Trumps Wirtschafts-Politik könnte Übernahme-Boom auslösen

Jeden Monat informiere ich Sie über die Entwicklung des Übernahme-Markts in verschiedenen Marktregionen.

Um die Verfassung des globalen Übernahme-Geschäfts bewerten zu können, sollten Sie besonders auf die Nordamerika-Daten schauen – dem Mutterland des M&A-Geschäfts.

Im Februar 2017 ist dort das Übernahme-Volumen gemäß dem aktuellen M&A-Report des Bureau van Dijk gegenüber dem Vormonat jedoch um 50% zurückgegangen.

Dies ist zweifelsfrei ein herber Einbruch am US-Übernahme-Markt, jedoch auch kein Indiz für eine nachhaltige Trendwende.

Schwacher Februar kein Indiz für schwaches Gesamtjahr

Denn kurzfristige Einbrüche auf Monats-Basis haben keinen Seltenheitswert. Erst wenn über 3 Monate hinweg das Volumen geringer ist, lässt sich eine Aussage treffen.

So ist es sehr gut möglich, dass der Rückgang schon in diesem Monat wieder ausgebügelt wird.

Bei den zuletzt angekündigten Mega-Deals reichen 2 oder 3 Transaktionen aus, um das Übernahme-Volumen wieder auf das durchschnittliche Niveau der Vormonate zu bugsieren.

Im Februar lag das US-Übernahme-Volumen vorläufigen Zahlen zufolge erstmals seit über einem Jahr unter der 100 Mrd. Dollar-Marke. Es ist zudem der tiefste Stand seit April 2013.

Auch die Anzahl der Deals sackte stark ab: 29% weniger Transaktionen als im Januar zeigen, dass im Februar die Übernahme-Lust nachließ.

Es ist trotz der schwachen Daten davon auszugehen, dass die starke Verfassung des nordamerikanischen Übernahme-Markts auf Jahressicht anhalten wird – auch wenn die Messlatte nach dem Rekordjahr 2015 und dem sehr starken Jahr 2016 hoch liegt.

Trotz höherer Zinsen: Übernahme-Volumen in Nordamerika wird 2017 hoch bleiben

Für ein weiterhin hohes Deal-Volumen  spricht die robuste Verfassung der US-Wirtschaft. Verschiedene Wirtschafts-Indikatoren deuten auf eine Wachstums-Beschleunigung hin.

Historisch betrachtet ist das Übernahme-Volumen in guten Konjunktur-Phasen immer besonders hoch.

Die Konjunktur läuft so gut, dass die Notenbank wahrscheinlich bereits im März an der Zinsschraube drehen wird.

Ein höherer Zins ist zwar tendenziell schlechter für Übernahme-Transaktionen, da dann die Deal-Finanzierung teurer wird, doch ausgehend vom historisch niedrigen Niveau dürfte das die Deal-Lust kaum bremsen.

Als im Jahr 2006 auf viel höherem Niveau die Zinswende eingeleitet wurde, explodierte das Übernahme-Volumen sogar.

Repatriierung verschafft US-Konzerne Milliarden

Ein weiterer Grund für gute Perspektiven am US-Übernahme-Markt ist die Ernennung des republikanischen Kandidaten Donald Trump zum neuen US-Präsidenten.

Die Republikaner gelten als Unternehmens-freundlich und könnten mit 2 Maßnahmen das Deal-Karussell sogar auf Rekord-Geschwindigkeit bringen.

Zum einen arbeiten die Republikaner gerade an einem Plan, Auslands-Vermögen der US-Firmen zurück in die USA zu holen. Statt der 35%-Besteuerung soll der Fiskus nur 10% bekommen.

Kommt es zu der Repatriierung, sitzen die Konzerne auf Milliarden-Beträgen, die das Übernahme-Geschäft anfachen werden.

Schätzungsweise 2.500 Mrd. (= 2,5 Bio.!!!) Dollar schwer ist das Auslands-Vermögen der US-Firmen.

Trump setzt auf De-Regulierung

Noch ein Grund für die exzellenten Perspektiven ist die Übernahme-freundliche Wirtschafts-Politik.

In verschiedenen Schlüssel-Positionen sitzen jetzt Republikaner, die vorher eine zu große Regulierung angeprangert haben.

Deals, die unter einer Clinton-Präsidentschaft undenkbar gewesen wären, scheinen jetzt machbar. Das sind dann Mega-Transaktionen, die über 50 oder 100 Mrd. Dollar liegen.

3. März 2017

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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