Twitter: Mögliche Umstellung des Geschäftsmodells lässt Aktienkurs anspringen

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Twitter-Aktie mit Kurssprung: Mögliche Umstellung des Geschäftsmodells lässt Anleger jubeln. Abo-Modell könnte Attraktivität der Aktie deutlich erhöhen. (Foto: AlesiaKan / Shutterstock.com)

Zuletzt bestimmten Fake News und der Umgang mit Hasskommentaren und Propaganda die Aktienkurse von sozialen Netzwerkunternehmen wie Twitter. Der Aufruf zum Werbeboykott traf auch den Kurznachrichtendienst Twitter, der stark von Werbeerlösen abhängig ist. Doch der Kursrücksetzer war offenbar nur vorrübergehend. Inzwischen hat die Twitter-Aktie die Delle bereits wieder ausgebügelt und vor allem Mittwoch mit einem Kurssprung von 7% für Aufsehen gesorgt.

Gerücht lässt Aktienkurs zeitweilig um 12% anspringen

Zwischenzeitlich lag der Kursgewinn sogar im zweistelligen Bereich. Der Hintergrund waren Spekulationen, dass Twitter vor einer Umstellung des Geschäfts hin zu einem Abo-basierten Modell stehen könnte. Der Vorteil: Eine Abonnement-Plattform könnte die Einnahmen des Social-Media-Unternehmens potenziell steigern und würde wesentlich mehr Visibilität für die zukünftigen Umsätze schaffen. Firmen mit sogenannten Subskripitions-Modellen sind bei Anlegern daher auch ausgesprochen beliebt.

Es begann mit einer Stellenausschreibung

Dabei kamen die Spekulationen nicht von ungefähr. Twitter hatte am Mittwoch eine Stellenausschreibung veröffentlicht, in der es heißt, dass es eine Abonnement-Plattform aufbaut. Das Team, das die Plattform aufbaut, trägt den Codenamen “Gryphon”, entsprechend der Stellenausschreibung für einen Senior Full-Stack Software-Ingenieur. Darüber hinaus hieß es, dass die Plattform in Zukunft von anderen Teams wiederverwendet werden könne.

Dies wäre eine Premiere für Twitter. Gryphon ist ein Team von Web-Ingenieuren, die eng mit dem Payments-Team und dem Twitter.com-Team zusammenarbeiten. Weitere Informationen gibt es bislang aber nicht.

Twitter hat in der Vergangenheit Spekulationen über andere Einnahmemöglichkeiten immer abgewehrt, darunter die Idee, dass es den Nutzern ermöglichen könnte, den Leuten auf der Social-Media-Plattform ein Trinkgeld zu geben, möglicherweise unter Verwendung von Bitcoin.

Twitter mit beeindruckendem Nutzerwachstum im Startquartal

Während Twitter im ersten Quartal mit einer nachlassenden Dynamik bei den Werbeausgaben zu kämpfen hatte, zeigte sich die Entwicklung der Nutzer extrem stark. Die monetarisierbaren täglich aktiven Nutzer kletterten um satte 24% auf 166 Millionen. Offenbar hat die Corona-Pandemie dazu beigetragen, dass die Beliebtheit des Kurznachrichtendienstes deutlich gestiegen ist.

Insgesamt steigerte Twitter seinen Umsatz um auf 808 Millionen Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 3% und lag über den Erwartungen der Analysten. Für Sie zum Vergleich: Im Vorfeld der Zahlen waren die Analysten von einem Umsatz in Höhe von 776 Millionen Dollar ausgegangen.

Kurznachrichtendienst rutscht in die Verlustzone

Allerdings musste der US-Konzern deutliche Einbußen bei der Profitabilität verkraften. Das operative Ergebnis lag bei Twitter im gleichen Zeitraum bei -7 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal war noch ein Gewinn in Höhe von 94 Millionen Dollar erzielt worden. Entsprechend schmolz die operative Gewinnmarge von 12% auf -1% zusammen.

Unter dem Strich rutschte Twitter damit wieder in die Verlustzone. Nach einem Vorjahresgewinn von 0,25 Dollar je Aktie musste der Kurznachrichtendienst einen Verlust je Aktie von 0,01 Dollar ausweisen.

Prognose für zweites Quartal ausgesetzt

Im Zuge der Berichterstattung hatte Twitter seine Prognose für das zweite Quartal ausgesetzt. Entsprechend hoch dürfte das Interesse der Anleger sein, wenn das Unternehmen am 23. Juli seine Bücher für die Anleger öffnet. Vielleicht gibt es bis dahin auch mehr Informationen, wie der Konzern seine Einnahmen verstetigen will.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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