Trump: Darauf sollten Sie als „Investor“ achten

Wenn politisch weniger engagierte Menschen aus meinem Umfeld plötzlich politische Entwicklungen kommentieren, dann hat das meist 1 von 2 möglichen Ursachen:

Meine Bekannten oder Freunde sind von der Politik direkt oder indirekt betroffen. Oder sie reagieren auf den Riesen-Hype, den die Medien darum oder auch daraus machen.

Derzeit ist es das vom neuen US-Präsidenten verordnete Einwanderungs-Dekret, das die Gemüter erhitzt.

Ich will und werde hier nicht die Diskussion über Trump-Entscheidungen fortführen. Sie können das selbstredend gerne in Ihrem persönlichen Umfeld tun.

Trennen Sie bitte Politik und Börse!

Vielmehr möchte ich heute an Sie als Investor appellieren, Politik und ihre Wirkung auf die Aktienmärkte streng voneinander zu unterscheiden.

Und dabei meine ich ausdrücklich nicht die kurzfristigen / kurzzeitigen, sondern die langfristigen Einflüsse.

Das Jahr 2016 hat Ihnen in dieser Hinsicht gleich 2 bemerkenswerte Vorlagen geliefert:

  • Nach dem BrExit-Votum reagierten die Aktienmärkte 1 oder 2 Tage negativ. Dann folgte eine – für die meisten Anleger völlig überraschende – heftige Aufwärts-Rallye.
  • Für den Fall einer Wahl Trumps zum neuen US-Präsidenten prognostizierten die meisten „Experten“ einen Crash an den Aktienmärkten. Tatsächlich klettern die Indizes an der Wall Street seit dem Wahltag und notieren mittlerweile rund +12% höher.

Auch Ronald Reagans Politik wurde kontrovers aufgenommen

Möglicherweise gehören Sie einer Generation an, die die Regierungs-Ära von Ronald Reagan lediglich aus den Geschichtsbüchern kennt.

Ich selbst hatte bei seinem Amtsantritt im Januar 1981 gerade einmal 22 Lenze auf dem Buckel.

Aber ich erinnere mich noch gut an die kontroverse Politik dieses Mannes mit der Vita einer „Schauspieler-Karriere“:

Sie sorgte auch damals für hitzige Diskussionen in den Medien und dadurch letztlich auch in meinem persönlichen Umfeld.

Außenpolitisch wechselte Ronald Reagan nämlich von der bis dahin praktizierten Strategie der Annäherung an die damalige UDSSR (Entspannungs-Politik) zu der einer Demonstration der amerikanischen Macht (Aufrüstungs-Wettkampf, Stichwort: SDI = Strategische Verteidigungs-Initiative, auch scherzhaft „Star Wars-Programm“ genannt).

1985 und 1986 folgten dann Abrüstungs-Verhandlungen zwischen Reagan und dem sowjetischen Generalsekretär Michail Gorbatschow. Am Ende stand die Öffnung des Ostens und der Fall der Berliner Mauer.

Die Reagonomics lösten einen Aktien-Boom aus

Innenpolitisch wechselte Reagan von einer bis dahin nachfrageorientierten auf eine angebotsorientierte Wirtschafts-Politik.

Diese als „Reagonomics“ bezeichnete Politik basierte auf Steuer-Senkungen. Dahinter steckte folgende Logik:

Wenn die Firmen weniger Steuern zahlen, dann investieren sie mehr, sorgen so für neue Arbeitsplätze, die dann wiederum zu höheren Steuer-Einnahmen führen.

Zur Erinnerung: In den 1970er-Jahren war die Konjunktur, nicht nur in den USA, sondern weltweit unter Druck.

Die Dekade war geprägt von hoher Inflation (zeitweilig 10 – 15%), steigenden Arbeitslosen-Zahlen und wirtschaftlicher Stagnation.

Und nun schauen Sie einmal, wie sich die „Reaganomics“ auf die Aktienmärkte ab 1981 auswirkten; es kam zu einem regelrechten Aktien-Boom:

wall street 1980 bis 2000_30-01-2017

Wall Street 1980 – 2000: Die „Reaganomics“ führten zu einem anhaltenden Aktien-Boom

Lösen die „Trumponomics“ auch einen Aktien-Boom aus?

Der neue US-Präsident Donald Trump strebt eine ähnliche Wirtschafts-Politik an, die ebenfalls auf massiven Steuer-Senkungen basiert.

Dies wird hier und da bereits als „Trumponomics“ bezeichnet. Bislang honoriert die Wall Street seine Pläne.

Und solange in dieser Hinsicht kein Trendwechsel zu erkennen ist, dürfen Sie weiterhin von steigenden Notierungen bei US-Aktien ausgehen.

Und nur darauf sollten Sie als Investor achten.

Als Mensch können Sie die Trump-Politik selbstverständlich gerne ausgiebig und kontrovers diskutieren.

30. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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