Übernahme-Trends 2015: Der Biotech-Sektor

Die Zeit läuft den großen Pharma-Unternehmen regelmäßig davon. Kaum hat sich ein Medikament am Markt etabliert und sorgt für kräftige Gewinne, verlangen die Investoren schon den nächsten „Blockbuster“ (= ein Medikament mit mind. 1 Mrd. Dollar Umsatz).

Grund: Laufen die Patente der Medikamente ab, kommt es zum Umsatzeinbruch. Bei vielen Pharma-Riesen laufen wichtige Patente 2015 und 2016 aus.

Die Generika-Hersteller – die mittlerweile 54% der Medikamenten-Umsätze ausmachen, warten nur darauf, mit ihren Nachahmer-Produkten in den Markt zu gelangen und den Großen die Marktanteile abzujagen.

Pharma-Riesen brauchen eine volle Forschungspipeline

Für Pharma-Riesen wie GlaxoSmithKline, Novartis, Sanofi-Aventis oder Pfizer ist es daher Pflicht, stets eine prall gefüllte Forschungspipeline zu haben. Nur so kann gewährleistet werden, dass regelmäßig neue Medikamente auf den Markt gelangen und die Gewinnquelle nicht versiegt.

Eine eigene Pipeline zu füllen, ist aber mit sehr hohen Forschungskosten und hohen Risiken verbunden. Denn nur die wenigsten der identifizierten Wirkstoffe schaffen es bis zur endgültigen Marktreife.

Übermäßiger Erfolg führt oft zur Übernahme

Die Pharma-Unternehmen überlassen die Wirkstoffsuche und aufwendige Entwicklung daher oft den Biotech-Spezialisten (die Größten in Deutschland sind: Qiagen, Morphosys, Evotec).

Für den Forschungserfolg werden die Biotech-Unternehmen von den Pharma-Konzernen mit Meilensteinzahlungen bezahlt. Läuft während der Entwicklung etwas schief, muss die Meilensteinzahlung gar nicht erst gezahlt werden.

Entpuppt sich ein Biotech-Unternehmen jedoch als sehr erfolgreich, kann mit einer Übernahme gleich die komplette Forschungspipeline erworben werden. Ein Szenario, das in der Vergangenheit schon sehr häufig stattgefunden hat.

Attraktive Kurs-Chancen für Biotech-Aktionäre

2014 war die Pharmabranche sehr aktiv und die aktuelle Übernahmewelle bietet auch weiterhin attraktive Kurschancen für die Aktionäre von Biotech-Unternehmen, die als Übernahme-Kandidat gehandelt werden.

Im kommenden beiden Jahr laufen Patente von Medikamenten aus, die Umsätze in Höhe von 44 Mrd. US-$ und 40 Mrd. US-$ ausmachen. Das ist der zweithöchste und vierthöchste Stand seit über 10 Jahren. Zudem nimmt der Druck zu: Die Hürden für Neuzulassungen bei Medikamenten wurden angehoben.

Biotech-Unternehmen mit erfolgsversprechender Pipeline sind daher klare Übernahme-Kandidaten. Selbst größere Unternehmen können dann schnell vom Kurszettel verschwinden. Neben der Pharmabranche wird es zudem auch untereinander zu mehr Deals kommen.

Doch Vorsicht: Bei Biotech-Investments ist größeres Wissen vorausgesetzt als bei Investitionen in anderen Branchen. Denn entpuppt sich ein Hoffnungsträger als wirkungslos, purzelt der Kurs ganz schnell Richtung Süden.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie das Unternehmen nach Recherche richtig einschätzen können, bietet sich eine einfache Lösung an: Biotech-Fonds.

Das Schöne dabei: Sehr viele Fonds sind zuletzt so gut gelaufen, dass selbst ein „schlechter“ Fonds noch einen hohen Gewinn abwarf. Das ist natürlich kein Freibrief. Vergleichen Sie die Fonds in ihrer Kostenstruktur, Managementleistung, Erfahrung und Fondsvolumen und entscheiden Sie erst dann.

30. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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