Turnaround-Chance oder Rohrkrepierer?

Ein umfassender Konzernumbau soll die Deutsche Bank wieder auf Kurs bringen. Bietet sich hier für Anleger eine Turnaround-Chance? (Foto: Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com)

Ich sage es Ihnen ganz offen: Ich bin kein Freund von Bank-Aktien.

In den Depots meiner Börsendienste findet sich derzeit kein einziger Wert aus der Bankbranche.

Und dies nicht nur deshalb, weil der Trend bei den meisten Aktien aus diesem Sektor schon seit geraumer Zeit nach unten zeigt.

Deutsche Bank überweist 6 Mrd. Dollar – irrtümlicherweise!

Bei dem, was ich gestern lesen musste, konnte ich nur den Kopf schütteln. Einem Bericht zufolge hat die Deutsche Bank irrtümlicherweise 6 Mrd. Dollar in das Depot eines Kunden, eines amerikanischen Hedgefonds, gebucht.

Ursache für diesen milliardenschweren Lapsus war offenbar ein Kommunikations-Problem.

Ein Junior-Devisenhändler hatte scheinbar eine Anweisung, nach der es sich um einen wesentlich geringeren Betrag handelte, missverstanden.

Defizite in der Risikokontrolle

Der Fehler wurde innerhalb von 24 Stunden rückgängig gemacht. Die Bank hat sich das fälschlicherweise überwiesene Geld bereits zurückgeholt.

Dennoch wirft diese Panne ein schlechtes Licht auf den deutschen Branchenprimus und offenbart erhebliche Defizite bei der Überwachung der operativen Risiken.

Die Deutsche Bank tut sich schwer damit, ihre IT-Systeme den strikteren Regulierungsvorgaben anzupassen.

Das Unternehmen hatte angekündigt, die IT-Ausgaben zu erhöhen und die Überwachung auszuweiten, um technische wie auch menschliche Fehler zu verhindern.

Mit der Umsetzung hapert es aber ganz offensichtlich. Vorstandschef John Cryan selbst sprach vor einiger Zeit von einer „antiquierten und inadäquaten Technologie“.

Umfassender Konzernumbau

Für den seit Jahren schwächelnden Aktienkurs sind solche Nachrichten natürlich Gift.

Dabei hatte der Kurs zu Wochenbeginn noch deutlich angezogen, nachdem das Unternehmen einen umfassenden Umbau der Konzernstruktur angekündigt hatte.

Zentraler Punkt der Neuorganisation: Der bisherige Unternehmens-Bereich Corporate Banking & Securities (CB&S) wird ab Januar 2016 in 2 Bereiche aufgeteilt.

Zum einen gehen die Unternehmens-Finanzierung und die Transaktionsbank in der neuen Unternehmens-Kunden und Investmentbank auf.

Zum anderen werden die Handels-Aktivitäten aus CB&S im Unternehmens-Bereich Globale Märkte zusammengefasst.

Durch die Umstrukturierung, „Strategie 2020“ genannt, will das Institut die Komplexität im Management der Bank verringern und zudem den Anforderungen der Aufsichtsbehörden besser gerecht werden.

Langfristige Kursentwicklung ist ein Trauerspiel

Ob das der Aktie neues Leben einhauchen kann? Die positive Reaktion der Anleger war nach der Meldung gestern schon wieder verpufft.

Nachdem an der Haltezone bei knapp 23 Euro zuletzt – wie schon im Oktober 2014 – die Wende gelang, bestehen aber durchaus Chancen für eine erfolgreiche Bodenbildung.

Kann sich der Kurs über der Widerstandszone bei 27 € etablieren, eröffnet sich kurzfristig weiteres Aufwärtspotenzial.

 

deutsche bank

Langfristanleger sollten von der Aktie dennoch die Finger lassen. Wie Sie im Chart sehen, ist die Kursentwicklung auf lange Sicht ein einziges Trauerspiel. Derzeit notiert der Kurs mehr als 20% niedriger als vor 20 Jahren.

Auch wenn die Chancen auf eine bessere Zukunft sicherlich gegeben sind, an der Börse gibt es sehr viel bessere Möglichkeiten sein Geld anzulegen.


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Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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