Trump-Power gegen Europa: Die Zäsur der Globalisierung

Kaum ist der neue und 45. US-Präsident Donald Trump ins Weiße Haus eingezogen, hat er schon mehr Dekrete unterzeichnet als sein Vorgänger Barack Obama während seiner gesamten Dienstzeit.

Sicher sieht manch einer dies mit einem Augenzwinkern.

Dennoch hat Trump bereits gezeigt, dass er nicht nur ein Wahlschwätzer ist, sondern durchaus ein Mann der Tat.

Ganz gleich, wie man seine Entscheidungen finden mag: Zumindest trifft er sie mit der Geschwindigkeit eines Hochleistungs-Zuges.

Protektionismus gegen Globalisierung

Mit Donald Trump hat sich aber nicht nur das Gesicht im Weißen Haus verändert, sondern auch seine politische Ausrichtung.

America first war und ist sein Credo, sein Leitspruch, der ihn erst zum mächtigsten Mann der Welt machte.

Mit seinem Protektionismus, seiner Abschottungs-Politik, stellt er sich gegen die Globalisierung. Und das wird v. a. seine Kritiker freuen.

Kapitalistische Kolonialisierung der Billiglohn-Länder

Geht es nach diesen Kritikern, dann ist die Globalisierung nichts anderes als eine kapitalistische Kolonialisierung mit dem Outsourcing in Billiglohn-Länder.

Also in jene Gegenden, in denen die billigsten Arbeitskräfte zu finden sind. Die Folgen dieser Ausbeutung: Verelendung, Verarmung und Verwüstung.

Tatsächlich ist daran verdammt viel wahr.

Letztlich geht es nur um Profit

Sicher, was sich anhört wie aus dem Manifest der kommunistischen Partei von Karl Marx und Friedrich Engels, spielt sich genauso ab; hat genauso die Welt verändert.

Und zwar durch die sogenannten Global Players, also riesige Konzerne und die Finanz-Elite, die den Takt der globalen Ökonomie und Finanz-Wirtschaft vorgeben.

Monopolisierungen und Preisabsprachen beschleunigen das ganze Dilemma noch.

Diesen geht es nicht um Nachhaltigkeit, um Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit oder Kampf gegen Armut, sondern nur um eines: um Profit.

Und diesen erzielen die Global Player durch Dumping-Arbeitslohn-Kosten in den Billiglohn-Ländern.

Denkt ein guter Vater nicht zuerst an seine eigenen Kinder?

Diesem Globalisierungwahn will US-Präsident Donald Trump nun den Riegel vorschieben, v. a. in den USA.

Er macht nicht nur Politik für sein eigenes Volk, sondern auch Wirtschaft für die Amerikaner – America first eben.

Kritiker reduzieren dieses Vorhaben auf den Begriff Wirtschafts-Nationalismus. Doch: Welcher gute Vater würde nicht zuerst an seine eigenen Kinder denken?

So sollen amerikanische Firmen in Amerika produzieren, dort Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen.

Leitet Donald Trump den Tod der Globalisierung ein?

Wenn die mächtigste Nation der Erde Protektionismus predigt, dann können Sie ahnen, was das letztlich heißt:

Donald Trump, der nicht zur Elite der Berufs-Politiker gehört, stellt die Weichen für eine Anti-Globalisierungs-Bewegung.

Damit sagt er den transnationalen Konzernen und supranationalen Oligarchen den Kampf an.

Wie dieser Kampf ausgeht, kann noch keiner voraussagen; und ob er Nachahmer findet, beispielsweise in Europa, auch nicht.

Allerdings ist jetzt schon eines klar: Das Heer der Globalisierungs-Gegner wird immer größer.

30. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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