Übernahme-Volumen in Nordamerika im August schwächer

Der Übernahme-Markt in Nordamerika brach im August um über 50% ein. Ein scharfer Rückgang in den Somermonaten ist jedoch nichts ungewöhnliches. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Jeden Monat informiere ich Sie über die Entwicklung des Übernahme-Markts in verschiedenen Marktregionen. Um die Verfassung des globalen Übernahme-Geschäfts bewerten zu können, sollten Sie besonders auf die Nordamerika-Daten schauen – dem Mutterland des M&A-Geschäfts.

Im August 2015 ist dort das Übernahme-Volumen gegenüber dem Vormonat um 36% zurückgegangen. Das liest sich im ersten Moment wie ein Einbruch am Übernahme-Markt – ist jedoch bei genauerer Betrachtung kein Indiz für eine Trendwende.

Denn im Sommer ist das Übernahme-Volumen immer deutlich geringer als in den Wintermonaten. Betrachtet man das Volumen mit dem Vorjahreswert, dann zeigt sich, dass es zwar auch einen Rückgang gab, doch der mit 5% relativ moderat ausfällt.

US-Übernahme-Markt sehr chancenreich

Die Vereinigten Staaten bleiben auch im August unangefochten das Mutterland der Übernahme-Deals. Mit Ausnahme des Aprils lag das Übernahme-Volumen seit 1,5 Jahren bei über 100 Mrd. Dollar monatlich. Gemessen am weltweiten Übernahme-Volumen, liegt der USA-Beitrag bei über 50%.

Es ist davon auszugehen, dass die starke Verfassung des nordamerikanischen Übernahme-Markts auch in den kommenden Jahren anhalten wird. Für Sie lohnt es sich also, die Marktregion im Auge zu behalten.

Trend zu weniger großen Deals auch in Nordamerika

In der Vorwoche habe ich Sie über die Entwicklung des westeuropäischen Übernahme-Markts informiert. Dort zeigte sich, dass das Übernahme-Volumen trotz einer geringeren Deal-Anzahl anstieg.

Dieser Trend zu weniger – aber größeren – Transaktionen ist auch in den USA festzustellen. So lag zum Beispiel im August bei geringerem Übernahme-Volumen die Deal-Anzahl doppelt so hoch. Der jetzige Rückgang gegenüber dem Juli beträgt dem Übernahme-Institut „Bureau van Dyck“ zufolge gut 55%. Dies ist der schwächste Wert in den vergangenen 12 Monaten.

Es bleibt aber zu beachten, dass die angegebene Deal-Anzahl und das Volumen auf vorläufige Zahlen basieren. Die endgültigen Zahlen werden das Ergebnis noch relativieren. An der grundsätzlichen Feststellung ändert das jedoch nichts.

Trotz höherer Zinsen: Übernahme-Volumen in Nordamerika wird 2015 hoch bleiben

Die weiterhin hohe Schlagzahl im Übernahme-Geschäft ist angesichts der anziehenden Konjunktur in den USA wenig verwunderlich.

Am vergangenen Donnerstag sorgte für Schlagzeilen, dass eine Zinsanhebung ausblieb und erste US-Notenbanker es sogar mit der Zinswende nicht so eilig haben wie gedacht. Erst im kommenden Jahr wollen einige FED-Mitglieder an der Zinsschraube drehen.

Je niedriger der Zins, desto besser lassen sich Übernahmen finanzieren. Ein höherer Zins ist indes tendenziell schlechter für Übernahme-Transaktionen, da dann die Deal-Finanzierung teurer wird.

Das bedeutet jedoch nicht, dass nach einer Zinsanhebung direkt der M&A-Markt einbricht. Als im Jahr 2006 auf viel höherem Niveau die Zinswende eingeleitet wurde, explodierte das Übernahme-Volumen sogar.

Höhere Unternehmenspreise kein Hindernis für den Käufer

Eine Übernahme ist nicht nur eine bloße Unternehmens-Erweiterung.

Übernahmen machen das Unternehmen effizienter (Synergie-Effekte) und schalten einen Konkurrenten aus (Gewinnung von Marktanteilen). Wenn die Konjunktur brummt, dann kann sich ein Deal sogar schneller bezahlt machen, auch wenn der Kaufpreis höher liegt.

Historisch betrachtet ist das Übernahme-Volumen in guten Konjunkturphasen immer besonders hoch. Es gibt unter den Übernahme-Experten wenig Zweifel, dass dies bei weiterhin guter Konjunkturentwicklung in 2015 auch so sein wird.

In den vergangenen Wochen zeigten sich die Investoren am Börsenparkett jedoch äußerst nervös. Wenn der Mut zu Investitionen nachlässt, dann könnten die ansonsten starken Übernahme-Monate zum Jahresende schwächer ausfallen.

Sollte sich allerdings zeigen, dass die Ängste übertrieben sind, dann werden Sie noch etliche Milliarden-Deals in Europa und Nordamerika in diesem Jahr mitbekommen. Es bleibt spannend.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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