsprozess belegen. Noch im Jahr 2013 erzielte der Konzern 42 Prozent seines Umsatzes mit Lösungen für den PC-Markt.

Beim Stichwort „PC“ klingeln bei mir die Alarmglocken, denn es ist ein offenes Geheimnis, dass der Markt für herkömmliche Computer schrumpft. Umso besser, dass dieser Bereich heute nur noch 9 Prozent der Erlöse ausmacht.

Steigende Margen

NVIDIA erkannte früh die Zeichen der Zeit und baute stattdessen sein Engagement im Bereich Gaming und vor allem Automotive – Stichwort „Autonomes Fahren“ – immer stärker aus: von 52 auf 86 Prozent.

Eine Strategie, die sich auch in steigenden Margen ausdrückt. 2013 lag die Bruttomarge noch bei 52 Prozent, dieses Jahr soll sie an der 57-Prozent-Marke kratzen.

NVIDIA hat es hervorragend geschafft, sich binnen weniger Jahre den veränderten Anforderungen anzupassen. Dabei gelingt es den Kaliforniern, die notwendigen Investitionen so gering zu halten, dass die Gewinnmarge nicht darunter leidet.

In den vergangenen beiden Jahren zeigte sich NVIDIA zudem seinen Anlegern gegenüber sehr spendabel. Das Unternehmen schüttete jeweils über eine Mrd. Dollar in Form von Aktienrückkäufen und Dividenden aus. Auch dieses Jahr sollen 800 Mio. Dollar an die Anleger fließen.

Die nächste Quartalsdividende in Höhe von 0,115 Dollar zahlt NVIDIA Mitte Juni aus.

7. Mai 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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