Trump schickt den DAX auf ein neues Jahreshoch!

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Das Ultimatum für China ist auf unbekannt verschoben. Das hat Trump bekannt gegeben und die Börsen jubeln. Gibt es jetzt doch kein Handelskrieg mit China? (Foto: Deutsche Börse AG)

So kann es gehen: Die Tendenz war eigentlich negativ, doch Trump löst den Knoten auf. Die Kurse haben kaum eine andere Chance als nach oben zu laufen. Was war passiert? Anfang März sollte die Deadline im Handelskrieg zwischen China und USA auslaufen. Doch ähnlich wie beim Brexit wird auch hier alles wieder aufgeschoben. Ob und wann es eine neue Deadline gibt, ist noch nicht bekannt.

Offenbar soll es in den nächsten ein bis zwei Wochen neue Aussagen geben, was mit der Deadline geschieht. Vielleicht wird sie auch völlig aufgelöst, weil sich die Strippenzieher hinter den Kulissen auf einen Deal einigen. Das unken beim Brexit auch schon einige vermeintliche Insider. Es wäre inzwischen also sogar denkbar, dass der Brexit gar nicht stattfindet. So viel Lärm um Nichts gibt es selten. Zurück zum DAX.

DAX mit sinkender Handelsspanne und neuem Jahreshochs

Sehr vorsichtig tasten sich die Marktteilnehmer an das neue Hoch heran. Wie schon letztens einmal thematisch angeschnitten, der DAX hat eine extrem geringe Schwankungsbreite. Hier bewegt sich sehr wenig in den vergangenen Tagen. Vielleicht fühlt sich deshalb der Anstieg auch noch so wackelig an. Werfen wir einen Blick auf den Chart und die Average True Range – diese zeigt uns die Schwankungsbreite des DAX.

Sie können das in etwa mit dem VIX (Volatilitätsindex) vergleichen. Je höher die Schwankungsbreite und damit je höher der ATR-Indikator, desto eher haben die Kurse einen Tiefpunkt erreicht. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass der DAX mit wenig Bewegung steigt. Verwunderlich ist vielmehr, dass der DAX derart wenig Bewegung zeigt.

Das könnten aber auch nur die vorsichtigen Marktteilnehmer gewesen sein, die das Auslaufen des oben angesprochenen Ultimatums erwartet haben. Das wurde jetzt aber aufgelöst und trotzdem zeigt der DAX sich verhalten und voller Frühjahrsmüdigkeit.

DAX mit ATR im Wochenchart

Weil wir gerade so schön dabei sind: Der ATR im Wochenchart ist ebenfalls einen Blick wert. Hier sehen Sie den Wochenchart des DAX seit 2008 und darunter den ATR-Indikator. Was auch hier auffällt: Die Hochs im ATR sind immer in der Nähe der Tiefs im Chart.

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Vielmehr noch: Verläuft der ATR unter 400 auf Wochenbasis, steigt der DAX langfristig. Wenn die Marke von 400 Punkten überschritten wird, kann es holpriger werden. Es muss dann noch keine langfristig fallenden Kurse geben. Das sehen Sie beispielsweise Anfang 2015. Dort überschreitet der ATR die 400 um den Jahreswechsel. Die Kurse schießen danach aber noch einmal 2.000 Punkte in die Höhe.

Das Tief im DAX wird letztlich Anfang 2016 ausgebildet, beim „Doppeltop“ im ATR. Im Herbst 2016 fällt der ATR unter 400 und der DAX beruhigt sich und steigt wieder. Im Frühjahr 2018 knackt der ATR wieder die 400er-Marke und der DAX gibt nach.

Fazit

Die Bullen wünschen sich, dass der ATR weiter fällt und konstant unter 400 bleibt. Sollte das passieren, sehen wir sicherlich auch bald die wichtigen 11.700 und 11.850 Punkte im DAX. Doch bis dahin ist es noch ein weiter weg. Wobei, es ist eher ein zeitraubender Weg. Denn wenn wir weiterhin wenig Bewegung im DAX haben, wird es noch einige Zeit dauern, bis der DAX weitere 200 bis 300 Punkte zulegen kann. So viel kann er auch schon einmal an einem Tag steigen – nur aktuell offensichtlich nicht.

Nach unten geht es dagegen wie immer schneller. Die Bereiche um 11.460 und 11.410 wirken jetzt als Unterstützungen. Sollten diese nach unten durchbrochen werden, kann es auch flink bergab gehen. Bis dahin müssen wir eher mit einem nach oben kriechenden DAX rechnen. Ein mögliches nächstes Ziel ist der Bereich um 11.590 Punkte.

Dienstag ist meist mehr Action im DAX. Vielleicht sehen wir morgen ja endlich wieder mehr Bewegung.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.