Übernahme-Hammer Ariad: Happy End mit über 70% Übernahme-Prämie

Neue Woche, neuer Milliarden-Deal in der Pharma-Branche.

Diesmal heißt der Übernahme-Kandidat Ariad Pharmaceuticals – und es ist ein Hammer-Deal! Käufer Takeda beendet die Spekulationen über Ariads Zukunft mit einer 75%-Übernahme-Prämie.

Der Deal bewertet Ariad mit 5,2 Mrd. Dollar.

Das Management des Übernahme-Kandidaten stimmt den Deal-Bedingungen zu und empfiehlt den Aktionären ihre Anteile an den japanischen Pharma-Konzern abzugeben.

Die werden der Empfehlung des Managements angesichts der satten Prämie auf den Aktienkurs mit Sicherheit auch folgen.

Baxalta kann mit 2-Mrd.-Dollar-Offerte nicht punkten

Es ist ein Happy End für Ariad-Übernahme-Spekulanten.

Im Sommer 2015 erhielt das Management schon einmal ein Übernahme-Angebot. Schon damals rollte eine gigantische Übernahme-Welle durch den Pharma- und Biotech-Sektor.

Ariad geriet in das Visier von Baxalta. Es hieß, dass der Bieter den Leukämie- und Lungenkrebs-Spezialisten kaufen wollte, um sich damit für den Interessenten Shire unattraktiver zu machen.

Die Verhandlungen platzten jedoch und am Ende übernahm Shire den Interessenten Baxalta.

Biotech-Unternehmen Ariad: Nichts für schwache Nerven

Wenn Sie Ariad-Aktien besitzen und schon länger investiert sind, dann haben Sie sich diesen hohen Aufschlag redlich verdient.

Ariads Forschungs-Pipeline ist klein. Wenn bei kleinen Biotech-Unternehmen etwas schief läuft, dann kollabiert der Kurs schneller als Sie die Verkaufs-Order eintippen können.

Bei Ariad passierte dies im Herbst 2013:

Nachdem die US-Medikamenten-Zulassungsbehörde FDA den Einsatz des Ariad-Leukämie-Medikaments Iclusig nur noch bei wenigen Patienten zuließ, ging es mit der Aktie von 20,70 Dollar auf 2,70 Dollar (-87%).

Danach berappelte sich die Aktie wieder etwas, doch 2-stellige Kurse waren erst wieder im August 2016 zu sehen.

Und bereits vorher kam es durch die Baxalta-Übernahme-Spekulationen erneut zu heftigen Reaktionen:

Erst drehte die Aktie auf und verteuerte sich um 40% – einen Monat später war nach dem Übernahme-Aus wieder das vorherige Kursniveau erreicht.

Jetzt sind die Ariad-Aktionäre die großen Gewinner – auch, weil das Management bei den Verhandlungen mit Baxalta Stärke zeigte:

Es heißt, dass Baxalta rund 2 Mrd. Dollar auf den Tisch legen wollte – heute bietet Takeda 5,2 Mrd. Dollar.

Nach dem Deal ist vor dem Deal bei Ariad

Wieder einmal zeigte sich, dass die Aktionäre belohnt wurden, die Nervenstärke behielten und trotz der schweren Kursverwerfungen investiert blieben.

Selbst für Aktionäre die im Herbst 2013 fast 90% ihres Einsatzes verloren hatten, gibt es jetzt ein Happy End:

Wer 2015 nach dem Übernahme-Aus investiert blieb, hat im ungünstigsten Fall 140% Gewinn, und wer nach dem Aus investierte, hat rund 250% Gewinn erzielt.

Unter Umständen wird es sogar noch mehr.

Die Analysten von Sun Trust halten es nicht für unwahrscheinlich, dass sich auch andere Pharma-Konzerne Ariad jetzt genauer anschauen werden (keine Kaufempfehlung – Ich besitze keine Ariad-Aktien).

9. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Jens Gravenkötter. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt