Turbulentes Börsenjahr für Manz-Aktionäre

Der im TecDax gelistete Maschinenbauer Manz bescherte seinen Aktionären bis hierhin ein wahrlich turbulentes Börsenjahr.

Von Anfang Januar bis Mitte Mai des laufenden Jahres kletterte die Manz-Aktie von gut 54 Euro auf über 96 Euro und legte damit in der Spitze um fast 80% zu. Doch dann folgte der Absturz. Vor wenigen Tagen notierte die Manz-Aktie dann nur noch bei etwas mehr als 58 Euro und hatte damit den Großteil der deutlichen Kursgewinne wieder eingebüßt.

Doch was waren die Gründe für die Rally von Anfang Januar bis Mitte Mai und was die Gründe dafür, dass die Aktie danach derart abgestürzt ist. Bevor ich abschließend noch auf die jüngste Meldung zu Manz eingehen werde, möchte ich das bisherige Börsenjahr für den Maschinenbauer Manz kurz Revue passieren lassen.

Die Gründe für die Rally zu Jahresbeginn

Der steile Anstieg der Manz-Aktie von Anfang Januar bis Mitte Mai des laufenden ist nach meiner EInschätzung im wesentlichen auf eines zurückzuführen: Hoffnung. Denn die Zahlen des Maschinenbauers fielen in der Vergangenheit zumeist durchwachsen aus.

Teilweise gab es auch mehr oder minder große Enttäuschungen und auch einige Gewinnwarnungen. Doch da im Zusammenhang mit mittelmäßigen oder gar enttäuschenden Zahlen vom Manz-Management stets großer Optimismus hinsichtlich der künftigen Entwicklung vermittelt wurde, machte sich auch bei vielen Aktionären Hoffnung breit.

Die Gründe für den drauffolgenden Absturz

Die Gründe für den darauffolgenden Absturz der Manz-Aktie sind vor allem in schwachen Zahlen zu sehen. Schon die Zahlen für das 1. Quartal enttäuschten. Anfang Juli folgte schließlich eine Gewinnwarnung und Anfang August präsentierte das Unternehmen schwache Zahlen für das 1. Halbjahr 2015.

Diese Negativ-Meldungen hatten zunächst besagten Absturz von gut 96 Euro Mitte Mai auf teilweise nur noch knapp über 57 Euro Anfang Juli zur Folge.

Als dann im Juli positive Analystenkommentare und die Nachricht von einem Großauftrag veröffentlicht wurden, legte die Manz-Aktie wieder auf über 75 Euro zu. Nach Vorlage der schwachen Halbjahreszahlen Anfang August rutschte die Aktie dann aber wieder unter die 60-Euro-Marke.

Aktuelles zu Manz

Heute kann die Manz-Aktie wieder einmal zulegen – und das sogar gegen den Markttrend. Der Grund? Wieder einmal ein Großauftrag. In einer Mitteilung von heute hieß es, dass Manz Großaufträge zur Montage von Notebooks und anderen Geräten erhalten habe. Das Volumen der Folgeaufträge liege bei rund 10 Mio. Euro.

Der Zulieferer von Unternehmen wie Apple oder dem Elektroautobauer Tesla profitiere dabei vom anhaltenden Automatisierungstrend der Produktion in asiatischen Ländern, allen voran in China, hieß es.

Aus meiner Sicht sollten positive Nachrichten aus dem Hause Manz mit Vorsicht genossen werden, vor allem, wenn es sich dabei um Großaufträge handelt. Denn: In der jüngeren Vergangenheit sorgten Meldungen über Auftragsstornierungen schon einmal für Kursrückschläge der Manz-Aktie.

Hinzu kommt, dass Manz mit Apple und Tesla sehr prominente Kunden hat. Das führt teilweise dazu, dass Meldungen über gewonnene Aufträge nicht mehr rational betrachtet werden und die bloße Nennung von Kunden wie Tesla scheinbar hin und wieder die Phantasie der Anleger zu stark anzuregen scheint.

Ich gehe davon aus, dass Menz-Aktionäre sich mittelfristig weiterhin auf turbulente Zeiten einstellen müssen. Dies sollten Sie aus meiner Sicht berücksichtigen, wenn Sie Manz-Aktionär sind oder sich für die Aktie interessieren.

19. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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