Trump und die Kohle: Neue Mine in den USA eröffnet

Kohle verliert in den USA an Bedeutung – doch jetzt ist erst einmal eine neue Mine gestartet. Lesen Sie hier, was das zu bedeuten hat: (Foto: Gitanna)

US-Präsident Donald Trump will an vielen Stellen das Rad der Geschichte zurückdrehen, dazu gehört ohne Frage auch der Energie-Sektor.

Er wird nicht müde zu erklären, dass Kohle weiterhin eine Zukunft in den USA hat.

Neue Kohlemine in den USA eröffnet

Da passte es doch sehr gut, als kürzlich in der kleinen Stadt Friedens im US-Bundesstaat Pennsylvania eine neue Kohlemine eröffnet wurde…

Ja, Sie lesen richtig: In den USA verliert die Kohle immer mehr an Bedeutung – aber dennoch wird eine neue Kohlemine eröffnet.

Nach offiziellen Angaben ist das Vorkommen der Acosta Mine so groß, dass dort über einen Zeitraum von 15 Jahren immerhin 70 – 100 Menschen beschäftigt werden können.

Das ist der positive Aspekt dieser Minen-Eröffnung.

Donald Trump äußerte sich per Video-Schaltung während der Eröffnung der Mine und bezeichnete dieses Ereignis als neue Kapitel in der langen und stolzen amerikanischen Kohleproduktion.

Erdgas schon heute wichtiger als Kohle in den USA – und das wird so bleiben

Allerdings muss auch Donald Trump anerkennen, dass Kohle immer mehr ans Bedeutung verliert, v. a. bei der Energie-Erzeugung. Das gilt eben auch für die USA.

2016 z. B. hat Erdgas der Kohle in den USA den Rang als wichtigste Energiequelle angelaufen: Erdgas sorgt jetzt für 34% und Kohle bringt es nur noch auf einen Anteil von 30%.

Experten sind sich sicher: Diese Lücke wird immer größer werden – allein schon, weil etliche Kohlekraftwerke auf Erdgas umgestellt werden.

Das ist billiger in der Stromerzeugung und zudem noch umweltfreundlicher.

Gleichzeitig steht die Kohle auch in den USA unter starkem Druck von Seiten der erneuerbaren Energieträger.

Im März 2017 erreichten die Windkraft und die Sonnen-Energie so zusammengerechnet 10% der gesamten Energie-Erzeugung in den USA.

Das gab die US-Energiebehörde EIA erst kürzlich bekannt.

Die neue Kohlemine: Ein Politikum!?

Da kommt es doch eher einem symbolischen Akt gleich, wenn jetzt die Eröffnung einer Kohlemine in den USA viel öffentliche Aufmerksamkeit bekommt.

Neben der schrumpfenden Bedeutung bleibt das 2. große Problem zudem weiter bestehen:

Es ist in den allermeisten Fällen eben doch deutlich günstiger, die Kohle zu importieren – außer neu aufgebaute Handelsschranken schränken den grenzenlosen Kohle-Import ein.

Das könnte in den USA tatsächlich passieren, wenn Donald Trump einige Vorstöße beim Protektionismus vorantreibt.

Insofern ist die neue Kohlemine vielleicht auch so etwas wie eine strategische Entscheidung für den Wirtschafts-Standort USA.

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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