Trotz Handelsverbot – Schweizer Aktien bleiben aussichtsreich

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Seit gestern gilt innerhalb der EU ein Handelsverbot für Schweizer Aktien. Warum Sie dennoch nicht auf Schweizer Aktien verzichten sollten. (Foto: Alexander Mak / shutterstock.com)

Ich weiß nicht, ob Sie es mitbekommen haben: Seit dem gestrigen Montag werden Schweizer Aktien nicht mehr an deutschen Börsenplätzen gehandelt.

Ich werde Ihnen heute kurz die Hintergründe erläutern. Vor allem aber werden Sie erfahren, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Aktien aus unserem Nachbarland in Ihrem Depot haben, oder wenn Sie beabsichtigen, welche zu kaufen. Denn eines hat sich nicht geändert: Schweizer Aktien bleiben aussichtsreich.

Handelsverbot für Schweizer Aktien in der EU gilt seit gestern

Der Schweizer Bundesrat hat den Handel von Schweizer Aktien an Börsen innerhalb der Europäischen Union untersagt. Dieses Handelsverbot ist am 01. Juli, also am Montag, in Kraft getreten. Eines möchte ich aber gleich vorab klarstellen: Sie können nach wie vor mit Schweizer Aktien handeln.

Der Hintergrund für das Handelsverbot: Die Schweiz und der EU verhandeln seit Längerem über ein Partnerschaftsabkommen. Dabei geht es nicht nur um Börsenthemen, sondern auch um politische Sachverhalte.  Beispielsweise soll eine Regelung aufgeweicht werden, mit der Schweizer Unternehmen ihre hohen Löhne schützen wollen.

Aufgrund starker Vorbehalte in der Bevölkerung weigerte sich die Schweizer Regierung, dem bereits ausgehandelten Vertag zuzustimmen. Eine Fristverlängerung bis zum 30. Juni ist jetzt ausgelaufen. Deshalb hat die EU die Anerkennung der Schweizer Börsenregulierung, die sogenannte Börsen-Äquivalenz, aufgehoben. Als Gegenmaßnahme hat die Schweiz den Handel mit Schweizer Aktien an Börsenplätzen innerhalb der EU verboten.

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Sie können nach wie vor mit Schweizer Aktien handeln

Was bedeutet das für Sie als Anleger? Seit gestern werden Schweizer Aktien nicht mehr am elektronischen Handelsplatz Xetra sowie an den deutschen Parkettbörsen gehandelt. Möglich ist der Handel jedoch nach wie vor über einige außerbörsliche Handelsplätze. Bei Lang & Schwarz zum Beispiel werden Schweizer Aktien weiter gehandelt.

Die Alternative wäre, Aufträge direkt an der Heimatbörse in Zürich zu platzieren. Allerdings können Sie eine Aktie, die Sie in Deutschland gekauft haben, nicht einfach in Zürich verkaufen. Dazu muss Ihr Broker die Lagerstelle ändern. Ist das geschehen, können Sie auch an die Heimatbörse ausweichen. Der Online-Broker Flatex beispielsweise ändert automatisch die Lagerstellen für Schweizer Papiere. Hier müssen Sie also nichts unternehmen, sondern können Verkaufsaufträge für Schweizer Aktien einfach in Zürich platzieren. Am besten, Sie fragen einfach direkt bei Ihrer Depotbank nach, worauf Sie achten müssen.

 

Schweizer Aktien bleiben aussichtsreich

Auch wenn der Handel an deutschen Börsen nicht mehr möglich ist, sollten Sie sich dadurch nicht davon abhalten lassen, in Schweizer Aktien zu investieren. Der Schweizer Leitindex SMI hat seit Januar um rund 19% zugelegt und ist erstmals über die 10.000-Punkte-Marke geklettert. Mit dem Anstieg auf ein neues Allzeithoch hat der SMI ein starkes Trend-Signal geliefert, das weitere mittelfristige Kurssteigerungen erwarten lässt.


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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.