Trotz Trump: die Unternehmens-Insider greifen munter zu

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Während US-Präsident Donald Trump die Märkte zuletzt nach unten drückte, nutzten zahlreiche Manager die günstigen Kurse zum Kauf von Aktien. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Gestern habe ich mich an dieser Stelle ausführlich zu US-Präsident Donald Trump und zu den jüngsten Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und China geäußert. Diese Themen haben die Börsen aktuell (in negativer Art und Weise) komplett im Griff. Die Kurse sind in den vergangenen Tagen unter dem Strich deutlich gepurzelt.

Das wird zahlreiche Anleger verunsichert und zum Verkauf ihrer Aktienbestände (oder zumindest eines Teils davon) gebracht haben. Anders sieht es bei den Unternehmens-Insidern aus. Wie gestern schon angedeutet, haben in den vergangenen Tagen und Wochen zahlreiche Unternehmenslenker und mit ihren eng verbundene Personen bei den Aktien der eigenen Unternehmen beherzt zugegriffen.

Sogenannte Unternehmens-Insider sind Personen, die leitende Aufgaben in den Unternehmen einnehmen (Vorstände, Aufsichtsräte, etc.) oder eng mit ihnen verbundene Personen. Wenn diese Menschen Aktien der eigenen Unternehmen kaufen, spricht man von sogenannten Insiderkäufen, bei Verkäufen entsprechend von Insiderverkäufen.

Warum es oft positiv ist, wenn die Insider zugreifen, erfahren Sie zum Schluss. Zunächst möchte ich Ihnen einen Überblick über die jüngsten Insiderkäufe geben.

Diese Insider haben zuletzt gekauft

Zugegriffen haben die Insider zuletzt beispielsweise bei den DAX-Konzernen BASF, SAP, Siemens, Deutsche Bank und Deutsche Lufthansa.

Darüber hinaus gab es Aktivität auf der Käuferseite bei den bekannteren Nebenwerten Lanxess (Spezialchemie), MTU Aero Engines (Flugzeugturbinen), Kion (Logistik), Fuchs Petrolub (Spezialchemie), Krones (Verpackungs- und Abfüllanlagen für die Getränkeindustrie), Grenke (Leasing), Deutz (Motoren) und RIB Software (Bausoftware).

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Auch bei kleineren Unternehmen wie der Baader Bank, Publity (Immobilien), Eyemaxx (ebenfalls Immobilien), SFC Energy (Energie) und Ringmetall (Verpackungsmittel) haben die Insider zugegriffen. Alle genannten Insiderkäufe (teilweise wurden Aktien für siebenstellige Beträge gekauft) fanden in den vergangenen 7 Tagen statt.

Wie Insider-Transaktionen einzuordnen sind

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass der bereits vorgestellte Personenkreis (Vorstände, Aufsichtsräte und deren Angehörige) deshalb als Insider bezeichnet wird, weil diese Personen das Unternehmen besser kennen als Außenstehende und über Informationen direkt aus dem Konzern verfügen.

Grundsätzlich dürften Sie mir beipflichten, dass es durchaus sinnvoll sein kann sich beim Aktienkauf an Personen zu orientieren, die Informationen aus 1. Hand haben und direkt an der Quelle sitzen. Folglich ist es in vielen Fällen durchaus sinnvoll, den sogenannten Insidern zu folgen, also zu kaufen, wenn die Insider kaufen und zu verkaufen, wenn diese verkaufen.

Allerdings sollten Sie beachten, dass es nicht automatisch ein gutes Zeichen sein muss, wenn ein Insider Aktien des eigenen Konzerns kauft und nicht automatisch ein schlechtes Zeichen, wenn Insider Aktien verkaufen.

Denn nicht immer kaufen Insider Aktien, weil sie diese für unterbewertet halten und nicht immer verkaufen Insider Aktien, weil sie diese für fair oder überbewertet halten. Sie sollten daher niemals nur auf die Insiderkäufe und -Verkäufe achten, sondern stets auch einen Fundamental-Check vornehmen.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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