Übernahme-Gerüchte treiben Generali-Aktie: Allianz mit im Boot?

Das europäische Übernahme-Geschäft beginnt das Jahr 2017 mit vielen Milliarden-Deals und heißen Gerüchten.

Nachdem ich Ihnen in der Vorwoche 2 Deals in Frankreich vorstellen konnte, geht der Blick heute Richtung Italien.

Dort kursieren Gerüchte, dass der Versicherungs-Konzern Generali im Zentrum von Übernahme-Interesse steht.

Die italienische Zeitung La Stampa berichtete am Wochenende, dass Intesa Sanpaolo, die zweitgrößte Bank des Landes, ein Auge auf den Konzern geworfen hat.

Übernahme-Gerüchte nicht neu….

Übernahme-Gerüchte um die Generali sind nicht neu:

Im Sommer 2016 hieß es, dass der französische Branchen-Kollege AXA die Generali – oder große Teile von ihr übernehmen wolle. Es blieb allerdings nur bei den Gerüchten.

Im Nachgang hieß es von dem französischen Versicherungs-Konzern, dass an den Gerüchten gar nichts dran war.

Doch das muss nicht der Wahrheit entsprechen. Es ist gut möglich, dass einfach kein Weg gefunden wurde, einen Deal umzusetzen.

Denn eine Übernahme durch die Franzosen wäre vermutlich auf politischen Widerstand und den erneuten Befürchtungen eines „Ausverkaufs italienischer Spitzen-Konzerne nach Frankreich“ getroffen.

…aber diesmal glaubwürdiger

Stimmen die Berichte, dass die Bank Intesa Sanpaolo eine Übernahme anstrebt, dann gäbe es diese Probleme nicht.

Eine rein italienische Lösung scheint machbar, wenngleich so eine Transaktion die Wettbewerbs-Behörden auf den Plan rufen würde.

Die Intesa San Paolo ist nämlich nicht nur größte Filialbank – sondern auch führender Versicherungs-Anbieter.

Gestern wurden auch deswegen solchen Spekulationen von verschiedenen Analysten eine Absage erteilt.

Heute überwiegen aber die Stimmen, dass eine Transaktion sehr wohl machbar ist und die Glaubwürdigkeit der Gerüchte hoch ist.

So wird darauf verwiesen, dass der Generali-Großaktionär Mediobanca seinen Anteil reduzieren will.

Auch Deutschlands Versicherungs-Primus Allianz soll bei dem Intesa-Übernahme-Plan eine Rolle spielen:

Die Deutschen könnten Generali-Geschäftsbereiche übernehmen, die für bei dem dann folgenden Unternehmens-Umbau nicht wichtig wären.

Als dann auch noch die Meldung aufkam, dass der Versicherer sich über eine Anleihe bei dem Bieter mit 3% einkaufte, erhöhte sich die Glaubwürdigkeit noch mehr.

Denn dies erschwert eine Übernahme und die Frage die sich stellt, ist: Warum sollte Generali das machen?

Generali-Aktie im Aufwind

Die Generali-Aktie ist im Zuge der Übernahme-Spekulationen kräftig gestiegen. Heute geht die Aktie an der Heimatbörse in Mailand mit 15,42 € aus dem Handel – ein Plus von über 12% gegenüber Freitag.

Dies zeigt Ihnen, dass nicht wenige Investoren auf einen Deal hoffen. Unter Umständen kommt es sogar zu einem Bieterkampf.

Denn es heißt, dass die AXA, anders als im Sommer 2016, diesmal ein besseres Timing wittert – und der Vorstoß der Intesa und Allianz nur deswegen kam, damit ein Verkauf an die Axa verhindert wird.

Wir bleiben natürlich für Sie am Ball…

24. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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