Trump im Krieg gegen Yellen! Und der DAX?

FED bremst Dow Jones & Co.: Deutliche Kampfansage an Donald Trump

Gestern am 14. Dezember fand das letzte börsenbeeinflussende Event für das Börsenjahr 2016 statt. Es war die mit Spannung erwartete Sitzung der US-Notenbank FED.

Um 20:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit trat dann FED-Chefin Janet Yellen vor die Kameras und verkündete eine Zins-Erhöhung um 0,25 Basispunkte.

Das war auch so von den meisten Marktbeobachtern erwartet worden. Der Dow Jones begab sich auf den Weg zur magischen 20.000er-Marke.

Dann sprach Janet Yellen aber weiter. Und wie so oft sind es die Aussichten der zukünftigen Politik der US-Notenbank, die die Märkte bewegt.

Sie sagte: „Wir erwarten, dass sich die Wirtschaft weiter gut schlagen wird“.

Und sie ließ weiter durchblicken, dass sie sich nicht scheuen werde, in 2017 gleich 3x die Zinsen anzuheben, wenn die Konjunktur-Programme von Donald Trump die Wirtschaft zu überhitzen drohen.

Daraufhin kehrte sich der Dow-Jones-Index auf dem Absatz um und fiel zwischenzeitlich um über 200 Punkte zurück, von denen er nur noch 38 Punkte bis zum Handelsende gutmachen konnte.

Neue Unsicherheit durch Trump gegen Yellen?

Donald Trump hat während seiner Wahlkampagne keinen Hehl daraus gemacht, dass er kein Fan von FED Chefin Janet Yellen und ihrer Liquiditäts-Politik ist.

Er trommelt für milliardenschwere Konjunktur-Programme.

Und Janet Yellen hat gestern deutliche Duftmarken gesetzt und ließ vermuten, was Sie von den Konjunktur-Plänen des neuen Präsidenten hält, nämlich nichts!

Ihre Worte: „Wir brauchen kein Konjunktur-Programm, um Vollbeschäftigung zu bekommen“.

Es scheint sich ein heißer Prügelkampf zwischen US-Notenbank und dem zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten abzuzeichnen.

Das bedeutet für alle Börsianer neue Unsicherheit, was die künftigen wirtschaftlichen Folgen dieses Scharmützels betrifft.

Demnach sollten Sie Obacht geben, wieviel Donald Trump von seinem Konjunktur-Programm überhaupt umsetzen kann und wie die US-FED darauf reagiert!

Einen ersten Vorgeschmack haben Sie gestern in der Rede Yellens erhalten.

Sie sagte klipp und klar, dass Sie die Zinsen mehr als geplant anheben werde, wenn die Konjunktur-Programme tatsächlich auf den Weg gebracht würden.

Zwischenfazit

Für den Börsenverlauf in 2017 rechne ich mit schwankungsstarken Märkten. Und wieder einmal werden die Augen auf die US-Notenbank gerichtet sein!

Sie ist das entscheidende Zünglein an der Waage, welches nun indirekt auch noch von Donald Trump beeinflusst wird. Es steht uns also ein spannendes Börsenjahr 2017 ins Haus.

Wie sich die charttechnische Situation aktuell darstellt, analysieren wir zunächst in derkurzfristigen Analyse und werfen einen Blick auf den 1-Monats-Chart des DAX-Index:

dax-1512-1m

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Nach Sprung über 10.800 DAX im Rally-Modus

Im kurzfristigen Chartbild des DAX-Index sehen Sie den mit einem GAP (Kurslücke) vollzogenen Sprung über die Triggermarke von 10.800 Punkten (rote Linie).

Die nachfolgende Dynamik der Anschlussrally hatte ich Ihnen hier bereits mehrfach angekündigt. Sie führt aktuell dazu, dass die Märkte ein wenig überkauft sind.

Dem kurzfristigen 1-Monats-Chartbild ist charttechnisch nichts weiter abzugewinnen, denn es fehlen die Anhaltspunkte im freien Raum oberhalb der Triggermarke.

Dazu müssen wir uns den mittelfristigen Chart des DAX-Index anschauen:

dax-1512-1j

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Nach Sprung über die 10.800 jetzt am Widerstand 11.300/400 angelangt

Sie erkennen hier im mittelfristigen Chartbild noch die langandauernde Schiebezone  (schraffierter Bereich) sehr gut.

Die starke Widerstandsmarke 10.800 hatte seit Mitte August den DAX-Index immer wieder im Zaum gehalten (obere rote Linie).

Dass der Sprung darüber eine Art Befreiungsschlag für die DAX-Bullen auslösen würde, war nicht überraschend.

Allerdings befindet sich der DAX-Index nun schon an der oberen Begrenzung des neuen mittelfristigen Aufwärts-Trendkanals (blauer Trendkanal).

Bei etwa 11.300/400 Punkten sollte erst einmal eine Beruhigung eintreten.

Ich erwarte nicht, dass der Index hier weiter durchstarten kann, und die Widerstandsmarke ohne eine vorherige Pause mit Kräftesammeln nach oben durchschlägt – zumal auch bei genauem Betrachten ein innerer Aufwärts-Trendkanal hier seine obere Begrenzung markiert und damit zusätzlichen Widerstand bietet (obere grüne Linie).

Das bedeutet: Der DAX-Index braucht jetzt zunächst einmal eine Pause, in der die überkaufte Situation abkühlen kann.

Als Rückschlags-Potenzial sehe ich zunächst die Marke von 11.100 Punkten, die ein Mittelkanal vorgibt (grüne unterbrochene Linie). Freilich ist die Wirkung nicht besonders stark ausgeprägt und ein Rückfall auf die 10.800 nicht auszuschließen.

Aber angesichts des absolut bullischen Sentiments dürften hier bereits größere Käufe einsetzen und den DAX stabilisieren.

Was ist drin in 2017?

Die eingesetzte Kursrally im Dezember hat gute Chancen, dass der Index das schwierige Börsenjahr 2016 noch versöhnlich beschließen kann.

Denn wenn wir die Jahres-Perfomance betrachten, so sind per saldo aktuell gerade einmal +550 Punkte übriggeblieben.

Wieviel geht also noch? Das wird beim abschließenden Blick auf den langfristigen 10-Jahres-Chart des DAX-Index deutlicher:

dax-1512-10j

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

11.750 Punkte möglich!

Vorweg: Der DAX-Index hält sich ungefähr mittig im ungefährdeten langfristigen blauen Aufwärtstrend auf. Dieser bleibt uns wohl auch in 2017 erhalten.

Wichtiger aber ist der nach der Überwindung des mittelfristigen Abwärtstrends (roter Trend) der neu ausgebildete Aufwärtstrend (grüner Trendkanal).

Er ist ebenfalls von mittelfristiger Natur und in der Steigung gleich dem überwundenen Abwärtstrend. Aktuell ist er noch etwas schmäler angesiedelt.

Das kann sich dann in 2017 im Laufe des Jahres verändern. Je nach Übertreibung erweitert sich die Breite des Kanals.

Aktuell ist als Zielmarke die 11.750 Punkte-Marke im 1. Quartal 2017 ins Visier zu nehmen. Je nach Stärke des Index kann dies auch vorher schon geschehen – und darauf ist besonders zu achten.

Der DAX-Index würde bei Überwindung der 11.750-Punkte-Marke schnurstracks auf sein Allzeithoch bei etwa 12.400 Punkten zulaufen.

Fazit

Aktuell etwas überkauft, Pause nötig. 11.100 ein gutes erstes Kaufniveau. Danach als Ziel 11.750.

Aber: Sie sollten ein Auge auf den Krieg zwischen Donald Trump und Janet Yellen haben.

15. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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