Über 1,12 – Der Euro explodiert

Zum Jahreswechsel hat sich eine Trendwende im Währungspaar Euro/US-Dollar ergeben. Seitdem ist der Euro gemütlich gestiegen – bis jetzt. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Zum Jahreswechsel hat sich eine Trendwende im Währungspaar Euro/US-Dollar ergeben. Seit dem ist der Euro relativ gemütlich gestiegen.

Das hat jetzt ein Ende: 1 Woche nach der Wahl in Frankreich – in der Zwischenzeit waren die Kurse schon wieder gefallen – hat der Euro jetzt den Turbo gezündet.

Vor zwei Wochen wurde die 1,10-Marke kurz überschritten und danach gab es einen erneuten Abverkauf.

Doch dieses Mal scheint der Markt den Euro mit aller Kraft nach oben zu drücken.

Ganz nebenbei: Bitcoin – ich hatte am Freitag angekündigt, dass die 2.000 US-Dollar geknackt werden können – steht heute bei über 2.230 US-Dollar!

Das sieht nach einer klassischen Übertreibung aus, die demnächst wieder die Kurse nach unten schießen wird.

Der Euro wird immer stärker

Die erste Wahlrunde in Frankreich hat das Rad ins Rollen gebracht:

Am Montag nach der Wahl, als feststand, dass Macron und Le Pen in die Stichwahl gehen, riss der EUR/USD eine Kurslücke.

Diese wird vermutlich vorerst eine Weile bestehen bleiben. Denn das Ausbruchs-Niveau war auf 1,07. Aktuell befinden sich die Kurse nördlich der 1,12.

Im unten eingefügten Tages-Chart sehen Sie, wie der EUR/USD seit Jahresbeginn bis Mitte April auf einer langsam steigenden Trendlinie verlaufen ist:

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Doch jetzt hat sich scheinbar ein neuer, deutlich steiler Trend gebildet.

Dieser hat theoretisch noch viel Luft nach oben. Allerdings ist fraglich, ab welchem Zeitpunkt der US-Dollar dagegenhalten wird.

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Wenn die Euro-Party so weitergehen würde, hätten wir wieder Kurse von 1,40 am Ende des Jahres – und das ist irgendwie schwer vorstellbar.

Laut der Trendlinie könnte der Euro jederzeit auf 1,10 zurückfallen, um neue Luft für einen weiteren Angriff zu holen. Erst darunter würde sich das Bild eintrüben.

Optionen-Grundwissen: Was ist eine Verkaufs-Option

Ein sogenannter Put – im Gegensatz zum Call – ist eine Wette auf fallende Kurse.

Offiziell hat der Inhaber einer derartigen Option die Möglichkeit eine festgelegte Menge eines Basiswertes zu verkaufen.

Das ist aber keine Pflicht. Aus der Konstellation ergibt sich: Fällt der Basiswert, steigt der Kurs der Put-Option.

Und so wird das ganze in der Realität angewendet:

Ein Bauer möchte nach der Ernte Mais verkaufen. Da dessen Preis aber schwankt, will sich der Erzeuger absichern und den Mais zu einem bestimmten Betrag verkaufen.

Um das zu erreichen, kauft der Bauer eine Put-Option auf seine Produktionsmenge.

Somit kann er den Mais zu dem vereinbarten Preis verkaufen, unabhängig davon, wo der Kurs beim Verkaufszeitpunkt wirklich steht.

Ist der Kurs höher, benötigt er die Option nicht. Ist der Kurs niedriger, nutzt er die Option.

Gratis ist dies nicht allerdings nicht; durch den Kauf der Option zahlt der Maisbauer eine Optionsprämie.

Diese können Sie mit einer Art Versicherungs-Prämie gegen fallende Kurse vergleichen.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.