Über 5% Rendite mit Anleihen? Schwellenländer sollen helfen

Die Inflationsrate beträgt etwa 2,5% bis 3%, wenn es nach den offiziellen Zahlen geht.

Wer sein Geld schützen möchte, muss daher Renditen erwirtschaften, die 5% betragen.

Denn: Bei 5% Rendite sieht die Rechnung vergleichsweise einfach aus, weil darauf etwa 1,4% Steuern zu zahlen wären. Bei 3,6% Rendite bleiben nach Inflation ungefähr 0,6%, die einen kleinen Überschuss über die Gebühren bedeuten. Dies ist daher die Orientierungsmarke, nach der Sie aktuell am besten investieren würden.

Deshalb fallen viele Alternativen, etwa Unternehmensanleihen auch der prominenteren Unternehmen aus dem Dax mangels hoher Zinsen einfach aus. Zudem steht bei allen Anleihen infrage, wie sich die Kurse in den nächsten Jahren entwickeln werden. Während der Laufzeit müssen Sie mit Kursverlusten rechnen, da die Neuemissionsrenditen steigen.

Laufzeit beachten

Deshalb ist es wichtig, bei den Anleihen auch die Laufzeit zu beachten – um nicht während einer längeren Haltedauer unter Liquiditätsdruck zu kommen. Wir empfehlen, Laufzeiten von weniger als drei Jahren zu wählen, falls Sie derzeit auf solche Standardanleihen setzen. Schließlich aber sind Anleihen aus anderen Regionen interessant – auf den ersten Blick.

So erhalten Sie über Schwellenländern aktuell immer noch Renditen in Höhe von 6% bis 8%, wenn Sie die solideren Papiere im Depot aufnehmen. Um das Risiko zu reduzieren, bieten sich dabei vor allem Fonds an, die zumindest 30 dieser Papiere auf einmal im Depot haben.

  • In den vergangenen drei Jahren haben solche Fonds Performances in Höhe von etwa 30% geschafft. Das entspricht einer Jahresrendite in Höhe von ungefähr 8,7%. Fonds von „iShares“ oder „db x-trackers“ haben eine TER von lediglich 0,5% erreicht.
  • Die „TER“ ist die Angabe für die „Total Expense Ratio“. Dies ist die Gesamtkostenquote und gibt an, wie viel Geld Investoren an Verwaltung, Vertrieb und juristische Aufsicht über die Fonds verlieren. Die TER ist gegenüber der sonstigen Managementgebühr die verlässlichere Gebühren-Angabe.
  • Ein Risiko bei diesen Fonds: die meisten notieren in US-Dollar, und damit würden Investoren eine zusätzliche Währungswette eingehen. In den vergangenen Monaten hat sich der Dollar stärker entwickelt als der Euro, insofern profitieren Anleger davon. Nur:
  • Auch die USA sind hoch verschuldet. Deshalb steht dort zu befürchten, dass die Währung ihrem langjährigen Trend entsprechend weiter nachgibt. Dies würde für einen langjährigen Investor die Rendite spürbar senken. Wir rechnen mit einem Rückschlagpotenzial von zumindest 20%.
  • Zudem ist die Rendite dieser Fonds und entsprechender Anleihen gefährdet, weil die US-Rating-Agenturen inzwischen auch die Emittenten von Schwellenländern herabstufen. Dies senkt die Kurse der Anleihen im Fondsvermögen.

GeVestor meint: Auch Schwellenländer-Anleihen bieten größere Risiken als die Renditen von Fonds in den vergangenen Monaten und Jahren vermuten lassen. Deshalb empfehlen wir: investieren Sie in solche Fonds lediglich einen kleineren Anteil Ihres Vermögens – etwa in den „db x-Trackers EM Liquid Eurobond Index“.

25. Juni 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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