Übernahme-Volumen steigt 2014 um 47%: Das sind die 10 größten Deals

Für viele Investmentbanker, Beratungsgesellschaften und Juristen war 2014 ein sehr ordentliches Jahr. Dank hoher Übernahme-Volumina fielen die Provisionen recht üppig aus. Auf das Gesamtjahr gesehen verdienten die M&A-Berater 26,7 Mrd. $. Dies ist ein Plus von 12% gegenüber dem Vorjahr.

Besonders viel verdiente die Investmentbank Goldman Sachs, die an Deals im Volumen von gut 1 Bio. $ beteiligt war. Damit liegen die „Goldies“ etwa ein Drittel vor den amerikanischen Konkurrenten  JP Morgan, Citibank, Morgan Stanley und Bank of America Merrill Lynch.

Ebenfalls gut verlief das Jahr für die Investmentbanker der Deutschen Bank. Die Bank war an Deals im Volumen von über 400 Mrd. $ beteiligt. Im internationalen Ranking bekleidet der deutsche Branchenprimus Platz 8.

95 Übernahmen mit mehr als 5 Mrd. $ Deal-Volumen

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Deals im Volumen von rund 3,5 Bio. $ angekündigt. Damit liegt das Übernahme-Volumen 2014 auf dem höchsten Niveau seit 2007. Gegenüber dem Vorjahr stieg das Volumen um 47%.

Auch wenn der Volumenanstieg sehr hoch ist, bedeutet das nicht automatisch, dass auch viel mehr Deals stattfanden. Mit einem Plus von lediglich 6% auf knapp über 40.000 Deal ist der Anstieg im Vergleich zum Volumenanstieg eher gering.

Es zeigt sich, dass sich der bereits 2013 zu beobachtende Trend – weniger, aber größere Deals – im Vorjahr fortgesetzt hat. So wundert es auch nicht das gleich 95 Übernahmen ein Volumen von mehr als 5 Mrd. $ hatten. Das sind mehr als doppelt so viele Groß-Übernahmen als 2013.

Nicht nur in den USA hohe Zuwächse beim Deal-Volumen

In Europa war lange Zeit kein einheitlicher Trend am M&A-Markt zu erkennen. Starken Monaten folgten schwache Monate, hohe Ausschläge nach oben und unten machten eine Prognose trotz sehr günstiger Voraussetzungen schwierig.

Am Ende sorgte jedoch ein sehr starkes viertes Quartal dafür, dass das Übernahme-Geschäft auf dem alten Kontinent einen hohen Zuwachs verzeichnete. Das Gesamtvolumen der angekündigten Deals stieg auf rund 700 Mrd. Euro.

Ebenfalls sehr stark lief das Übernahme-Geschäft in der Region Asien/Pazifik. Dort markierte das Übernahme-Volumen mit 716 Mrd. $ (580 Mrd. Euro) ein neues Allzeithoch.

Weniger Lust auf Übernahmen herrschte dagegen – verständlicherweise – in den Krisenregionen. So fiel das Übernahme-Volumen in Osteuropa um 53% zurück, in Afrika/Mittleren Osten um 17%.

Liste der größten Deals

Nachfolgend sehen Sie eine Auflistung der 10 größten angekündigten (einige Übernahmen sind noch nicht abgeschlossen) Deals 2014 und das jeweilige Übernahme-Volumen:

deals2014

Deutschland dürfte 2015 im Übernahme-Ranking vorrücken

Sie erkennen an der Liste, dass fast alle großen Deals in den USA stattfanden. Besonders ernüchternd ist, dass Deutschland bei den großen Deals auch bei einer längeren Liste nicht vertreten gewesen wäre.

Auch insgesamt  ging der weltweite Übernahme-Boom an Europas größter Volkswirtschaft vorbei. Während das Volumen in Frankreich um 240% anstieg, fiel das Übernahme-Volumen in Deutschland um über 20% zurück.

Zum Glück ist dies die Vergangenheitsbetrachtung. 2015 dürfte erneut ein starkes Übernahme-Jahr werden und dann wird Deutschland meiner Einschätzung zufolge im internationalen Ranking deutlich vorrücken.

7. Januar 2015

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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