Trump oder nicht Trump – das ist die Frage im US-Wahlkampf

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Dieses Jahr ist alles anders: Das mächtigste Amt der Welt wird in Pandemiezeiten neu besetzt. Es geht nicht um Inhalte, es geht um Trump. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA geht allmählich in die heiße Phase. In der vergangenen Woche benannte der demokratische Kandidat Joe Biden seine Running Mate, also seine designierte Vize-Präsidentin. Seine Wahl fiel auf Kamala Harris, die sich im vorigen Jahr selbst zeitweise um die Präsidentschaftskandidatur beworben hatte.

Sie ist in gleich mehrfacher Hinsicht eine historische Besetzung. Nicht nur zieht sie als erste weibliche Running Mate in den US-Präsidentschaftswahlkampf, darüber hinaus ist sie als Tochter von Einwanderern und Person of Colour bestens vertraut mit den Problemen jener Bevölkerungsgruppen, die seit Wochen unter anderem gegen die Polizeigewalt gegen farbige Amerikaner auf die Straße gehen.

Demokratisches Duo: Kontrastprogramm zu Trump

Doch Harris ist mehr als eine Polit-Aktivistin, sie hat Karriere gemacht als Juristin und kalifornische Senatorin, und sie hat in Befragungen oftmals unter Beweis gestellt, dass sie imstande ist, harte Konfrontationen zu ertragen und auch selbst zu befeuern.

Das Team Biden/Harris ist das stärkste Anti-Trump-Programm, das die Demokraten aufstellen konnten. Sie knüpfen dabei offensichtlich an die Ära Obama an: Biden war dessen Vize-Präsident, und ebenso wie Harris war auch Barack Obama der erste Farbige in diesem Amt.

Dass Donald Trump sich umgehend auf Harris einschoss, ist dementsprechend nur als weiterer Beleg ihrer Eignung zur Herausforderin zu sehen. Tatsächlich könnte Harris, sollte Biden im November ins Weiße Haus gewählt werden, auch die kommende Präsidentschaft vier Jahre später selbst übernehmen, denn Biden ist mit 78 Jahren wahrlich nicht mehr der Jüngste und würde wohl kaum für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stehen. Eine erfolgreiche Vize-Präsidentin wäre dann vermutlich erste Wahl bei der Besetzung der Kandidatur.

Trump weiß nicht weiter

Trump kämpft unterdessen einmal mehr vor allem gegen sich selbst. Sein Krisenmanagement in der Corona-Pandemie entpuppt sich mehr und mehr als desaströs, die Wirtschaft liegt am Boden und einen wirkungsvollen Ausweg weiß der Präsident offenbar nicht. Stattdessen tut er, was er immer tut, wenn er nicht weiterweiß: Er schlägt verbal um sich, bevorzugt auf den politischen Gegner oder auf ausländische Mächte wie China.

Die Zahlen aber sprechen gegen ihn. Trumps Beliebtheitswerte sind im Keller, und ausgerechnet die Wirtschaft, mit der er vor vier Jahren zu punkten versuchte, kann er nun kaum als Trumpf aufspielen.

Beim aktuell laufenden Parteitag der US-Demokraten richten unter anderem die ehemalige First Lady Michelle Obama, aber auch andere namhafte Vertreterinnen und Vertreter, einen flammenden Appell zur Wahl im November. Es geht weniger darum, ein eigenes starkes Programm voranzutreiben – es geht vor allem um Schadensbegrenzung, darum, den Scherbenhaufen aufzukehren, den Trump innen- wie außenpolitisch nach vier Jahren im Amt hinterlässt, sofern er nicht noch für weitere vier Jahre gewähren darf. Spätestens dann dürfte es schwierig werden, die Risse zu kitten und die Gräben zuzuschütten, die Trump in der amerikanischen Gesellschaft wie auch in den außenpolitischen Beziehungen immer tiefer reißen lässt.

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Hörgeräte sind ein lohnendes GeschäftIm Geschäftsjahr 2019/2020 steigerte Sonova den Umsatz um 5,6% auf 2,92 Mrd. SFr. Das bereinigte organische Wachstum betrug 8,1%; auf Akquisitionen und Veräußerungen entfielen 1,0%. Negativ wirkten sich Wechselkursschwankungen aus. › mehr lesen


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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