Twitter-Aktie: Katastrophenquartal schickt Aktie in den Keller

Wie sich verfehlte Anleger-Erwartungen bei hoch bewerteten Unternehmen auswirken, konnten Sie vergangene Woche bei der Twitter-Aktie beobachten:

Nach einem fulminanten Jahresauftakt und einem Kursplus von gut 45% wurde der Aktienkurs nach den Zahlen zum 1. Quartal auf Talfahrt geschickt.

Anleger quittierten die aktuelle Geschäfts-Entwicklung mit massiven Verkäufen. Der Anteilswert des Konzerts brach um mehr als 1/4 ein.

Jahresausblick gesenkt

Trotz eines Umsatz-Anstiegs um 74% auf 436 Mio. Dollar wurden die Erwartungen der Analysten verfehlt. Diese hatten im Schnitt rund 20 Mio. Dollar mehr erwartet.

Dabei zeigten sich die Quartalszahlen gewohnt tiefrot. Unterm Strich wurde der Verlust auf nunmehr 162 Mio. Dollar ausgeweitet (Vorjahr: 132,4 Mio. Dollar).

Noch schlimmer allerdings war der Ausblick der Konzernführung. Gerade mal 470 bis 485 Mio. Dollar sollen beim Umsatz rausspringen.

Das liegt gut 10% unter den Erwartungen. Auch der Ausblick für das Gesamtjahr enttäuscht. Die Umsatz-Prognose wurde auf etwa 2,2 Mrd. Dollar zusammengestutzt.

Grund für die Senkung der Prognose ist Twitter zufolge eine schwache Nachfrage nach den „Direct Response“-Produkten.

Diese können Unternehmen an Twitter-Nutzer schicken und über jene können Kunden dann direkt auf die Webseite des Unternehmens gelangen.

Twitter plagen Wachstums-Schmerzen

Das Geschäftsmodell des Konzerns lahmt derzeit. Falls Sie Twitter noch nicht kennen. Das Internetunternehmen hat eine Plattform entwickelt, auf der Nutzer 140-Zeichen lange Kurznachrichten, sogenannte Tweets, verbreiten können.

Dabei setzt der US-Konzern auf verschiedene Einnahmequellen. Zum einen verdient Twitter über Werbung auf der Internetseite und Werbe-Tweets.

Auch können sich Unternehmen in die Tweets einkaufen und so bestimmte Zielgruppen ansprechen.

Auf der anderen Seite handelt die Firma mit Daten, d. h. es wird der Zugang zum Datenstrom an Google oder Microsoft verkauft. Damit können die Daten besser in die Suchmaschinen der Konzerne integriert werden.

Die Quartalszahlen zeigen aber, dass Twitter weder beim Kundenwachstum noch bei der Entwicklung des Werbe-Aufkommens wirklich vorankommt. Die Wachstumsdynamik lässt nach.

Im 1. Quartal kletterten die Nutzerzahlen nur noch um 18%. V. a. im Heimatmarkt USA scheint das Wachstum an seine Grenzen zu stoßen.

Partnerschaft mit Google soll Geschäft ankurbeln

Bereits im Februar kündigte Twitter die Partnerschaft mit Google an. Hiermit soll das Werbegeschäft in Gang gebracht werden.

Zukünftig sollen Tweets in Echtzeit in den Suchergebnissen des Internetriesen angezeigt werden.

Zusätzlich wird der Konzern die Anzeigen-Plätze über Googles Plattform Doubleclick vermarkten. Das könnte großen Werbekunden entgegenkommen.

Ob die Maßnahmen reichen, den Aktienkurs zügig zu stabilisieren, ist ungewiss. Die Bewertung ist trotz Kurseinbruch unverändert sportlich.

Immerhin liegt der Börsenwert noch bei 25 Mrd. Dollar bei gerade einmal gut 2 Mrd. Dollar Umsatz. Gewinne suchen Sie bei Twitter ohnehin vergeblich.

Alleine in den vergangenen 3 Jahren sind gut 1,3 Mrd. Dollar Verlust eingefahren worden. Das Twitter mit seinem Geschäftsmodell nachhaltig Geld verdienen kann, muss also erst noch bewiesen werden.

4. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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