Trotz Dividende Finger weg

Rohstoffe sind schon lange kein Selbstläufer mehr. Vielmehr steckt die Branche in der Krise. Anglo American hat es besonders hart getroffen. Anglo American ist eine breit diversifizierte Metall- und Minengesellschaft.

Das Unternehmen tätigt vorwiegend Investitionen in Gold, Platin, Diamanten, Uran, Kohle und andere Mineralminengesellschaften. Hauptmärkte sind Südafrika, Europa, Brasilien und USA. Das Unternehmen hält weitere Beteiligungen an Industrie-, Finanz- und Versicherungsgesellschaften sowie anderen kleinen Gesellschaften.

Konzernumbau dürfte noch dauern

Der Verfall der Rohstoffpreise hat tiefe Spuren in der Bilanz von Anglo American hinterlassen. Der Konzern musste 2014 allein für ein großes Eisenerzprojekt in Brasilien 3,5 Mrd $ abschreiben. Damit stürzte Anglo 2014 noch tiefer in die roten Zahlen und verbuchte einen Verlust von 2,5 Mrd $.

Nachdem sich die Kosten für die Erschließung der Mine mehr als verdreifacht hatten, versetzte der Einbruch der Erzpreise um rund 50% dem Konzern den nächsten Schlag.

Bereinigt um die Sonderkosten lief es im Kerngeschäft aber ganz ordentlich. Unter den fallenden Rohstoffpreisen leidet die gesamte Branche. Ende Januar lagen die Preise für Mineralien und Metalle auf dem tiefsten Stand seit August 2002.

Anglo ist breiter als viele andere Bergbaukonzerne aufgestellt und konnte dadurch die Effekte etwas abfedern. Insgesamt drückte der Preisverfall das operative Ergebnis um 2,4 Mrd $. Der Umsatz schrumpfte um 8% auf 27 Mrd $. Cutifani baut den Konzern kräftig um, nachdem zuletzt nur rund ein Viertel der 60 Förderprojekte zum Gewinn beigetragen hatten.

Anglo American hat wenig zu bieten

Der Vorstandschef will Anglo auf besonders profitable Teile konzentrieren und die übrigen verkaufen oder einstellen. Auch der Kohlebergbau soll abgestoßen werden. Zuvor hatte der Konzern bereits den Platinabbau in Südafrika und drei Kupferminen in Chile auf die Verkaufsliste gesetzt.

Vom Preisverfall bei Eisenerz will sich der Konzern allerdings nicht bremsen lassen. Von dem für die Stahlerzeugung wichtigen Rohstoff förderte Anglo im 1. Quartal 13,4 Mio Tonnen und damit fast ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor. Trotz einer Dividendenrendite von 5,7% kommt die Aktie einfach nicht in die Gänge.

Inzwischen gibt es auch andere Rohstofftitel, die hohe Dividenden versprechen – 5,7% sind da fast schon nichts Besonderes mehr. Hinzu kommt, dass der Konzernumbau bei Anglo American noch eine Weile dauern wird. Anleger halten sich daher erst einmal zurück. Wir rechnen damit, dass sich die Aktie weit unterdurchschnittlich entwickeln wird.

9. Juli 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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