Trump setzt mit seinen Tweets Gold unter Druck

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Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, nutzt Donald Trump einmal mehr Twitter für seine politische Agenda aus. So wird es wohl kein weiteres Corona-Hilfspaket vor der Wahl geben. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Wie stark die Edelmetalle aktuell an den Ereignissen rund um den US-Wahlkampf hängen, konnten wir alle jetzt sehen. So haben wieder einmal einige Tweets von US-Präsident Trump ausgereicht, um den Goldpreis massiv nach unten zu ziehen.

Trump twitterte, er habe sein Team angewiesen, die Verhandlungen mit den Demokraten im Kongress über ein Konjunkturpaket bis nach der Wahl einzustellen. Viele stellten die Frage: “Präsident Trump, haben Sie das wirklich gesagt?”

In dem Tweet von gestern schrieb Trump, dass die Sprecherin der Demokarten im Kongress, Nancy Pelosi 2,4 Billionen Dollar fordert, um schlecht geführte, unter hoher Kriminalität leidende und von demokratischen Gouverneuren geführte Bundesstaaten mit Geld zu retten, das in keiner Weise mit Covid- 19 zu tun hat. In seinem Tweet hieß es weiter: “Wir haben ein sehr großzügiges Angebot von 1,6 Billionen Dollar gemacht, und wie üblich verhandelt Pelosi nicht in gutem Glauben. Ich lehne ihren Antrag ab und blicke auf die Zukunft des Landes.”

In einem folgenden Tweet bat er Mitch McConnell, den Chef der Republikaner im Kongress den Vorgang nicht zu verzögern, sondern sich stattdessen auf die Genehmigung seines herausragenden Kandidaten für den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten zu konzentrieren.

In Trumps Tweet hieß es weiter, er plane, ein “großes Konjunkturpaket” zu verabschieden, sollte er im November gegen Joe Biden gewinnen. Glauben Sie, dass es im besten Interesse der Bürger der Vereinigten Staaten ist, den Senat zu bitten, sich auf einen Kandidaten des Obersten Gerichtshofs zu konzentrieren, anstatt ein dringend benötigtes Konjunkturpaket auszuhandeln? Die Auswirkungen auf die Finanzmärkte nach seinen Aussagen waren dramatisch.

Kritische Antworten auf Trumps Tweets

Der Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, kommentierte sofort eine Reaktion auf diese Nachricht, als er in einer Rede vor der National Association of Business Economics sagte: “Die US-Wirtschaft braucht mehr fiskalische Unterstützung, obwohl die Erholung von der “natürlichen Katastrophe” der Coronavirus-Pandemie bisher stark war.”

Neben allen wichtigen Indizes, die tiefer gehandelt wurden, wurden alle Edelmetalle von den Nachrichten extrem hart getroffen. Edelmetallhändler waren optimistisch, dass bereits Ende dieser Woche ein Konjunkturpaket verabschiedet werden könnte – doch das wird jetzt nicht kommen.

Die Frage wird nun sein, ob die Äußerungen Trumps weitere Folgen haben werden oder ob es doch noch weitere Verhandlungen für ein parteiübergreifendes Konjunkturpaket geben werden, auf das sich beide Seiten vor der Wahl einigen. Nötig wäre es, denn die Arbeitslosenquote in den USA ist die höchste vor US-Präsidentschaftswahlen seit 1948. Wenn man bedenkt, dass während des Lockdowns im Frühjahr mehr als 22 Millionen Arbeitsplätze verloren gingen, ist die Wiedereinstellung bestenfalls langsam.

Gutes Zeichen: Die Edelmetalle haben sich schnell erholt

Als Reaktion auf die Ereignisse sackten die Edelmetallpreise ab – doch es kam dann heute direkt die Gegenbewegung. Das zeigt uns doch eins auch ganz deutlich: Wir sollten nicht auf jeden Tweet von Donald Trump so massiv reagieren – denn oft ist doch die Tragweite auch begrenzt. Dennoch ist auch klar, dass wir uns bis zur Wahl auf eine hektische Zeit an den Finanzmärkten einstellen können, denn der Kampf ums Weiße Haus wird sicherlich noch einige (böse) Überraschungen bringen.

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Heiko Böhmer
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