Turbulenter Start ins Börsenjahr: Schon wieder alles beim Alten?

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Der DAX startet mit einer Achterbahnfahrt, die ihresgleichen sucht. Kurslücken, wohin Sie schauen, langsam kehrt aber wieder Ruhe ein – sogar beim Rohöl! (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Vier Handelstage haben wir im neuen Jahr schon wieder hinter uns und beinahe haben wir schon alles gesehen: Kurslücken nach oben und unten, starke Abverkäufe und Gegenwehr. Der DAX tobt sich bereits zu Beginn von 2020 so richtig aus.

Natürlich war auch die Geopolitik seitens USA und Iran nicht unschuldig. So haben wir im DAX gleich am ersten Handelstag Kurse über 13.420 Punkten gesehen. Wer jetzt dachte, die Rallye geht weiter, wurde durch die US-Drohne schnell enttäuscht. Am nächsten Tag gab es ein Gap von 100 Punkten nach unten. Und der zweite Handelstag sollte noch extremer werden. Es ging runter bis auf 13.124 Punkte.

Hatten Sie gedacht, dass hier schon Schluss war, weil die Kurse nach dem Gap schön wieder hochgekauft wurden, gab es eine Enttäuschung. Gestern folgte eine erneute Kurslücke nach unten – wieder rund 100 Punkte und daraufhin stürzte der DAX bis auf 12.948 Punkte ab. Zu dem Zeitpunkt hatte er fast 500 Punkte zum Jahreshoch vom 2. Januar verloren!

Heute dann wieder ein umgekehrtes Bild: Aufwärtsgap, knapp 40 Punkte. Die Rallye intraday lief bis 13.283 Punkte und wurde dann genauso wieder abverkauft, wie die letzten Ausflüge nach Süden wieder gekauft wurden. Im Stundenchart schaut dieses Durcheinander jetzt so aus:

Wer sich jetzt hier aus dem Fenster lehnt und behauptet, er wüsste, wie die nächsten Tagen verlaufen werden – dem traue ich nicht. Offensichtlich kann der DAX jederzeit in eine der beiden Richtungen explodieren. Der einzig erkennbare Trend aktuell ist: Es kehrt langsam wieder Ruhe ein.

Rohöl beruhigt sich

WTI lief gestern noch bis 64,73 US-Dollar hoch. Heute liegen wir bereits wieder bei 62,60 US-Dollar. Eine Erholung von 2 US-Dollar setzt ein deutliches Zeichen in puncto Iran-Konflikt. Offensichtlich rechnen die Märkte nicht damit, dass die Lage zwischen den USA und dem Iran weiter eskaliert.

Natürlich, falls es passiert, werden wir das beim Öl sofort merken. Dafür, dass wir aber nach dem Wochenende laut einigen Internetseiten bereits kurz vor dem 3. Weltkrieg standen, haben die Märkte auch eher schwach reagiert. Einzig die über Nacht gerissenen Kurslücken machten das Bild etwas turbulenter. Doch unter dem Strich blieben die großen Indizes relativ ruhig.

Das sollte auch Hoffnung machen, dass sich die Lage im Iran weiter beruhigt. Es ist logischerweise ein gefundenes Fressen für die Medien. Und vermutlich wird der Iran seine Drohungen auch wahr machen und sich an den USA rächen – doch wie und wann, ist noch nicht absehbar. Die USA haben zahlreiche Militärbasen um den Iran herum errichtet und nicht umgekehrt. Fraglich ist deshalb jetzt eher, wie die Situation im Irak weitergeht, ob die USA sich dort weiter zurückziehen.

Die ersten 5 Tage entscheiden das Jahreshoch

Oft verlaufen die Indizes ähnlich über das Jahr gesehen, wie sie es in den ersten 5 Handelstagen machen. Wenn wir morgen also noch den fünften Handelstag des DAX anschauen, wissen wir, worauf wir uns dieses Jahr einstellen können? Jein. Wäre der DAX jetzt weiter einfach nach oben gelaufen, hätten wir daraus eher etwas für das restliche Jahr ableiten können. So sind wir etwas zwischen den Stühlen, weil der DAX ständig neue Fehlsignale produziert und seine Richtung ändert.

Eine Regel funktioniert solange, bis sie es nicht mehr macht. Auch hier müssen wir einsehen, dass dieser Spickzettel in diesem Jahr wenig hilfreich ist. Je nachdem, wie der Tag morgen verläuft, könnte der DAX der 5-Tage-Regel zufolge im Jahr 2020 deutlich abstürzen, wild schwankend seitwärts laufen oder noch weiter steigen.

Die folgende Regel funktioniert aber dennoch auch dieses Jahr: Halten Sie sich in den ersten Handelstage aus dem Markt heraus und beobachten Sie, wohin die Kurse laufen. Ende der Woche sind wir alle schlauer und ab dem Zeitpunkt sind Trades auch weniger dem Zufall überlassen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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