Türkei: Diese Währungskrise hat bedrohliche Ausmaße angenommen

Immer wieder haben Währungskrisen zu massiven Verwerfungen an den Finanzmärkten geführt. Jetzt verschärft sich die Lage in der Türkei. (Foto: dnd_project / Shutterstock.com)

Währungskrisen haben eine besonders große Sprengkraft an den Finanzmärkten. Das liegt schlicht und einfach daran, dass die Bürger des jeweiligen Landes direkt davon betroffen sind. Und schon häufiger in der Vergangenheit haben Währungskrisen auch massive Folgen für die weltweiten Finanzmärkte gehabt und haben zu großen Turbulenzen bis hin zu geführt.

Jetzt steht die Türkei in einer massiven Währungskrise. Anders ist es nicht mehr zu bezeichnen. Allein am vergangenen Freitag rutschte die türkische Währung Lira an einem Tag um 18 % gegenüber dem US-Dollar ab. Auch gegenüber dem Euro gab es massive Verluste und im frühen Handel am Montagmorgen erreichte die türkische Währung ein neues Rekordtief.

Stellen Sie sich vor: Allein seit Jahresanfang hat die türkische Währung gegenüber dem Euro rund 40 % an Wert verloren. Dabei ist keine Besserung in Sicht. Das liegt insbesondere auch an der Rolle des türkischen Präsidenten Erdogan. Mit seiner neuen Machtfülle möchte er nun auch aktiv Einfluss nehmen auf die Geldpolitik des Landes. Dazu hat er nicht nur seinen Schwiegersohn Berat Albayrak als Finanzminister eingesetzt. Dazu möchte er jetzt auch direkten Einfluss auf die Geldpolitik des Landes nehmen.

Die Türkei-Krise kann weite Kreise ziehen

Und hier liegt eine sehr große Gefahr für das Land – und für die Stabilität des weltweiten Finanzsystems. Unter Experten ist es nahezu unstrittig, dass weiter steigende Zinsen in der Türkei den Verfall der eigenen Währung stoppen könnten.

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Doch Erdogan möchte genau den entgegengesetzten Weg gehen und die Zinsen deutlich senken, umso die Wirtschaft anzukurbeln. Genau das könnte dann aber zu einer Überhitzung der Wirtschaft führen. Stellen Sie sich vor: Schon jetzt die Inflationsrate in der Türkei bei rund 16 %.

Die Probleme der Türkei haben jetzt schon massive Auswirkungen auf die internationalen Finanzmärkte. Am vergangenen Freitag rauschten die Aktienkurse nahezu weltweit in den Keller. Hier zeigt sich einmal mehr, dass bei Währungsturbulenzen in einem wichtigen Schwellenland viele Investoren ganz genau hinschauen.

Meiner Einschätzung nach hat die Krise der Türkei auf jeden Fall genug Sprengkraft auch die internationalen Finanzmärkte nachhaltig unter Druck zu setzen. Wie Sie wissen, erwarte ich schon seit längerer Zeit einen massiven Zusammenbruch an den internationalen Finanzmärkten. Bislang fehlte nur der klare Auslöser dafür. Es ist gut möglich, dass die aktuellen Währungsturbulenzen in der Türkei genau diese Auslöser sind, der jetzt den massiven Abwärtstrend an den internationalen Finanzmärkten auslöst. Daher gilt gerade jetzt: Sichern Sie sich aktiv ab. Wie das konkret geht, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.