Uber: Gegenwind ausgerechnet in New York City

In Deutschland sind Fahrdienste wie Uber verboten, in New York erfreuen sie sich großer Beliebtheit – und werden nun politisch begrenzt. (Foto: MikeDotta / shutterstock.com)

Der Fahrdienstvermittler Uber hat in den vergangenen Jahren vor allem negative Schlagzeilen gemacht – und erhält nun neuen Gegenwind. Ausgerechnet New York City, das am dichtesten besiedelte Ballungsgebiet der USA und ein für Uber extrem lukrativer Markt, hat neue Regulierungen beschlossen.

Diese betreffen nicht nur Uber, sondern auch Konkurrenten wie etwa Lyft, und sehen in erster Linie zwei Maßnahmen vor: zum einen die Begrenzung der Anzahl zugelassener Autos dieser Fahrdienste, zum anderen einen Mindestlohn für die dort beschäftigten Fahrer.

Die Regelungen sind vorläufig auf ein Jahr begrenzt und sollen laut Bürgermeister Bill de Blasio dazu beitragen, den täglichen Verkehrskollaps in der Metropole zu entzerren – ein hehres Ziel, denn auch in Zeiten vor Uber und Co. war New York für seine endlosen Staus bekannt.

Beschränkungen für Uber und Co.

Profiteure der Regelung dürften vor allem zugelassene Taxiunternehmen sein. Ihnen waren die privaten Fahrdienstanbieter schon länger ein Dorn im Auge, haben sie sich doch zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz aufgebaut.

In Deutschland übrigens ist Uber bereits seit einigen Jahren verboten, weil Fahrzeuge und Fahrer nicht den Sicherheitsstandards genügen, die hierzulande von Seiten der Behörden vorgeschrieben sind für die Beförderung von Personen.

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Gegen die neuen Beschränkungen in New York versuchen sich die Unternehmen zu wehren, etwa indem sie in der Bevölkerung mobil machen: Allein Uber soll im Vorfeld des Beschlusses rund 5 Millionen New Yorker per Mail angeschrieben haben, um vor den Auswirkungen der Beschränkungen zu warnen. Konkret zielte das Unternehmen dabei auf steigende Preise, längere Wartezeiten oder eine schlechtere Anbindung der Außenbezirke ab.

Genutzt hat das im Endeffekt nichts, die Regulierung kommt, und dürfte der explosionsartigen Ausbreitung der Fahrdienstangebote zumindest ein Stück weit Einhalt gebieten: Allein in diesem Jahr sind offiziellen Angaben zufolge etwa 80.000 Fahrzeuge von Fahrdiensten wie Uber und Co. in New York im Einsatz, vor drei Jahren waren es nicht einmal 13.000 Stück.

Neue Strategie: Mehr Motorroller

Doch die Unternehmen reagieren nicht nur mit Protest, sondern auch durch konkretes Gegensteuern: So kündigten Uber und Lyft zuletzt an, anstelle von Autos künftig eben mehr Motorroller vermitteln zu wollen. Diese sind kleiner und wendiger im Straßenverkehr und gerade für kürzere City-Strecken gut geeignet.

Dennoch dürften die Beschränkungen neuen Gegenwind bedeuten, auch für die Bilanz der Unternehmen, denn gerade New York City sorgt für einiges an Umsatz. Im vergangenen Jahr aber hat Uber erneut einen immensen Verlust eingefahren: Bei einem Gesamtumsatz von 7,4 Milliarden Dollar lag der Verlust 2017 bei satten 4,5 Milliarden Dollar.

Zwar konnte im ersten Quartal 2018 ein Gewinn von rund 2,5 Milliarden Dollar erzielt werden, dieser ging jedoch zurück auf den Verkauf der Geschäfte in Russland und Südostasien. Ohne diesen Einmaleffekt hätte Uber erneut einen Quartalsverlust eingefahren, ein Minus von 550 Millionen Dollar. Das wäre zwar etwas geringer als der Verlust im Vorjahresquartal, der sich auf 847 Millionen Dollar summierte. Doch für den geplanten Börsengang des Unternehmens sind all das keine guten Vorzeichen.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.