Türkische Lira vor dem Crash? – Daimler gibt Vollgas

Der DAX ist heute auf dem Rückzug; knapp 1/2 Prozentpunkt ging verloren.

Die internationalen Märkte bewegten sich ähnlich. Dafür hat auch Rohöl wieder den Rückzug eingelenkt; unter 57 US-$ ist aktuell wohl der Deckel drauf. Heute ging es 2% nach unten.

Türkei mit schwachen Wirtschaftsdaten

Viel deutlicher hat es die Türkische Lira getroffen: Über 2,5% Verlust machte die Währung im Vergleich zum Euro.

Zum Vergleich: Anfang 2012, also vor 5 Jahren, lag das Währungs-Paar EUR/TRY bei rund 2,30; 1 € war damals 2,30 Lira wert. Im Januar 2014 zählte 1 € umgerechnet bereits 3 Lira.

Nach dem starken Verlust heute, der im Chart eine Beschleunigung darstellt, sind wir fast bei 4 Lira. Sobald morgen keine Gegenbewegung einsetzt, ist dieser Wert durchaus möglich.

Die Erdogan-Politik ist sicher mitverantwortlich an dieser Misere. Immer schwächere Urlauber-Zahlen in den vergangenen Jahren sorgen für massive Einbrüche.

Selbst die günstige Währung – und damit sehr bezahlbare Urlaubs-Möglichkeiten – scheinen nicht mehr viele Touristen in die Türkei zu locken.

Für die Einheimischen werden dadurch Importe noch teurer. Besonders Technik und Drogeriewaren gelten bisher schon als Luxusgüter.

Diese werden bei fallender Lira noch exklusiver – und das zu einem Zeitpunkt, an dem insbesondere Istanbul mit überraschend starkem Schneefall zu kämpfen hat:

So wurde der Flughafen teilweise komplett lahmgelegt.

Aber auch die Menschen, die zu Hausen bleiben, werden eingeschränkt: Beispielsweise war in einigen Gebieten nur noch ein TV-Sendern zu empfangen.

Daimler macht das Rennen

Während inzwischen hoffentlich die meisten großen Straßen in Deutschland frei von Schnee sind, müssen einige Autofahrer ihr Auto erst einmal von den Schneemassen befreien.

Räumdienste können einem durchaus anstrengende Herausforderungen bieten. Nichtsdestotrotz funktioniert der Auto-Absatz wieder:

Nach Angaben des Autoverbands VDA soll der Weltmarkt für PKW in diesem Jahr um 2% wachsen – auf 84 Mio. verkaufte Fahrzeuge.

Hierzulande hat unterdessen Daimler das Premium-Segment für sich entscheiden können; das gab Konzern-Chef Dieter Zetsche in Detroit auf der Automesse bekannt.

Dies war zwar erst als Ziel für das Jahr 2020 vorgesehen, aber die über 2 Mio. verkauften Modelle 2016 ließen Daimler auf Platz 1 schnellen.

Der bisherige Spitzenreiter BMW wurde damit seit Langem einmal wieder geschlagen.

Von den Münchner Autobauern gibt es wiederum bislang noch keine Jahreszahlen, allerdings lagen diese im November bereits hinter Daimler.

Audi hat im vergangenen Jahr 1,87 Mio. Verkäufe vorzuweisen.

À propos Daimler: Im 5-Minuten-Trader haben wir aktuell einen diagonalen Spread laufen mit unterschiedlichen Ablauf-Terminen. Der anvisierte Gewinn liegt bei rund 30%.

9. Januar 2017

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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