Türkei und Argentinien: Was Sie über diese Währungskrisen wissen müssen

Erst war es nur die Türkei. Jetzt gibt es immer größere Probleme in Argentinien. Erfahren Sie hier die Hintergründe der aktuellen Währungskrisen. (Foto: dnd_project / Shutterstock.com)

Erst vor wenigen Wochen eskalierte die Lage in der Türkei: Über Nacht verlor die türkische Lira rund 20% an Wert. Viele Experten sahen schon eine massive Krise auf das Land zukommen. Doch dann beruhigte sich die Lage in der Türkei etwas.

In wenigen Tagen legte der Lira-Kurs im Verhältnis zum Euro wieder um fast 20% zu. Aber auch diese Phase der Beruhigung ist jetzt wieder vorbei. In den vergangenen Tagen setze die türkische Währung den massiven Abwärtstrend wieder fort. In einer Woche ging es so um gut 9% nach unten im Verhältnis zum Euro.

Damit ist das Land jetzt wieder im Krisenmodus. Und die aktuelle Krise in der Türkei ist nur ein Krisenherd im globalen Geflecht der Finanzmärkte. Gleichzeitig verschärft sich derzeit auch die Lage in Argentinien. Sie erinnern sich bestimmt noch an die Argentinien-Krise 2002? Damals sorgten die massiven Zahlungsschwierigkeiten dort für deutliche Kursrückgänge auch in vielen etablierten Ländern.

Aber jetzt sind es genau wieder die Schwellenländer, die verstärkt im Fokus stehen und mit deutlichen Abwertungen der Währungen klarkommen müssen. Es ist eben so wie schon so oft in der Vergangenheit: Viele Kredite in der Türkei oder auch in Argentinien sind aus dem Ausland und laufen in US-Dollar. Wenn nun ausgelöst durch wirtschaftliche Probleme im Land selbst der Außenwert der Währung einknickt, werden die Kredite schlagartig teurer und belasten auf einmal weite Kreise der Wirtschaft.

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Jetzt gilt es für diese Länder wie eben die Türkei oder Argentinien aktiv zu werden. Die Situation ist alles andere als einfach. Ein wichtiger Faktor ist hierbei immer die Inflation. Die galoppiert mittlerweile in der Türkei und auch in Argentinien. Und somit nehmen die wirtschaftlichen Probleme immer weiter zu.

Jetzt legt auch noch die Inflation in der Türkei massiv zu

Die Inflation trifft hierbei alle Bevölkerungsgruppen. Die Bürger leiden hier jeden Tag beim Einkauf. Die Unternehmen leiden wiederum beim Verkauf ihrer Güter. Durch die fortschreitende Geldentwertung müssten die Preise eigentlich immer weiter angehoben werden. Doch dann fehlen irgendwann die Kunden für die eigenen Produkte.

Hier sehen Sie ganz deutlich, vor welch großen Problemen die aktuell angeschlagenen Schwellenländer stehen. Durch das wirtschaftliche Gewicht einer in den vergangenen Jahren immer stärker aufgekommenen Türkei, kann dieses Land durchaus massive Verwerfungen an den Finanzmärkten hervorrufen.

So sollten Sie eine Sache auf jeden Fall beherzigen: Selbst, wenn es bei Anleihen aus Schwellenländern derzeit hohe Renditen gibt, sollten Sie diese Anlageklasse meiden. Das Risiko von Ausfällen ist schlicht und einfach zu groß. Viel passender ist es hierbei, auf Fremdwährungen oder Edelmetalle zu setzen, um das eigene Vermögen abzusichern. Wie Sie das konkret umsetzen können, erfahren Sie regelmäßig an dieser Stelle.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.