Twitter: Wird der Börsengang zum Flopp für Anleger?

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Twitter-Aktie: Eine neue Erfolgsstory? (Foto: Tero Vesalainen / shutterstock.com)

Für morgen steht mit dem Börsengang von Twitter ein Großereignis an.

Gut anderthalb Jahre nach dem Facebook-Börsengang wagt sich nun also der nächste große Name im Bereich „Social Media“ auf das Börsenparkett.

Lohnt es sich für Sie als Anleger, die Aktie nach dem Börsenstart zu kaufen? Oder droht der Börsengang zum Flopp zu werden?

Das ist Twitter

Falls Sie nicht mit Twitter vertraut sind, möchte ich Ihnen ganz kurz das „Produkt“ des Unternehmens vorstellen.

Twitter ist neben Facebook eines der populärsten sozialen Netzwerke. Es ermöglicht den Nutzern, kurze Nachrichten mit bis zu 140 Zeichen für andere Nutzer ins Internet zu stellen.

Gemäß den jüngsten Daten wird Twitter täglich von über 100 Mio. Menschen genutzt. Mehr als 500 Mio. Kurznachrichten, sogenannte „Tweeds“ werden dabei jeden Tag ins Netz gestellt.

Hohes Umsatzwachstum, hohe Verluste

Wie viele bekannte Internet-Firmen weist auch Twitter ein hohes Umsatzwachstum auf. Von 2011 bis 2012 ist der Umsatz des Unternehmens um beeindruckende 198% auf 317 Mio. $ angewachsen.

Doch Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Nicht jedes Internet-Unternehmen entwickelt so fulminant wie z.B. Google, das hohe Gewinne erwirtschaftet. Hohe Umsätze zu erzielen ist die eine Sache – diese dann auch in hohe Gewinne umzumünzen eine andere.

Bislang arbeitet Twitter hoch defizitär. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres steht insgesamt ein Verlust von 114 Mio. $ zu Buche.

Ein einmaliges Geschäftsmodell?

Letztlich ist entscheidend, ob das hohe Umsatzwachstum langfristig auch zu hohen Gewinnen führt. Damit das möglich wird, muss sich das Geschäftsmodell dauerhaft durchsetzen.

Hier ist die Frage, ob die Veröffentlichung von Kurznachrichten in Zukunft stärker von den Nutzern beansprucht wird oder ob es sich eher um eine Modeerscheinung handelt.

Ein weiterer Kritikpunkt, den Sie beachten sollten ist die „Exklusivität“ des Geschäftsmodells.

Inzwischen bieten auch etablierte Technologie-Unternehmen, wie Google, Microsoft oder Facebook, verstärkt die Möglichkeit an, mit anderen Menschen über Kurznachrichten und deren Veröffentlichung in Kontakt zu treten, und machen Twitter somit zukünftig Konkurrenz.

„Kaufe nichts, was Du nicht genau verstehst“

Lohnt es sich für Sie also, die Aktie nach dem Börsenstart zu kaufen? Ich werde es jedenfalls nicht machen – aus einem einfachen Grund: Ich verstehe das Geschäftsmodell zu wenig und es bleiben zu viele offene Fragen:

  1. Wird das Unternehmen in Zukunft in der Lage sein, aus dem hohen Umsatzwachstum auch ein hohes Gewinnwachstum zu generieren?
  2. Wird das hohe Umsatzwachstum überhaupt anhalten oder entpuppt sich die breitflächige Veröffentlichung von Kurznachrichten im Netz eher als vorübergehende Modeerscheinung?
  3. Ist das Geschäftsmodell von Twitter wirklich so exklusiv oder werden andere Internet-Unternehmen Twitter in Zukunft Marktanteile streitig machen?

Ob die Twitter-Aktie ein Erfolg wird, ist aus meiner Sicht hoch spekulativ. Ich halte mich an dieser Stelle an die einfachen aber weisen Worte von Warren Buffett und kaufe nichts, was ich nicht genau verstehe.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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