Übernahme-Lust in Westeuropa lässt nach – aber viele Deals in der Pipeline

Nach einem schwachen Übernahme-Geschäft im September verlief auch der Oktober schwach. Verschiedene Deal-Verhandlungen stimmen aber optimistisch, dass im November das Übernahme-Volumen wieder anzieht. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Gestern hat Ihnen der Übernahme-Sensor von der spannenden Übernahme des US-amerikanischen Drogerie-Unternehmens Rite Aid berichtet. Bei dem Deal belief sich das Volumen inklusive Schulden auf 15,6 Mrd. Dollar.

Was in den USA manchmal bei nur einem Deal überwiesen wird, ist nicht selten mehr als das, was in anderen Marktregionen in einem Monat bei mehreren Hundert Deals überwiesen wird. So war es auch im Oktober: Das Übernahme-Geschäft in Westeuropa verlief schwach und die Top10-Deals lagen in Summe bei unter 15 Mrd. Euro.

Milliarden-Deals kurz vor Abschluss? Im November könnte das Übernahme-Volumen wieder über 100 Mrd. Euro liegen

Es war kein guter Monat für Investment-Banker, Juristen und Deal-Berater. Mit lediglich 1393 Deals und einem Volumen von 40,4 Mrd. Euro fiel die Übernahme-Aktivität auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr.

Den vorläufigen Zahlen der Übernahme-Datenbank Zephyr (Bureau van Dijk) zufolge, fiel das Übernahme-Volumen im Oktober um 39%. Nach den starken Monaten Februar bis August, hat die Übernahme-Aktivität spürbar nachgelassen. In diesen Monaten lag das Volumen der angekündigten Deals bei über 100 Mrd. Euro.

Nachdem bereits der September mit 66 Mrd. Euro Volumen eine Abschwächung vermuten ließ, bestätigte sich im Oktober der Abwärtstrend. Doch auch wenn die beiden vorherigen Monate schwächer verliefen, bedeutet das nicht, das am Markt für Übernahmen und Fusionen eine nachhaltige Trendwende stattgefunden hat.

Die sehr guten Finanzierungsbedingungen können ziemlich schnell wieder einen Volumenanstieg nach sich ziehen. In Großbritannien, Deutschland und Italien wird aktuell an Milliarden-Deals gefeilt.

Wenn die Verhandlungen im kommenden Monat in eine Übernahme-Ankündigung münden – bzw. Gerüchte sich bestätigen, haben alleine diese 3 Deals ein Volumen von über 50 Mrd. Euro – mehr Volumen als im kompletten Oktober umgesetzt wurde.

Nur 7 Deals mit Volumen von über 1 Mrd. Euro

„Echte Deals“ – also Übernahmen, bei denen ein Unternehmen ein anderes übernimmt waren Mangelware. In den Top20 der größten Oktober-Deals finden sich etliche Minderheitsbeteiligungen und Kapital-Erhöhungen.

So ist auch der größte „Deal“ eine Kapitalerhöhung. Die Kapitalerhöhung der CreditSuisse hat ein Volumen von 4,2 Mrd. Euro. Auf Platz 2 folgt dann aber eine echte Übernahme. Eon verkauft sein norwegisches Öl- und Gasgeschäft für 1,4 Mrd. Euro an die Dea.

Deutsche Unternehmen 3 Mal unter den 20 größten Deals vertreten

Neben dem Eon-Dea-Deal sind unter den Top20-Deals 2 weitere Übernahmen mit deutscher Beteiligung. Auf der Käuferseite steht der Windenergie-Konzern Nordex. Dieser kündigte die Übernahme von Acciona Windpower für 785 Mio. Euro an.

Auf der Seite der Übernahme-Ziele steht der Hochtief-Konzern. Großaktionär ACS nutzte den Verkaufswillen des Großaktionärs Katar, um den Anteil am Essener Baukonzern um 539 Mio. Euro aufzustocken.

Deutsche Unternehmen haben gute Chancen auch im kommenden Monat in der Liste der Top-Deals aufzutauchen. Heiße Anwärter auf einen Platz sind Wincor Nixdorf und Deutsche Wohnen (keine Kaufempfehlung).

Kommt es zu Übernahme-Angeboten würden alleine die beiden Deals für mehr Volumen sorgen als das komplette Oktober-Volumen, dass mit 2,8 Mrd. Euro sehr schwach ausfiel.

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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