Twilio: Wachstumswert par excellence

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Das US-Unternehmen wächst weiterhin rasant. Nach dem jüngsten Kursrücksetzer ist die Aktie einen Blick wert. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Für ambitioniert bewertete Aktien waren die vergangenen Monate nicht gerade einfach. Während viele Indizes auf neue Höchststände kletterten, verloren zahlreiche „High Growth“-Werte deutlich an Boden. Dies gilt auch für Twilio, die ich Ihnen heute näher vorstellen möchte.

Unternehmensportrait

Das US-Unternehmen Twilio bietet seinen über 160.000 Geschäftskunden cloudbasierte Kommunikationslösungen für den Kundenkontakt an. Dabei werden alle Kommunikationswege – Telefon, SMS, WhatsApp sowie soziale Netzwerke – in einer Plattform gebündelt und mittels künstlicher Intelligenz optimiert. Das Unternehmen wächst rasant, innerhalb von 3 Jahren konnte der Umsatz – auch dank einer Übernahme – auf über eine Milliarde Dollar vervierfacht werden.

Customer-Relationship-Management gewinnt immer mehr an Bedeutung

Jahrzehnte haben Unternehmen die Bedeutung des Kundenkontakts sträflich vernachlässigt Aber der Trend geht ganz klar dazu, dem sogenannten Customer-Relationship-Management (CRM, zu Deutsch: Kunden-Beziehungs-Management) endlich den Stellenwert zukommen zu lassen, den es verdient.

Hier kommt Twilio mit innovativer Technologie ins Spiel und bündelt alle Kommunikationswege mit dem Kunden in einer cloudbasierten Plattform. Dabei sind die Kosten für einzelne Anrufe ab 0,0085 US-Dollar pro Minute, 0,0075 Dollar für eine SMS und 0,0042 Dollar für eine WhatsApp-Nachricht äußerst gering. Aber die schiere Masse bringt Twilio in diesem Jahr einen Milliardenumsatz ein.

Übernahme von SendGrid

Ende 2018 erfolgte die Übernahme des Konkurrenten SendGrid, mit der Twilio seine Marktführerschaft weiter ausbaut. Bei SendGrid handelt es sich um einen Spezialisten für cloudbasierte Optimierung von E-Mail-Kunden-Kontakten. Mit der Übernahme erhält Twilio nicht nur Zugang zu dessen Technologie, sondern auch zu über 70.000 SendGrid-Kunden, denen man jetzt die umfangreicheren Twilio-Produkte verkaufen kann.

Rasantes Wachstum, aber Ausblick für einige Anleger zu vorsichtig

Auch im abgelaufenen Quartal hat Twilio weiter Gas gegeben. Der Umsatz kletterte um satte 75% auf 295 Mio. US-Dollar. Mit 3 Cent Gewinn je Aktie wurde außerdem der Sprung in die Gewinnzone geschafft. Beide Werte lagen über den Analystenprognosen.

Was den Anlegern jedoch weniger gut gefallen hat, war die Prognose für das laufende Quartal. Beim Umsatzausblick auf das Gesamtjahr hob Twilio die untere Grenze leicht an und senkte die obere Grenze leicht ab: Statt 1,113 bis 1,119 Mrd. sind es jetzt 1,114 bis 1,117 Mrd. US-Dollar. Einige Anleger hatten stattdessen anscheinend auf eine Anhebung der Prognose gehofft und schickten die Aktie abwärts.

Aktie auch nach der Korrektur kein Schnäppchen

Seit ihrem Hoch im Sommer hat die Twilio-Aktie – wie viele andere ambitioniert bewertete Wachstumswerte ebenfalls – rund ein Drittel ihres Börsenwerts eingebüßt. Trotzdem ist die Aktie immer noch nicht gerade ein Schnäppchen.

Andererseits bietet Twilio enorm starke Wachstumsperspektiven und somit auch entsprechend hohes Gewinnpotenzial. Wer eine spekulative Depotbeimischung sucht, sollte daher mal einen genaueren Blick auf diesen Wert werfen.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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