Übernahme-Doppelschlag von GE: SLM-Aktie +40% , Arcam-Aktie +50%

Vor etwa 3 Jahren sorgte ein Hype um 3D-Drucker führ Kursfeuerwerke in der Branche. Zu Beginn des Booms konnten Sie quasi blind zugreifen und wurden belohnt.

Danach kam der Kater: Die Investoren erkannten, dass 2018 doch nicht jeder einen 3D-Drucker zu Hause stehen haben und auch nicht jedes 3D-Druck-Unternehmen überleben wird.

Die Aktienkurse vieler Hoffnungsträger fielen und entsprechende Bankprodukte verschwanden wieder. Und auch in der Branchen-Spitze zeigten sich die Kurse äußerst volatil:

Die Aktie des Branchenführers Stratasys verlor 50% in 5 Monaten – kein Wunder: Bei Eintrübung der Konjunktur-Perspektive sind Wachstumswerte aus dem Technologie-Bereich immer als erstes fällig.

Und Sie erinnern sich vielleicht, dass der Winter 2015/2016 sehr hart für Anleger war.

Wer allerdings die Nerven behielt und sein Portfolio bestehend aus den 5 größten 3D-Druck-Unternehmen behielt, für den ist heute ganz großer Zahltag.

GE drängt in die Branchenspitze

Denn General Electrics (GE) will in dem Markt eine stärkere Rolle einnehmen und hat dafür gleich 2 Übernahme-Angebote abgegeben:

  • zum einen bietet GE für die schwedische Arcam,
  • zum anderen für das TecDAX-Unternehmen SLM Solutions.

In dem Markt mit prognostizierten jährlichen Wachstumsraten von mehr als 20% sind die beiden Übernahme-Kandidaten auf Rang 4 und 5. Unter dem Dach von GE wird der Marktanteil auf über 7% ansteigen.

3D-Druck in vielen Industrie-Bereichen von hoher Bedeutung

Die beiden Unternehmen sind keine herkömmlichen 3D-Drucker-Anbieter, sondern „drucken“ für die Industrie.

Unter Verwendung von verschiedenen Metallen werden z. B. Kronen, Implantate, Flugzeugteile oder Schiffsschrauben hergestellt.

SLM benutzt dafür ein Laser-Verfahren, Arcam setzt auf einen Elektronenstrahl. Die neue Fertigungs-Möglichkeit bedeutet eine erhebliche Verbesserung in verschiedenen Industrie-Bereichen.

So macht das Verfahren Bauteile bei Flugzeugen oder Schiffen deutlich leichter. Damit ist der Spritverbrauch automatisch geringer. Bei Antriebs- oder Bohrer-Komponenten ist zudem eine bessere Kühlung möglich.

Hoher Aufschlag bedeutet nicht, dass GE zu viel bezahlt

Während die beiden Übernahme-Kandidaten bei der Produktion auf 2 völlig verschiedene Fertigungs-Verfahren setzen, haben sie eines gemeinsam: GE greift tief in die Tasche.

Für SLM Solutions zahlen die Amerikaner 38 € je Aktie in bar.

Damit wird SLM äußerst ambitioniert bewertet, was angesichts der wertvollen Laser-Technologie und des hohen Marktwachstums dennoch nicht bedeutet, dass GE zu viel zahlt.

Der Angebotspreis beinhaltet einen Aufschlag von fast 40% auf den gestrigen Schlusskurs der SLM-Aktie. Anleger, die Anfang Februar einstiegen, haben dank der Übernahme-Offerte in 7 Monaten über 150% verdient.

Bei Arcam fast das gleiche Bild:

Die Aktionäre erhalten dort sogar einen 53%-Aufschlag auf den gestrigen Schlusskurs. Investoren, die vor 7 Monaten einstiegen, haben bei Arcam allerdings nur 110% verdient – was aber auch alles andere als eine Niederlage ist.

6. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Jens Gravenkötter. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt