Übernahme-Kandidat Billabong kommt nicht zur Ruhe: Marke jetzt wertlos

Die schwer angeschlagene australische Surfer-Marke Billabong hat sich in der Bilanz selbst als „wertlos“ eingestuft. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die schwer angeschlagene australische Surfer-Marke Billabong hat sich in der Bilanz selbst als „wertlos“ eingestuft.

Das in Gold Coast ansässige Unternehmen korrigiert den Wert  der Marke nach unten, nachdem die Geschäftszahlen für das vergangene Jahr die nächste Katastrophe offenbarten.

Die dreizehn Marken der Firma hatten Ende 2011 noch einen Wert von 614 Mio. australische Dollar (AUD). Heute sind sie „nur“ noch 90,- AUD wert.

Vor 5 Jahren war die Marke Billabong noch 3,5 Mrd. AUD wert, doch seit der Finanzkrise hat die Surfer-Marke große Probleme. Der Schuldenberg wächst offenbar unaufhaltsam. Restrukturierungsprogramme schlugen mehrfach fehl.

Dies spiegelt sich auch im Aktienkurs wider. Wurden in guten Zeiten vor der Finanzkrise über 14 AUD je Aktie gezahlt, wechselte die Aktie heute in Sydney für 0,48 AUD den Besitzer. Allein 2013 liegt der Kursverlust bei über 30%.

Tiefrote Zahlen auch im vergangenen Geschäftsjahr

Bis zum 30. Juni 2013 lief das Geschäftsjahr 2012/2013. Billabong präsentierte gestern die extrem schwachen Zahlen. Der Umsatz des australischen Unternehmens ist um 6% auf 1,3 Mrd. AUD gesunken.

Das ist noch zu verkraften doch wenn sich gleichzeitig der Verlust im Vergleich zum Vorjahr auf 860 Mio. AUD verdreifacht, dann ist zu erkennen, dass Billabong existenzielle Probleme hat.

Die Surfer-Marke ist den jungen Kunden nicht mehr „cool“ genug, vermuten Analysten. Surfer kehren großen Marken immer häufiger den Rücken zu und kaufen bei kleineren Independent-Labels. Das ist Billabong schon lange nicht mehr.

Zwar begann der Unternehmensgründer auch wie ein echtes Independent-Label mit dem Nähen von Surfer-Bekleidung in der heimischen Küche, doch das ursprüngliche Flair ging mit der Zeit verloren.

Die Konsequenzen des Negativ-Trends: Das australische Unternehmen musste weltweit über 150 Geschäfte schließen.

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Mit drei Viertel der Zulieferer musste die Zusammenarbeit beendet werden. Das schlechte Europa-Geschäft führt dazu, dass auf dem alten Kontinent 15% der Stellen abgeschafft wurden.

Schmerz über gescheiterte TPG-Übernahme sitzt bei Aktionären tief

Im Jahr 2012 wurde dem Billabong-Management ein Übernahme-Angebot in Höhe von 3,50 AUD je Aktie geboten. Doch die Herren in der Führungsetage wollten mehr. 4 AUD (!) betrachtete das Management als absolute Untergrenze. Der Bieter lehnte ab.

Mit dem schnellen Abstieg des Unternehmens wurden dann die Preisforderungen moderater. Eine spätere Offerte der Private Equity-Gesellschaft TGP Capital in Höhe von 1,65 AUD je Aktie wurde jedoch ebenfalls als unzureichend abgelehnt.

TGP Capital blieb weiter dran und machte wenige Wochen später ein neues Angebot. Der gebotene Übernahme-Preis schrumpfte trotz des kurzen Zeitraums allerdings auf 1,45 AUD je Aktie. Ein Deal mit dem Management war daher erneut nicht möglich.

Dank des „schlafenden“ Managements sitzen die Aktionäre heute auf riesigen Verlusten. Es gab mehrere Chancen, um wenigstens halbwegs gescheit aus der katastrophalen Lage rauszukommen, doch alle Chancen wurden liegen gelassen.

Management auf der Suche nach Investoren

Interims-Chef Peter Myers machte den Aktionären trotz des weiter wachsenden Schuldenbergs Mut. In den vergangenen Wochen seien die Verkaufszahlen deutlich angezogen.

Doch wie bewerten die potenziellen Investoren die Geschäftsbelebung? Reicht sie aus, um eine Investition zu rechtfertigen? Der Markt jedenfalls reagierte mit einem Minus von knapp 10% auf die Geschäftszahlen und die Stellungnahme des Chefs.

Billabong braucht dringend eine Finanzspritze um wieder auf die Beine zu kommen. Gelingt es dem Management nicht, Käufer zu finden, droht der Surfer-Marke ein jähes Ende.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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