Übernahme-Kandidat Air Berlin ist pleite

Schockmeldung für die Aktionäre der angeschlagenen Luftfahrt-Gesellschaft Air Berlin: Das Unternehmen hat heute den Insolvenz-Antrag in Eigenregie beantragt!

Obwohl Deutschlands zweitgrößter Luftfahrt-Gesellschaft noch vor Kurzem mitteilte, dass bis zum Herbst kommenden Jahres genug Geld vorhanden sei, ist die Pleite bereits heute offiziell.

Dies liegt daran, dass Etihad Airways als Großaktionär und gleichzeitig größter Gläubiger Air Berlins dem Konzern die finanzielle Unterstützung entzog.

Logische Folge: Jahre der Misswirtschaft münden in Insolvenz

Der Zeitpunkt der Pleite kommt etwas überraschend, aber dass bei Air Berlin eine Insolvenz durchaus denkbar ist, ist nicht neu.

Denn seit Jahren kommt es regelmäßig zu operativen Enttäuschungen.

Zuletzt stellte die Airline für 2018 einen operativen Gewinn in Aussicht, aber dass sich dieser auch wirklich eingestellt hat, darf zumindest angezweifelt werden.

Nach über 1 Mrd. € Unterstützung, geringen Verbesserungen und hartem Branchen-Druck durch Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet ist es auch nicht verwunderlich, dass der Großaktionär die Reißleine zog.

Übernahme-Hoffnungen sinken mit dem Aktienkurs

Etihad stieg 2011 bei Air Berlin ein. Damals erwarben die Araber 29% der Anteile und sorgten damit immer wieder für Spekulationen, dass bald eine Übernahme folgen könnte.

Denn möchte ein Investor 30% oder mehr von einem Unternehmen besitzen, muss er allen Aktionären ein Übernahme-Angebot unterbreiten.

Mit den Jahren schwand aber die Hoffnung, dass Air Berlin übernommen wird – und für viele Investoren auch die, dass sie ihren Einsatz noch einmal wiedersehen werden.

Kostete die Aktie 2011 noch über 5 €, fiel der Kurs schnell zunächst unter 4, dann 3 und schließlich 2 € zurück.

Seit Mitte 2015 ist das Papier letztlich nicht mehr und nicht weniger als ein Pennystock – also eine Aktie, die unter 1 € kostet.

Leser des Übernahme-Sensors waren gewarnt

Zuletzt witterten einige Investoren allerdings eine Chance: Angeblich sei die Lufthansa an einer Air-Berlin-Übernahme interessiert, hieß es.

Die Aktie schoss hoch und konnte sich bis zum Dementi von Lufthansa-Chef Carsten Spohr sogar über 1 € halten.

Der Übernahme-Sensor warnte in seiner Ausgabe vom 26. Juni allerdings, dass die Übernahme-Chance nur gering und der Fortbestand der Airline nicht gewährleistet ist.

Finger weg von Pleite-Kandidaten!

Wer die Warnung im Juni beachtete, dem blieb heute der 40%-Absturz der Air-Berlin-Aktie erspart.

Dringend warnt der Übernahme-Sensor auch jetzt noch vor einer Wette, dass es mit der Aktie des Pleite-Kandidaten im Zuge der Zerschlagung noch irgendetwas zu holen gibt.

Der Kurs ist nur augenscheinlich günstig. Ob die Aktie von 20 € auf 0 fällt oder von den aktuell 0,45 €, ist egal – in beiden Fällen haben Sie einen Totalverlust.

Auch der Überbrückungs-Kredit des Bundes in Höhe von 150 Mio. €, der, so heißt es, sicher zurück bezahlt wird, sollte über eines nicht hinwegtäuschen:

dass Aktionäre am Ende wahrscheinlich leer ausgehen.

Etwas Positives gibt es aber noch zu berichten, wenn auch nicht für die Aktionäre:

Dank der Hilfe des Bundes brauchen Urlauber nicht zu fürchten, dass sie im Reiseland hängen bleiben. Der Flugverkehr bleibt zunächst aufrechterhalten.


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15. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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