Tupperware-Aktie: Insider zeigen sich nach Kurssturz zuversichtlich

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Firmeninsider nutzen die Kursschwäche von Tupperware und decken sich mit Aktien ein. Der Spezialist für Haushaltsartikel setzt zukünftig auf Online-Shops. (Foto: solarseven / Shutterstock.com)

Wer von Ihnen kennt sie nicht – die praktischen mehrheitlich aus Kunststoff bestehenden Küchen- und Haushaltsartikel, mit denen der US-Konzern Tupperware groß geworden ist. Neben der peppigen Optik schwören viele Nutzer auf die Qualität und Langlebigkeit der Produkte.

Entsprechend positiv entwickelten sich über lange Jahre die Geschäfte des US-Konzerns. Doch seit einigen Jahren knirscht es im Getriebe. Das bestätigt auch ein Blick auf den Aktienkurs. Die Zeiten der hohen Gewinne für die Aktionäre sind längst passe. Auf Sicht von 12 Monaten liegen die Papiere 40% im Minus, im zurückliegenden Fünfjahreszeitraum sind es sogar fast 50%. Doch seit April scheint sich der Kurs zu stabilisieren. Auch das Verhalten der Firmeninsider sendet positive Signale.

Tupperware im Portrait

Auch wenn Sie den Konzern vielleicht nicht im Detail kennen, die Produkte des US-Unternehmens haben Sie bestimmt in Ihrem Haushalt. Aber wussten Sie eigentlich, dass es sich bei Tupperware um ein richtiges Traditionsunternehmen handelt?

Die Gesellschaft wurde 1938 von Earl Silas Tupper, dem Sohn eines Farmers und einer Wäscherin, gegründet. Beim Chemiekonzern DuPont lernte Tupper den Kunststoff Polyethylen kennen und die zukunftsträchtigen Eigenschaften dieses Materials schätzen. Im Gegensatz zu den in den damaligen Haushalten noch üblichen Werkstoffen Metall, Glas und Porzellan waren Gegenstände aus Kunststoff unzerbrechlich, flexibel, leichtgewichtig und einfacher herzustellen. Das Material ließ sich beliebig einfärben und war weitgehend geschmacks- und geruchsneutral.

Mit Tupperpartys zum Erfolg

Der Durchbruch ließ allerdings noch auf sich warten. Vor 1951 waren die Plastikschüsseln des Konzerns richtige Ladenhüter. Das änderte sich schlagartig mit der Umstellung des Vertriebsmodells. Denn Tupperware gilt als der Erfinder von Verkaufspartys im Wohnzimmer. Der Erfolge war durchaus beeindruckend. Zu seinen Hochzeiten (2013) liefen bei Tupperware 2,67 Milliarden Dollar an Umsatz durch die Bücher.

Unterm Strich blieben dabei 274 Millionen Dollar an Gewinn hängen. Damit erreichte der US-Konzern damals eine Gewinnmarge von 10,26%. Doch seit einigen Jahren spürt Tupperware starken Gegenwind. Bei einem Jahresumsatz von 2,25 Milliarden Dollar in 2017 fiel sogar ein Verlust in Höhe von 265 Millionen Dollar an.

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Online-Shops soll den Direktvertrieb ergänzen

Zukünftig ergänzt der Konzern sein ehemals erfolgreiches Geschäftsmodell mit dem Direktvertrieb und setzt verstärkt auf neue Onlineshops. Auch in Deutschland hat der Kunststoffdosen-Riese unter Tupperware.de einen neuen Webshop für den deutschen Markt eröffnet. Das Angebot ist vielfältig. Von klassischen Behältern in Kastenform über Tortentwists bis hin zu Pürier-Meistern ist alles mit dabei. Damit soll vor allem jungen Leuten der Zugang zu den Produkten erleichtert werden.

Die bekannten Tupperpartys dürften so schnell aber nicht aussterben. Sie müssen wissen: In mehr als 90 Prozent der deutschen Haushalte ist mindestens ein Tupperware-Produkt zu finden. Etwa alle 1,2 Sekunden findet laut Tupperware irgendwo auf der Welt eine Tupperparty statt.

Insider greifen zu

Nach den massiven Kursverlusten in den vergangenen Monaten zeigen sich erstmals mehrere Firmeninsider zuversichtlich und decken sich mit Aktien ein. Seit April haben gleich vier verschiedene Directors Aktien gekauft, während nur ein Vice Chairman ein Aktienpaket veräußert hat. Insgesamt kauften die Insider 17.320 Aktien bei Kursen zwischen 41,70 und 43,45 Dollar. Unter dem Strich investierten die Mitarbeiter damit 737.752 Dollar in den US-Konzern.

Auch wenn eine Trendwende noch auf sich warten lässt, dürften sich die Insider zumindest über die hohen Dividendenzahlungen des Konzerns freuen. Zuletzt schüttete der Kunststoffdosenspezialist 68 Cent im Quartal aus. Auf das Jahr hochgerechnet ergibt sich damit eine Ausschüttung von 2,72 Dollar, was einer Dividendenrendite von 6,45% entspricht.

Analysten sehen Potenzial

Auch die Analysten sehen auf Grund der attraktiven Bewertung Chancen auf Kurspotenzial. Die Konsensschätzungen für das nächste Geschäftsjahr liegen bei einem Gewinn von 4,87 Dollar je Aktie. Damit handelt die Aktie lediglich mit dem knapp 9-fachen der erwarteten Gewinne. Entsprechend positiv zeigen sich die Banker, deren durchschnittliches Kursziel mit 49 Euro 16% über dem aktuellen Kursniveau liegt.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.