Türkische Lira verliert – wie von Banken bestellt

Wir warnten an dieser Stelle gleich mehrfach: wer Währungskonten bei Banken anlegt, wird damit Geld verlieren. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Währungskonten versprechen einen höheren Zins als viele Euro-Konten.

Damit haben Banken jüngst Zinsinvestoren geködert. Wir warnten nicht nur, wir warnen Sie weiter.

Denn: Dies ist ein weiterer Doppelhebel in der Geldanlage mit geringsten Chancen. Die hohen Zinsen sind Blendwerk.

Türkische Lira „brachte“ angeblich zweistellige Zinsen

So haben besonders die Konten auf die türkische Lira gelockt. Teils haben Banken zweistellige Renditen in Aussicht gestellt.

Wer darauf einstieg, muss jetzt Verluste in Kauf nehmen. Der Euro steigt wieder, weil die Eurozone durch die Anleihenkäufe derzeit die die Märkte deutlich stabilisiert. Umgerechnet in Fremdwährungen heißt dies: die Zinsen selbst sind Makulatur.

Diese Zinsspekulation ist unnötig. Sie hilft sogar nur den Banken, die damit ohne Risiken weiteres Geld verdienen. Wer hohe Zinsen verdienen möchte, fährt am besten mit Zinsinvestitionen wie auf geprüfte Anleihen unserer Empfehlungslisten: so etwa eine Hornbach-Anleihe mit fast 5% Zinsen.

Vorsicht bei diesen Börsen 2011: Turn-Around Spekulationen für Russland, Italien, Türkei riskant

Die neue BRIC-Welle (Brasilien, Russland, Indien und China in einem Paket) scheint 2011 losgetreten. Zum einen können Sie neue Produkte wie Fonds und Zertifikate auf diese Gesamtregion und deren Indizes kaufen, zum anderen gibt es schon Nachfolge-Konzepte.

Weil Bric sich so gut vermarkten ließ, sollen Sie jetzt in Russland, Italien und der Türkei einsteigen können. Nicht lange, und die ersten „RIT“-Produkte sind da, erwarten wir – und warnen Sie.

„RIT“ – unser eigenes Kürzel

Achtung. „RIT“ existiert noch nicht. Die Werbung, redaktionell und mit verschiedenen Einzelprodukten wie Indexzertifikaten, Optionsscheinen oder börsengehandelten Fonds (ETF) hingegen ist schon da.

Russland, Italien und die Türkei sind angeblich unterbewertet. Dort können Sie angeblich sicher investieren. Wir meinen: investieren Sie 2011 und 2012 in andere Schwellenländer.

China beispielsweise ist besser zu kalkulieren. Zwar sind die einzelnen Unternehmen bilanziell schwierig zu „greifen“, auf der anderen Seite jedoch ist die Volkswirtschaft recht gut zu kalkulieren.

Das Wirtschaftswachstum sowie der Hongkong-Index können Sie mit Kennzahlen für 2011 und 2012 gut bewerten.

September 2017: Auf diese Aktien setzt Top-Investor David Abrams derzeitSeptember 2017: Auf diese Aktien setzt Top-Investor David Abrams derzeit, wie unser Börsen-Experte Richard Mühlhoff hier zu berichten weiß: › mehr lesen

Russland mit niedrigem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)

Ein Argument für Russland ist das niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis 2011. Dieses liegt bei weniger als 9, je nachdem, welche Schätzungen Sie heranziehen. Als Einzelinvestment ist der Index von Russland sicher überlegenswert, weil Sie hier den Energievorteil Russlands in den kommenden Jahren ausspielen können.

Eingebunden in Konstrukte wie „BRIC“ jedoch oder in die von uns erfundene Kategorie „RIT“ kann es riskant werden. Denn: die Käufer der russischen Energie, mit denen das niedrige KGV sich begründet, zahlen teuer und verschlechtern gleichzeitig ihre Performance.

Türkei: Angeblich solider geworden

Auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Türkei ist mit einem Wert von 10 relativ günstig. Auch dort gilt jedoch das Bedenken: Sie wissen nicht, wie sich das KGV ändern wird, wenn die Energiepreise weiter steigen werden. Daher bleiben wir für 2011 und 2012 dort besonders vorsichtig.

Zudem gelten dort wie in Russland politische Bedenken, die Stabilität betroffen. Immerhin ist die Finanzkrise aus dem Jahr 2008 für einzelne Unternehmen nach Meinung von Fondsanalysten „abgehakt“.

Allerdings: Diese Fondsmanager sind gleichzeitig „Verkäufer“ in eigener Sache. Daher bleiben Sie vorsichtig.

Erste warnende Stimmen meinen zur Türkei: die Bankgewinne können um bis zu 10% gegenüber dem Vorjahr sacken.

Ähnliche Bedenken für Italien wie für Spanien und Griechenland

Anders die Situation in Italien. Hier fällt die Zugehörigkeit zur Eurozone ins Gewicht. Das Risiko ist vergleichsweise hoch, weil Italien entweder zu den Zahlmeistern zählen wird oder weil Italien seine Schulden offenbaren muss.

Rechnen Sie in Italien mit einer ebenso hohen Schuldenquote wie in anderen südeuropäischen Volkswirtschaften, liegen Sie auf der richtigen Seite. 2011 oder 2012 sind die Jahre der Wahrheit.

„RIT“ kann 2011 zur Falle werden. Daher investieren Sie wenn überhaupt in einzelne Schwellenländer. Eine Empfehlung bezieht sich auf China, für das Sie einen börsengehandelten Fonds kaufen können.

Eine andere Empfehlung bezieht sich auf Russland. Auch dort können Sie 2011 einen börsengehandelten Fonds kaufen.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt