Über die neue Verlierergeneration in Deutschland

Der Boom am deutschen Immobilienmarkt bleibt leider nicht ohne Folgen. Eine ganze Generation könnte zum Verlierer dieser Entwicklung werden. (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

Seit Jahren explodieren insbesondere in den gefragten Ballungsräumen Deutschlands die Preise für Wohnimmobilien. Gerade in gefragten Städten wie München wird für viele Normalverdiener das schlichte Wohnen angesichts von „normalen“ Monatskaltmieten von 1.200 Euro und mehr für eine 60 Quadratmeterwohnung zum puren Luxus.

Gut eine Million Haushalte in den 77 deutschen Großstädten müssen sogar mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete aufwenden. Etwa 1,3 Millionen Großstadt-Haushalte haben nach Abzug der Mietzahlung nur noch ein Resteinkommen, das unterhalb der Hartz-IV-Regelsätze liegt. Das war das Ergebnis einer Studie der Humboldt-Universität Berlin.

Neue Verlierergeneration in Deutschland

Für viele ist schon die normale Mietzinszahlung eine hohe Hürde. Der Traum von den eigenen vier Wänden bleibt folglich nicht realisierbar. Fakt ist, dass sich immer weniger Berufseinsteiger oder junge Eltern in deutschen Ballungszentren ein Eigenheim leisten können. Das belegen auch Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Die Quote der 30- bis 40-jährigen Eigentümer eines Eigenheimes ging laut Daten des Mikrozensus von 30 Prozent im Jahr 2006 auf 27,4 Prozent im Jahr 2014 zurück. Im selben Zeitraum nahm indes die Eigentümerquote bei den über 65-Jährigen von 48 auf 55 Prozent zu.

Das Pestel-Institut, das Studien zur Wohnsituation in Deutschland veröffentlicht, spricht insofern schon von einer neuen Verlierergeneration. Besonders hart trifft es dabei die 25- bis 40-Jährigen. „Insbesondere die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten. Immer mehr von ihnen sind gezwungen, zur Miete zu wohnen. Dabei gehören gerade die Jobstarter und Familiengründer eigentlich zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau“, sagt der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther.

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Baunebenkosten zu hoch

Diese Altersgruppe ziehe vermehrt in die Städte, werde dort aber zu Beginn der Karriere und Familiengründung mit den aktuell hohen Immobilienpreisen konfrontiert. Gleichzeitig können viele noch nicht das nötige Eigenkapital aufbringen, um an einen günstigen Kredit zu kommen oder haben lediglich einen befristeten Arbeitsvertrag vorzuweisen.

Die Kauf- und Baunebenkosten erweisen sich dabei als Hauptgrund, weshalb sich viele junge Familien den Traum der eigenen vier Wände nicht leisten können. Hintergrund ist ja, dass in deutschen Landen insbesondere die Baunebenkosten, die Grunderwerbssteuer, Gebühren für Makler, Notar und Grundbuchänderung usw, viel zu hoch sind. Wir reden hier von bis zu 15 Prozent des Kaufpreises, die mitunter nicht per Kredit finanziert werden können.

Ja, liebe Leser, das von der Regierung geplante Baukindergeld ist da nur ein Tropfen auf den heißen Stein und wird möglicherweise am Ende die Situation sogar noch verschlimmern, sprich verteuern. Wir bleiben dabei und raten von Immobilien-Investments ab – die Gefahr von Preisrückschlägen ist einfach zu hoch!


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.