Turbulente Edelmetalle: Gold hält sich besser als Silber

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Gold hält sich aber im Vergleich zu Silber und Kupfer sehr gut. (Foto: Image Wizard/Shutterstock)

Das kam aber jetzt völlig aus heiterem Himmel. Ich meine damit den Absturz bei den Edelmetallen und anderen Rohstoffen. Vor allem Silber geriet in den vergangene Tagen in einen wahren Abwärtsstrudel: Mit unter 30 Dollar notiert die Feinunze aktuell so niedrig wie zuletzt im Januar.

Im Vergleich dazu hält sich Gold deutlich besser: Mit gut 1.600 Dollar liegt der Goldpreis auf dem Niveau von Anfang August. Sicherlich sind zweistellige Verluste in wenigen Tagen heftig. Aber schauen Sie sich im Vergleich dazu die großen Aktienmärkte an.

Hier liegen viele Indizes aktuell auf dem Niveau der Finanzkrise von 2009. Ein Beispiel dafür ist der breite EuroStoxx 50 Index. Beim DAX gibt es beim aktuellen Stand von 5.300 Punkten immerhin noch ein Plus von 44% im Vergleich zum Krisentief 2009.

Aber der Goldpreis steht trotz der jüngsten Korrektur immer noch mit mehr als 100% im Plus seit Frühjahr 2009. Auch der Blick auf einen längerfristigen Chart beruhigt und zeigt, dass der Goldpreis sich noch immer im langfristigen Aufwärtstrend befindet.

Aber dennoch hat sich die Lage an den Edelmetallmärkten zuletzt etwas verändert.

In den vergangenen Monaten gab es einen klaren Zusammenhang: Mit der Verschärfung der Krise in den USA und in der Euro-Zone wanderte immer mehr Kapital in die sicheren Edelmetalle – also Gold und Silber. Und diese Hoffnung auf einen sicheren Hafen hat sich auch erfüllt.

Im Zuge dieses Trends stieg der Gold- und Silberpreis immer stärker an. Nun hat sich das Bild jedoch etwas verändert: Da die Krise in der Euro-Zone stärkere Folgen hat als in den USA, gehört der US-Dollar in den vergangenen Wochen zu den gesuchten Anlageklassen.

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Bedenken Sie: Allein in vier Wochen hat der US-Dollar im Verhältnis zum Euro um rund 6% zugelegt. Viele Großinvestoren sehen damit in der aktuellen Marktphase wohl den Dollar als den sicheren Hafen an und kehren den Edelmetallen vorerst den Rücken.

Spannend wird nun aber in den nächsten Tagen und Wochen sein, ob wir so etwas wie im Herbst 2008 noch einmal erleben. Damals wurden, fast schon unkontrolliert, die verschiedenen Anlageklassen auf den Markt geworfen. Die Panik nach der Lehman-Pleite erfasste auch die Edelmetallinvestoren.

Goldaktien bleiben sehr spannend

Ohne Frage bieten derzeit Goldaktien sehr spannende Chancen. Selbst bei 1.500 Dollar pro Feinunze erzielen die großen Namen der Branche noch immer extrem hohe Gewinne. Doch es gibt auch wieder größere Risiken bei Rohstoffaktien.

Wenn Gerüchte über schleppende Finanzierungen die Runden machen, sollte man als Anleger vorsichtig werden: In diesen Phasen bekommen Unternehmen mit guter finanzieller Ausstattung einen großen Vorteil. Denn sollte es zu größeren Problemen bis hin zu einer Kreditklemme kommen, werden sicherlich einige Rohstoffunternehmen auf der Strecke bleiben. Das gilt vor allem für Explorer, die eben noch keine Produktion haben.

Mehr dazu gleich morgen hier in den Rohstoff-Giganten.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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