Übernahme-Update: So steht es um Dell und Kabel Deutschland

In der heutigen Ausgabe möchte ich Sie über den aktuellen Stand der Dell- und Kabel Deutschland-Übernahme informieren. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

In der heutigen Ausgabe möchte ich Sie über den aktuellen Stand der Dell- und Kabel Deutschland-Übernahme informieren.

Wie heute Nachmittag bekannt wurde, hat der von Firmengründer Michael Dell anvisierte Börsenrückzug geklappt. Auf der Hauptversammlung am Firmensitz im texanischen Round Rock haben die anwesenden Aktionäre dem Vorhaben zugestimmt.

Das Ergebnis ist bisher noch nicht endgültig, doch nach vorläufiger Auszählung der Stimmen hat sich eine Mehrheit für den Plan des Unternehmensgründers ausgesprochen.

Der mehrmonatige Übernahme-Kampf zwischen Michael Dell und dem Übernahme-Aktivisten Carl Icahn ist damit beendet – zumindest vorerst.

Icahn´s letzte Chance auf einen höheren Preis ist der juristische Weg

Icahn hat noch eine Klage eingereicht, die dem Deal noch einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Der Finanzinvestor will die Höhe des Angebots auf Angemessenheit überprüfen lassen.

Doch aktuell sieht es danach aus, als wenn die 25 Mrd. US-Dollar Übernahme planmäßig über die Bühne geht.

Der Übernahme-Sensor begrüßt den Börsenrückzug, hält den Preis für fair und wünscht dem Computer-Pionier viel Glück. Das wird er bei der aktuellen Geschäftslage bitter nötig haben – denn die Branchen-Probleme bleiben auch nach dem Börsenrückzug.

Kabel Deutschland-Übernahme: Geringe Annahme-Quote kurz vor Fristende ist normal

Bei der 11 Mrd. Euro schweren Übernahme von Kabel Deutschland steht das Ergebnis noch aus. Bis gestern Nacht 23.59 Uhr konnten die Anteilseigner ihre Aktien zum Paketpreis von 87 Euro (84,50 Euro je Aktie + 2,50 Euro Dividende) an den Bieter Vodafone abgeben.

Aktueller Stand ist, dass die Briten gestern Nachmittag Zugriff auf knapp 20% der Anteile hatten. Das ist zwar noch weit weg von der in den Übernahme-Bedingungen geforderten 75%, jedoch kein Grund zur Panik.

Es ist üblich, dass institutionelle Anleger bis kurz vor Fristende warten, bevor ein Angebot angenommen wird.

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Damit soll der Druck auf den Bieter Aufrecht gehalten werden. Die Anteilseigner haben schließlich nichts zu befürchten. Wenn, dann kann es nur mehr werden.

Vodafone schließt Aufstockung aus

Vodafone hatte eine Angebotsaufstockung wenige Tage vor Fristende ausdrücklich abgelehnt.

Wenn nicht 75% der Aktionäre annehmen, dann platzt der Deal. Der Übernahme-Sensor hat schon im Vorfeld die Chance auf eine Aufstockung als minimal bezeichnet und rechnet weiterhin damit, dass der Deal auch so geklappt hat.

Die jüngste Kabel Deutschland-Aufstockung durch den amerikanischen Hedgefonds Elliot hat an der Einschätzung nichts geändert.

Medienberichten zufolge würde die Übernahme aufgrund des hohen Aktienanteils des Hedgefonds wackeln – der Übernahme-Sensor sieht genau das Gegenteil.

Elliot dürfte – wie in der Ausgabe vom 4.September geschildert – eine gute Chance gewittert haben, um den Unterschied zwischen Börsenkurs und Übernahme-Angebot ausgenutzt haben, um einen „sicheren“ Gewinn einzufahren.

Die Aktie notierte zeitweise 2,60 Euro unter dem Angebotspreis. Wenn ein Investor die finanziellen Mittel hat und sich über 8 Mio. Aktien sichert, dann lohnt sich das.

Spätestens Montag herrscht Gewissheit

Offenbar geht auch der Markt davon aus, dass bei der Übernahme nichts angebrannt ist. Die Aktie marschiert heute um 1,7% vor und notiert zum Handelsschluss nur noch 48 Cent unter Angebotspreis.

Spätestens am Montag herrscht Klarheit – dann will Vodafone das Ergebnis präsentieren.

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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